Bündelung von Kräften ?
Wie in den letzten Kommentaren zu lesen war, ist es immer wieder gewünscht, eine gemeinsame Aktion zu starten.
Den Widerstand zum Imperium zu bündeln, in einer Partei, in einem Verein ist der erste Gedanke.
Hier beginnt aber meines Erachtens ein grundsätzlicher Fehler.
Was soll eine neue, unbekannte Gruppe, als Partei, schaffen können. Lassen wir mal die Frage der Programminhalte vollkommen außerhalb der Betrachtung. Bedenken wir einfach mal das Faktische.
Nehmen wir mal an, eine Partei würde mit mehr als 5 % in einem Landtag einziehen. Was würde man zu leisten haben. Zunächst müssten die Gewählten sich in dem Organisation Schema eines Landtages mit allen Regeln und Gesetzen, Hausordnungen und Geschäftsordnungen geschickt auskennen, um überhaupt mit reden zu können.
Wo sollen diese “Kandidaten” dies erlernen ? In einer neuen Partei ? Von wem ?
Nehmen wir weiter an, dass nur die “fähigsten” Mitglieder ausgesucht werden. Was bleibt dann an der Basis der Partei ? Die weniger Fähigen ? Wird dann nicht bei einem Wahlerfolg leicht der “Wasserkopf” im Landtag beschäftigt und die Partei zerbröckelt durch weniger gute Leute ?
Angenommen, man würde dies alles sogar schaffen in einem Stadtstaat, weil dort eben die Verbindungswege weniger Zeitintensiv sind, wie soll das aber 16 mal funktionieren in 16 Bundesländern mit unterschiedlichsten Infrastrukturproblemen ?
Welche Menge an Mitstreitern sind also mindestens erforderlich, um so eine Bewegung zu einem minimal Erfolg führen zu können ?
Um allein auf allen Stimmzetteln eines Stadtstaates vorkommen zu können, benötigt man ca. 40 “vorzeigbare” also “politische gewiefte, erfahrene Mitstreiter”, die von der Presse nicht sofort lächerlich gemacht werden. Man benötigt Helfer, Vorstände, Schatzmeister, alles Leute, die sowohl viel Zeit als auch “Wissen” ob ihrer Aufgabe mitbringen müssen.
Und für einen Wahlkampf benötigt man Geld. Plakate kosten, Werbespot kostet, Info Stände, Saalmieten.
Die Erfahrung sagt, dass man je zu erreichender Stimme mindestens 2 Euro Kosten hat.Schaut man sich die Rechenschaftsberichte der Parteien an, gehen die Wahlkampfkosten jedoch oft viel höher. 6 Euro je abgegebener Stimme ist keine Seltenheit. Ein Wahlkampf mit einem Ergebnis von 5 % kostet also schnell mal eben 200.000 Euro. Da sind die normalen Geschäftskosten, Mieten für Büro und Reisekosten, Druckkosten, Porto, Telefon alles noch nicht berücksichtigt.
Eine Partei kostet Geld, viel Geld.
Diese grundsätzlichen Sachverhalte sind aber erst der Anfang. Denn es geht nicht um ein Bundesland, nein Deutschland soll gerettet werden.
Überdenken wir die fachliche Qualifikation der Funktionäre solch einer Bewegung. Wissen, gute Rethorik, kurz und bündig vor der Kamera, gepflegtes Auftreten, glaubhaft vermitteln von Themenaussagen, Zeit und Gelassenheit bei heftiger Kritik.
Näher betrachtet : Wem werden die Wähler Aussagen zur Gesundheitspolitik glauben, dem Hartz IV Rentner, oder dem Arzt mit Dr. Titel ? Fragen zur Justizgesetzgebung einem Richter oder einem Sped. Kaufmann ?
Wer traut es sich zu innerhalb von 30 Sekunden kurz und bündig Fragen von Journalisten ohne zu stottern in eine Kamera zu beantworten ? Jeder? Wenige ?
Aber es wird noch schwieriger. Sie haben ein Thema, eine Überschrift, dass die anderen Parteien nicht haben ? Wie z.B. die Grünen damals Atomkraft muss weg, oder Umweltschutz, oder Schill, Innere Sicherheit ?
Welches ? Hartz IV ? Belegt. Steuern runter ? Belegt.
Wenn Sie ein Thema gefunden haben, dass eine Mehrheit bewegen könnte, müssen dann alle “Marketing” Regeln angewendet werden. Also, polemisch, populistisch, provozierend, ja selbst Protest erzeugend. Aufmerksamkeit der Medien bewirken.
Nur, wer zündet schon Mülleimer an, oder Fahrzeuge, oder klettert von Türmen mit einem Plakat auf dem Rücken ?
Wie organisiert man also eine Bewegung wenn all dies nicht gegeben ist. Sicherlich nicht im Internet allein. Sie können noch so viele Seiten unterhalten, Aufmerksamkeit bekommen Sie dadurch im real Leben nicht.
Es ist also vollkommen egal, ob Verein, Bürgeriniatitive, oder Partei, verändern kann nur eine kraftvolle Organisation. Kraftvoll im Sinne von Kapitalkräftig, Menschenmenge und viele Führungskräfte in 16 Bundesländern.
Dies alles in Zeiten einer Krise, die von Führungskräften in ihrem eigenen beruflichem Umfeld genug abverlangt. In einer Krise, wo das Geld knapp ist. In einem politischen Umfeld wo mit abscheulichen Rufmorden jede politische Konkurrenz medial vernichtet wird.
Es ist also nicht damit getan, mal eben eine Partei oder einen Verein zu gründen mit 7 Hanseln. Das ist einfach albern.
Was bleibt ?








