Amerika und die Weltwirtschaft
In den Artikeln über
Deutschland 2020 – Teil 1
und
Deutschland 2020 – Teil 2
wurde Amerika mit seiner deindustrialisierten Wirtschaftsstruktur dargestellt. Sowohl für Amerika als auch für Europa sollte herausgearbeitet worden sein:
Fundamentalsatz: eine Wirtschaft wächst nicht, weil Unternehmen wachsen!
Das ist die Ergänzung des Henry Ford Satzes: Autos kaufen keine Autos, der damit verdeutlichen wollte, dass in einer Volkswirtschaft zur Herstellung einer allseitig “gesunden” Entwicklung Kaufkraft vorhanden sein muss, damit Unternehmen ihre Produkte verkaufen können, damit Unternehmen Gewinne erwirtschaften und wachsen können, damit Unternehmen Arbeitsplätze im Wachstum zur Verfügung stellen können.
- es muss der Bedarf nach Produkten sein,
- es müssen Produkte lieferfähig sein
- es muss grundsätzlich Geld genug am Markt sein
damit die Wirtschaft überhaupt funktionieren kann, damit Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden können, damit den Bürgern eines Landes eine Lebenszukunft gegeben werden kann.
Amerika, das wurde in früheren Beiträgen gesagt ( Link siehe Deutschland 2020 – Teil 1 ), hatte versucht, durch private Verschuldung Kaufkraft zum Konsum der privaten Haushalte zu erzeugen; wo Lohnerhöhungen wegen der weltwirtschaftlichen Konkurrenz nicht geboten waren, sollte Verschuldung im breitesten Rahmen für Privatliquidität sorgen. Es war das Glück, dass eine gewisse Zeit die Immobilienpreise endlos zu steigen schienen, dass auf den gestiegenen Werten neue Kredite angeschafft werden konnten, dass mit diesen neuen Krediten Privatliquidität für neuen Konsum sorgte – ein wirtschaftspolitisches Perpetuum mobile schien geboren. BIS die Immobilienpreise zusammenbrachen, weil die Werte im Spielcasino Amerika wieder zum Boden der Tatsache zurückkommen sollten. Und nun kam, was kommen musste und vielfach in allen Facetten diskutiert wurde: der Zusammenbruch der Wirtschaft war unaufschiebbar.
Zusammenbruch heißt aber in einer freien Wirtschaft immer, dass die Kostenfaktoren angepasst werden, konkret: Personaleinsparungen. Warum muss man, das ist die Philosophie der Marktwirtschaft, für eine Produktionskapazität von 100.000 Einheiten ( Produkte ) pro Jahr eine Personalkapazität vorhalten, die 1.000.000 Einheiten ( Produkte ) pro Jahr herstellen kann. So begann in Amerika eine riesige Entlassungswelle; es wird geschätzt, dass die verminderte Konsumnachfrage rund 8 Millionen Arbeitsplätze vernichtete – wobei leider nirgends von einer qualitativen Arbeitsplatzvernichtung gesprochen wird. Die qualitative Arbeitsplatzvernichtung tritt dann ein, wenn zum Beispiel durch Produktionsverlagerung eines Unternehmens ins Ausland ( Asien, Mexiko ) Arbeitsplätze abgebaut werden und hochqualitative Arbeitskräfte nur noch niedrigstwertige Arbeitsplätze erhalten ( ein Werkzeugmacher wird zum Regalauffüller im Supermarkt ).
Dass der Wirtschaftszusammenbruch in Wirklichkeit nur auf der Arbeitnehmerseite geschah, MUSS erwähnt werden: die Unternehmen konnten “atmen”, das heißt, sich von Kosten entlasten – und weiter, trotz der Absatzflaute, Gewinne einfahren.
Es bleibt also festzuhalten: prächtige Gewinne auf der einen Seite, Arbeitslose und Dequalifizierung der Arbeit auf der anderen Seite – das sind die heutigen Merkmale der freien Marktwirtschaft!
Nachdem, wie gesagt, die Privatverschuldung zu einem Desaster führte, versucht der amerikanische Staat eine neue Strategie: Liquiditätserhöhung. Amerika hat seine Fed – Deutschland hat seine “Die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH”. Die Fed nun kauft Staatsschuldverschreibungen am Markt auf und gibt dafür den Wert der aufgekauften Staatsschuldverschreibungen an den Verkäufer zurück. Während also zuvor der Inhaber einer Staatsschuldverschreibung ein ( wertloses – sinnloses ) Stück Papier in den Händen hielt, bekommt dieser nun Geld, Greenbucks.
Gigantische Summen sind im Gespräch: “Nach ihren Berechnungen wäre angesichts der desolaten Wirtschaftslage eine Ausweitung der Fed-Bilanz auf rund 10 Billionen Dollar notwendig, um einen ausreichend großen monetären Impuls zur Abwendung einer Deflation zu geben”, schreibt die FAZ, Inflation hin – Inflation her, der Zweck heiligt die Mittel.

Grandfather Economic Report By Michael Hodges: http://grandfather-economic-report.com/
Bitte bedenken Sie: amerikanische Billionen sind deutsche Milliarden. Wir reden bei der roten Kurve also über 55 Billionen Gesamtverschuldung. Da sind 10 Billionen, wie von der FAZ erwähnt, eine riesige Summe! Um eine Relation zu erhalten, hier das Nationaleinkommen aus Wikipedia:
| Nr. | Staat | BNE (Mio. US-$) |
in % | BNE / Kopf (US-$) |
G8-Mitglied |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | USA | 12.969.561 | 29% | 43.104 | ja |
| 2 | Japan | 4.988.209 | 11% | 39.149 | ja |
| 3 | Deutschland | 2.852.337 | 6% | 34.654 | ja |
| 4 | Volksrepublik China | 2.263.825 | 5% | 1.714 | nein |
| 5 | Vereinigtes Königreich | 2.263.731 | 5% | 37.598 | ja |
| 6 | Frankreich | 2.177.670 | 5% | 33.972 | ja |
| 7 | Italien | 1.724.894 | 4% | 29.171 | ja |
| 8 | Spanien | 1.100.134 | 2% | 24.384 | nein |
| 9 | Kanada | 1.051.873 | 2% | 31.898 | ja |
| 10 | Indien | 793.017 | 2% | 702 | nein |
| 15 | Russland | 639.080 | 1% | 4.488 | ja |
| 17 | Schweiz | 408.702 | 1% | 54.441 | nein |
| 18 | Türkei | 399.232 | 1% | 9.564 | nein |
| 21 | Österreich | 303.641 | 1% | 36.513 | nein |
| Europäische Union | 13.543.425 | 30% | 27.471 | ||
| Europäische G8-Staaten | 9.018.632 | 20% | |||
| G8-Staaten | 28.667.355 | 64% | 32.972 | ||
| Welt | 44.983.338 | 100% | 6.816 | ||
| Quelle: Weltbank | |||||
Das US- Nationaleinkommen beträgt also rund 13 Billionen Dollar ( 2008 ) – rund 1/3 der Weltwirtschaft! 10 Billionen, also in etwa ein Jahres- Bruttonationaleinkommen will die Fed in die Wirtschaft pumpen. Und was bedeutet “pumpen”? Die Liquidität soll aufgeblasen werden: “Lasst Geld vom Hubschrauber regnen”, hieß es vor ein paar Jahren in einer Zeit der größten Irritationen einmal.
Als Anhänger der nachfrageorientierten Wirtschaftsphilosophie bin ich davon überzeugt: das wird ein Schuss in den Ofen. Nicht die Geldliquidität schafft Nachfrage, sondern Massenkaufkraft und damit Mittelverfügbarkeit über Löhne. Letztere jedoch, und das ist der Fallstrick der Weltwirtschaft – der Globalisierung, verbieten sich: höhere Löhne ergeben auf dem Weltmarkt höhere Produktkosten. Höhere Produktkosten dynamisieren den Exodus von Unternehmen oder eine erhöhte Automatisierung mit anschließender Freisetzung von Personal. Freisetzung von Personal bewirkt erhöhte Arbeitslosigkeit. Erhöhte Arbeitslosigkeit vermindert die Kaufnachfrage … ein circulus vitiosus.
Dabei sollte uns Japan als interessantes Beispiel dienen. Was haben die Japaner zu einer Zeit niedrigster Zinsen gemacht? Sie haben sich Milliarden an Yen beschafft und diese in den USA zu 5 – 8 Prozent angelegt. Sie zahlten also 0,5 Prozent Zinsen und erhielten 5 – 8 Prozent. Nichts anderes wird in den USA passieren. Die Liquidität wird nicht dazu führen, dass Unternehmer in den Ausbau ihrer Kapazitäten investieren. Die Liquidität ist auf dieser Seite also gar nicht erforderlich.
Und diese Gelder den Privathaushalten zur Verfügung zu stellen? Nachdem das Spiel mit dem Immobilienmarkt ausgeträumt war, soll nun über staatlichen Darreichungen zum kreditierten Konsum als Initialzündung einer selbsttragenden Wirtschaftsentwicklung angeregt werden? Das funktioniert doch gar nicht, es sei denn, die Fed erfände eine Möglichkeit, ähnlich wie die scheinbar endlose Wertentwicklung über viele Jahre im Immobilienmarkt, laufend Geld zur Verfügung zu stellen. Der Staat also als Treiber einer jeden Wirtschaftsentwicklung? Das geht doch gar nicht!
Schlagzeile:
Obama überzeugt nicht, Konjunkturangst drückt US-Börsen
Stellt man also fest, dass die Unternehmen durch völlige Fehlentwicklungen, Konsumanreiz auf Kredite, Produktionsverlagerungen ins Ausland diejenigen waren, die die wirtschaftliche Katastrophe tatsächlich verursachten ( und nicht der Staat ), dann sprechen solche News- Schlagzeilen von einem Unvermögen der Schreiber, Ursache und Wirkung nicht auseinander halten zu können.
Es ist die Befürchtung, dass diese Strategie, Geld zum Kaufanreiz in den Markt zu pumpen, der Anfang vom Ende ist. Würde man unterstellen, dass die Immobilienentwicklung rund 15 Jahre überdauerte, dann könnte man mit einer gewissen Annäherung sagen, auch die monetäre Liquiditätslenkung zu den Privathaushalten zur Verbesserung der Kaufkraft wird nach etwa 10 bis 15 Jahren explodieren.
Dann aber ist Matthäus am Letzten:
- der Staatshaushalt ist geplatzt
- die Privathaushalte sind überschuldet
- die Unternehmen haben kaum noch ein Eigenkapital.
Die Welt liegt in den Händen einer Finanzclique, die mit den wertlosen Dollars nichts anfangen kann. Erst dann, liebe Freunde, zum Beispiel Detlef, Manuela …, können wir von dem wirklichen Crash reden, der den heutigen wie ein laues Lüftchen erscheinen lässt! Heute erleben wir nur einen Abschwung, nachdem der Staat durch ein Billionen Konjunkturprogramm versuchte die Wirtschaft anzukurbeln – ein heute lächerlicher Versuch der Wirtschaftspolitik, der geeignet ist, in Statistiken ein paar Dellen zur Vortäuschung einer Erholung zu erzeugen! Der Staat als Treiber einer Konjunktur – das ist der Ausverkauf des Staates an die Finanzclique. Wenn nun n-tv schreibt: “Sein Wirtschaftsteam arbeite derzeit hart daran, zusätzliche Maßnahmen ausfindig zu machen, die auf kurze Sicht Wachstum und Beschäftigung anschieben und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig stärken, sagte Obama”, dann zeigt das Folgendes:
- Obama ist der weltweit volkswirtschaftliche Kampf unter den hochentwickelten Industrienationen um beste Standortbedingungen zur Gestaltung wettbewerbsfähiger Preise völlig bewusst ( “Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig stärken” )
- Obama weiß, dass dieser Kampf der Volkswirtschaften entweder die Bürger über Minimallöhne verarmen oder den Staat durch Minimaleinnahmen verarmen lässt; Obama, angesichts der nächsten Wahlen, entscheidet sich für höhere Staatsverschuldung und lässt somit die Welt an einer völlig fehlgeleiteten Politik mit bezahlen. Der Crash ist unausweichlich, wenn nicht die Wirtschaftspolitik neu ausgerichtet wird.
Allerdings, bis dieser Crash kommt, werden wir einen kontinuierlichen Abschwung, begleitet von einigem kleineren Aufbäumen haben. Und genau hier hilft eine grandiose Struktur, die überall in der westlichen Welt gleich aufgebaut ist:
und insbesondere darauf sich spezialisiert hat, dass aus den Volkswirtschaften fast Irrenanstalten mit dauerpsychologischer Berieselung werden!
Die Hoffnungsschimmer der US-Wirtschaft
eine grandiose Leistung der Massenbeeinflussung. Leider ( oder gottseidank ) distanzieren sich immer mehr Bürger von dieser Art Infiltration: man glaubt diesem Unsinn nicht mehr. Und an dieser Stelle wird es wirklich kritisch: die Demokratie leidet darunter! Man sollte sich aber auch vor Augen führen, dass dieses hervorragende Massenbeeinflussungs- Netzwerk ohne Positivmeldungen ein blankes Nichts ist. Daher ist aus diesem Netzwerk, entsprechend vorstehendem Bild nichts anderes zu erwarten.
Gerade war in Amerika die Tagung “Gesamtwirtschaftliche Herausforderung: Die kommenden zehn Jahre”, zu der hektische Versuche diskutiert wurden, wie man aus der Bärenfalle herauskommt. Auch die Investitionsgüterindustrie ist mehr als skeptisch: minus 8 Prozent! So also schätzen Unternehmer die Wirtschaftsentwicklung ein. “Die hohen Arbeitslosenzahlen drücken auf die Kauflaune der Haushalte. Zudem sitzen viele Amerikaner auf den Schulden, die sie durch jahrelanges konsumieren auf Pump angehäuft haben”, schreibt die WELT. Es zeigt sich immer mehr, dass nun auch die Phantasten immer mehr auf den Boden der Tatsache kommen: die Tatsache heißt:
nachfrageorientierte Wirtschaftsphilosophie
Es muss Kaufkraft und auch der Bedarf vorhanden sein, dann kann man überhaupt vom Wirtschaftswachstum reden. Alles andere ist neoliberales Geplapper oder idiotisches Wunschdenken von Tagträumern. Bernd Krampen, USA-Spezialist bei der NordLB, ist hingegen einer der Tagträumer: “Die gestiegenen Investitionen stehen für Optimismus bei den Unternehmen. Dieser wird auch irgendwann auf den Arbeitsmarkt durchschlagen”, heißt es in dem WELT- Artikel. Er träumt davon, dass Investitionen Nachfrage erzeugen – egal, ob jemand Geld in den Händen hat oder nicht. Bernd Krampen gehört zu den gefährlichen Ratgebern und Zweckoptimisten, die meinen, dass Zweckoptimismus verbreiten bereits die halbe Miete zur Überwindung der Krise ist. Dabei ist die Argumentation der Zweckoptimisten zumeist dümmlich dürftig
- es geht schon irgendwie
- es hat immer geklappt
- der Optimismus wird sich bis zum Verbraucher durchschlagen
solche und ähnliche dümmlichen Begründungen werden oft angeführt. Vergessen wird, dass es ein
- quantitative Arbeitsplatzsicherheit und
- qualitative Arbeitsplatzsicherheit
gibt, wie oben bereits erläutert. Der CNC- Dreherspezialist, der zuvor 3000 Dollar im Monat verdiente, der nun, nachdem er mit Mühe einen Arbeitsplatz als Regalauffüller im Supermarkt bekommen hat nun 1200 Dollar im Monat verdient, dieser Mann wird nicht mehr viel vom Geldausgeben träumen. Aber die Statistiker sagen: 1 Arbeitsplatz = 1 Arbeitsplatz. Das ist sträflich dumm und zudem mit brutalen Auswirkungen versehen.
Aber schon sieht man auf der volkswirtschaftlichen Bühne eine neue Theatertruppe aufziehen: die Illusionisten, die Trickser und Täuscher, die, ähnlich der Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, jeden Monat sozialistisch neue Planzahlen an Optimismus verbreiten.
Aber auch das wird nicht funktionieren, bestenfalls den beginnenden Crash noch um ein paar Monate hinauszögern.
Fundamentalsatz: eine Wirtschaft wächst, weil Kaufkraft und Nachfrage bestehen!
Diese Erkenntnis wird sich jedoch erst sehr spät herausstellen, weil damit eine Beendigung der globalen Wirtschaftsphilosophie verbunden ist. Das wiederum wollen die Großinvestoren und -konzerne der Welt nicht, weil damit ihnen Macht, Einfluss und Verdienste genommen werden. Wir stehen also momentan zwischen zwei Unabdingbarkeiten:
Einerseits die Großinvestoren und -konzerne der Welt, die nach AGENDA 21 diese Welt “auslutschen” wollen,
Andererseits die systematische und wirtschaftspolitische Notwendigkeit nachfrageorientiert zu handeln.
Beides gleichzeitig, das widerspricht sich! Und es besteht die ernste Frage: wer wird in dieser Welt den Mut haben, gegen Großinvestoren und -konzerne der Welt ein erweitertes Wirtschaftskonzept zu realisieren?
In Deutschland hat man sich bereits entschieden:
Vorfahrt für Exportwirtschaft – keine Lohnsteigerungen
und man kann in Amerika sehen, wohin das genau führt: zu einer Massenarbeitslosigkeit, die letztlich selbst beim Umschwenken auf Binnennachfrage dazu führt, dass durch die Masse Arbeitsloser, “Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis”, die Löhne nicht stark steigen werden.









