"Die Linkspartei ruft offen zu „gesellschaftlichem Widerstand” auf: Die Menschen sollten ermutigt werden, „sich gegen Politik zur Wehr zu setzen, die ihren Interessen widerspricht – mit Demonstrationen, Bürgerbegehren und zivilem Ungehorsam, aber auch mit Mitteln politischer Streiks”. In Deutschland ist das bisher verboten, in anderen europäischen Länder wie Frankreich dagegen bereits erlaubt" http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/21/wahlprogramm-der-linkspartei/bild-de-zeigt-so-durchgeknallt-ist-das-programm-der-linken.html => wie die Bild Propaganda macht: wo in Deutschland sind Demonstrationen, Bürgerbegehren, ziviler Ungehorsam verboten? Bild wird sich entschuldigen: "unglücklich ausgedrückt".

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Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 3

Bisher erschienen:

Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 1

Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 2

______

Zusammenfassung Teil 1 und 2:

  • Arbeitslosenbashing verschlimmert sich
  • Arbeitslosigkeit, weil Qualifizierungsniveau, Antriebsniveau oder Arbeitsplatzangebot nicht ausreichen
  • Berufsfindung staatlich ohne Hilfe
  • Arbeitslosigkeit hat viele Ursachen, Ursachen, die auf den Arbeitnehmer, Arbeitgeber zurückgehen, Ursachen, die in systemischer Fehlkonstruktion ( Staat, Unternehmerverbände ) zu suchen sind.

Wir müssen, das ist Realität, das ist Fakt, feststellen, dass der Umbau des Arbeitsmarktes zu Niedriglohnarbeitsplätzen eine dramatische Langzeitwirkung  haben wird.

Schauen Sie doch in die Statistiken des Statischen Bundesamtes: dort ist ausgewiesen, wie sich die Niedriglohnarbeitsplätze rasant vermehren.

4. Die Veränderung der Unternehmerkultur/-strategie und Arbeitslosigkeit

Früher waren Arbeiter in Unternehmen das wichtigste “Gut”. Der Patriarch als Unternehmer sah seine Mitarbeiter als Lebensverpflichtung. Er identifizierte sich mit seinen Beschäftigten so weit, dass er alles daran setzte, seinen Mitarbeiterstamm zu halten und auszubauen! Wenn man diese Philosophie mit heute vergleicht: “Hire and Fire”, das amerikanische Prinzip, ist Standard geworden, verbrämt dadurch, dass behauptet wird, lieber einer weg, als dass man die gesamte Belegschaft aufs Spiel setzt! So wurden Mitarbeiter auch mit Hilfe der betriebswirtschaftlichen Fakultäten zu reinen Produktionsfaktoren. Den Menschen wurde Seele für Sache, Faktoren, ersetzt. Mit diesem verbalen Wandel ist auch ein mentaler Wandel eingekehrt: die Beschäftigten werden zur Dispositionsmasse, wie man leicht am Thema Leiharbeit und Niedriglohnarbeit sehen kann. Leiharbeit war einmal definiert worden als vorübergehende Beschäftigung im Falle der Abdeckung von Auftragsspitzen; Ziel war, dass Unternehmen nicht Mitarbeiter vorhalten mussten ( Überbeschäftigung ), wenn das Auftragsvolumen geringer wurde. Die Politik erhoffte sich damit eine ruhigere Beschäftigungslage. Lediglich ein Teil der Beschäftigten, so der Gedanke, ist zur Flexibilität an wandelnden Einsatzorten eingesetzt.

Thema Leiharbeit: Wir müssen schlichtweg feststellen, dass gebrochene Berufs- Lebensläufe Normalität geworden ist. Wer aber Normalität quasi als gottgegeben ansieht, der begibt sich in die Gefahr, nicht ändern zu wollen.

Thema Niedriglohnarbeit: Die heutige Wirtschaftsordnung bringt es mit sich, dass der Zwang zur laufenden Kostensenkung beinhaltet, dass Unternehmen die Personalkosten weitestgehend reduzieren müssen. Ein Teil ist durch Einsatz von Niedriglohnarbeit erfüllbar. Wird in einem Unternehmen diese Strategie gefahren, dann findet ein breiter Austausch statt: der Hochlöhner gegen den Niedriglöhner. Von seiten der Arbeitsinhalte ist ein solcher Prozess gerichtlich nie aufzuhalten. Im schlimmsten Falle kostet es eine Kündigung; für den Unternehmer ist im Extremfalle eine Kündigung oft “billiger” als das Schließen ganzer Standorte.

4.1 Leiharbeit und Niedriglohnjobs

Dieser christsoziale flachköpfige Märchenwald:

Sozial ist, was Arbeit schafft!

Mit diesem Unsinn kann man selbst Sklavenarbeit rechtfertigen! Der DGB schreibt auf der Basis der Daten der Hans-Böckler Stiftung:

Die Leiharbeit in der Metall- und Elektroindustrie hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. In der Metall- und Elektroindustrie gibt es rund 215.000 Leiharbeitnehmer, in der Gesamtwirtschaft sind es rund 730.000. Jüngste Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegen, dass gerade in der Metall- und Elektroindustrie Leiharbeit besonders stark genutzt wird. Im Jahr 2007 gab es gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 40.000 (plus 25 Prozent) Leiharbeitnehmern. In der Gesamtwirtschaft nahm die Leiharbeit um 22 Prozent zu. Im Durchschnitt kommen in der Metallbranche auf 100 Beschäftigte sechs Leiharbeitnehmer.

Die Hans-Böckler Stiftung schreibt in einer weiteren Analyse:

  • Anwachsen eines Sektors von Niedriglöhnen in Deutschland
  • die Tarifbindung der Beschäftigten in Deutschland zwischen 1995 und 2003 auf etwa 62 Prozent – und damit um 10 Prozent – zurückgegangen
  • Mehr und mehr Beschäftigte arbeiten im tariffreien Raum
  • Niedriglöhne existieren aber auch innerhalb der tariflichen Vergütungsstrukturen für bestimmte Berufsbilder und Branchen
  • Teilweise liegen hier die von den Gewerkschaften mit ausgehandelten Stundenlöhne weit unter dem geforderten Mindestlohnniveau
  • Viele Faktoren haben zu einem Anwachsen des Niedriglohnsektors geführt. Die Gründe reichen vom Strukturwandel mit weniger Industrie- und mehr Dienstleistungsbeschäftigten bis hin zur Privatisierung öffentlicher Dienste … mit den Hartz-Reformen die Zumutbarkeitskriterien für Arbeitslose verschärft … Sie können auch zur Annahme von Stellen verpflichtet werden, deren Entgelt bis zu 30 Prozent unter dem üblichen Tarifniveau liegt
  • geringfügige Beschäftigungsverhältnisse durch Mini-Jobs und Midi-Jobs ausgeweitet
  • Niedriglöhne beziehen 16 bis 24 Prozent der Beschäftigten
  • 60 Prozent der Beschäftigten mit Niedriglohneinkommen haben eine Berufsausbildung, 10 Prozent eine Fachhochschul- oder Hochschulausbildung
  • 13,7 Prozent der in Deutschland beschäftigten Frauen und 6,1 Prozent der männlichen Beschäftigten beziehen Armutslöhne (weniger als die Hälfte des Durchschnittslohns)

Und ein Henkelmann könnte dazu sagen: ‘wenn die Kündigungsschutzgesetze handhabbarer wären, dann würden die Unternehmen deutlich weniger Leiharbeiter einsetzen’.

Und was macht eine Regierung, die IHR alle gewählt habt: “Sozial ist, was Arbeit schafft”, verkündet die Mutter der Nation, die Inge Meisel der Neuzeit, von der hohen Kanzel. Einem Stück Schmierseife ist es weniger gleichgültig, welche Konsequenzen dieser Satz “Sozial ist, was Arbeit schafft” als der Inge Meisel der Neuzeit. Dieser Dame ist doch völlig gleichgültig, ob die Bürger am Existenzminimum  leben; dieser Dame ist doch völlig gleichgültig, ob die Bürger Probleme mit Altersarmut haben! Dieser Dame ist doch völlig gleichgültig, ob die Bürger tagtäglich mit einem Bein in der weiteren Arbeitslosigkeit stehen!

Und auch hier muss man wieder Ross und Reiter nennen: Wer hat jenen Leiharbeitern das eingebockt? Diese verdammte SPD, die dies der SPD ihr Leben lang nicht mehr vergessen können – ich schwöre es Ihnen Herren Steinmeier, Gabriel und so weiter. Da können die hohen Herren der SPD noch so gesundbeten: Die Schröder’schen “Reformen” haben Millionen Bürger ins Elend geführt.

Millionen Bürger sind betrogen worden, weil es an Ehrlichkeit und Klugheit in der Politik schon lange mangelt: niemand sagt, die Arbeitsplätze werden weniger, niemand sagt offen, dass die EU in ihrer Diktatur die Devise herausgegeben hat, dass die Volkswirtschaften zu Dienstleistungs- Volkswirtschaften umgebaut werden sollen. Dort, wo Industriekultur bestand, dort soll Dienstleistung entstehen! Einen schlimmeren Fehler kann man nicht machen!

Die Hans Böckler Stiftung schreibt: “Ende Juni 2008 gab es in Deutschland so viele Leiharbeiter wie nie zuvor: Gut 700.000 Menschen arbeiteten nach der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit bei Zeitarbeitsfirmen – 84 Prozent mehr als 2005″.

Der DGB schreibt “Leiharbeit in Deutschland Fünf Jahre nach der Deregulierung … Seit der Reform wächst die Leiharbeit in zweistelligen Prozentsätzen pro Jahr bis zum Beginn der Wirtschaftskrise. Gleich im ersten Jahr nach der Reform lag die Zuwachsrate bei über 20 %, obwohl die Konjunktur zu dieser Zeit noch am Boden lag. Der Höchststand wurde zunächst im Sommer 2008 erreicht. Zu dieser Zeit waren fast 800 000 Beschäftigte als Leiharbeiter tätig; das sind knapp 3 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Mit der aktuellen Krise ist der Boom zunächst beendet. Der DGB befürchtet aber, dass nach Ende der Beschäftigungskrise die Leiharbeit den bisherigen Höchststand schnell wieder erreicht und weiter zunimmt … Durch Ausweitung der Leiharbeit werden vor allem die Chancen spezifischer Beschäftigtengruppen auf eine reguläre dauerhafte Vollzeitbeschäftigung deutlich eingeschränkt. Es ist zu befürchten, dass der Arbeitsmarkt für Geringqualifzierte bald überwiegend von der Leiharbeit dominiert wird. Dies wird die dauerhafte Eingliederung von Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt weiter erschweren. Schon heute sind 40 % der „Hilfsarbeiter ohne Tätigkeitsangabe“ als Leiharbeiter beschäftigt. Gerade junge Menschen stehen zunehmend vor dem Problem, dass es einen regulären Arbeitsmarkt für sie nicht mehr gibt und sie vielfach mehrere Jahre in Leiharbeit oder anderen prekären Arbeitsformen tätig sein müssen.”

Analyse zu den Branchen der Geringverdiener nach Hans-Böckler Stiftung:

Deutschland wird brutal umgebaut: von einem Hochlohnland auf ein deutlich niedrigeres Lohnniveau. Von einem Vollbeschäftigungsland zu einem Arbeitslosenland! Das ist die wahre Veränderung unserer Politik, weil Globalisierung und die Unternehmensfreiheit die Taktgeber dieses Prozesses sind. Sollten Sie sagen ‘die Beschäftigten haben sich ihre Arbeitsplätze doch selber ausgesucht’, dann berücksichtigen Sie nicht, dass es keine Angebote in der Hochlohnindustrie ohne Leiharbeit gibt. Die von den Arbeitgebern dargestellten offenen Arbeitsstellen können genau so gut auch manipulierte Zahlen sein, weil eine hohe Anzahl prima ins politische Konzept ( Stimmung ) passt.

Leiharbeiter, das weiß man jetzt in der Krise, sind die ersten, die gefeuert werden! Leiharbeiter sind die freie Dispositionsmasse von Unternehmen, zum Niedriglohntarif. Und was machen Sie, die hohen Politiker, die Klügsten der Klugen, die wir ständig wählen, die jene in der Krise gefeuerten Leiharbeiter in Lohn und Brot bringen wollen? NICHTS! Schwätzen, Gelder kürzen. Die Bürger unwürdig darben lassen.

Und dann kommt ein Koch und sagt: Zwangsarbeit! Wer mit einigen Leuten “vom Land” spricht, der wird auch eine andere Sichtweise hören: ‘Warum soll der Staat nicht auch Leistungen verlangen können?’

Lesen Sie bitte hier:

Langzeitarbeitslose – Sklavenarbeit ohne reelle Chance

An der Stelle ein kleiner HALT:

Warum sollte der Staat nicht die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung gänzlich streichen ( es ist ja ohnehin keine Versicherung im eigentlichen Sinne ) und statt dessen mit denen, die dann staatlicherseits Gelder zum Leben beziehen, in einer Art “staatlicher Beschäftigungsgesellschaft” jene Arbeitslosen beschäftigen? Das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wird später eingehend behandelt. In dem Falle sind alle Seiten die Gewinner:

  • der abhängig Beschäftigte hätte einen höheren Nettolohn
  • der Unternehmer spart Kosten
  • der Staat könnte auf vielfältige Weise Arbeitslose beschäftigen
  • die Arbeitslosen könnten, würden sie das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” ernst nehmen, eine neue Identität und ein neues Selbstbewusstsein aufbauen.

Leiharbeit und Niedriglohnjobs und deren schnelle Arbeitslosigkeit müssen, im Falle des Aufbaus “staatlicher Beschäftigungsgesellschaften” nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten. Fragen Sie sich selber: bedeutet eine “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wirklich Zwangsarbeit? Zu erinnern sei, dass 90 Prozent der Arbeitslosen gern schnellstmöglichst eine neue Arbeit haben wollen!

4.2 Wandel der Unternehmerkultur/-strategie und Arbeitnehmer- Konsequenzen

4.2.1 Arbeitgeberstandorte

Während früher Unternehmen dort angesiedelt wurden, wo die besten Mitarbeiter zu finden waren, optimiert wurden Anforderungs- Qualifikationsprofil, Anforderungen der Arbeitsinhalte und Lohnhöhe, sind mit steigendem Automatisierungsgrad und externer Zulieferantenbeschaffung die Bedeutung der Standorte- Rahmenbedingungen gewachsen. Wie man an NOKIA sehen kann, wird mal eben ein neues Werk im Rumänien aufgebaut, weil dort die Rahmenbedingungen den betriebswirtschaftlichen Anforderungen eher entsprechen als in Deutschland. Vielfach wird bei solchen Ausgliederungen von den Unternehmen erwartet, dass die Mitarbeiter zum Teil den Umzug mitmachen.

Was die Politik, gemeint ist insbesondere das Familienministerium mit der Dauerpredigerin von der Leyen, Vorkämpferin für allgemeine Frauenarbeit, nicht bedenken ist, dass bei gleichzeitiger Beschäftigung von Mann und Frau im Falle eines Arbeitsplatzwechsels einer die Familienbande auseinander reißt. Unklar ist die Präferenz der CDU: Frauenarbeit oder intakte Familien. Bei der heutigen Unternehmerkultur ergibt sich ein Widerspruch, der viele Familien in einen nicht lösbaren Konflikt führt. Dieser Konflikt ist im Falle der Entscheidung für die Familie nur dadurch lösbar, dass Mann oder Frau arbeitslos werden!

Was ergibt sich daraus? Kopf in den Sand stecken? Nein:

An der Stelle ein kleiner HALT:

Warum sollten der Staat nicht die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung gänzlich streichen ( es ist ja ohnehin keine Versicherung im eigentlichen Sinne ) und statt dessen sollten die Städte/Landkreise mit denen, die dann staatlicherseits Gelder zum Leben beziehen, in einer Art “staatlicher Beschäftigungsgesellschaft” jene Arbeitslosen beschäftigen? Das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wird später eingehend behandelt. In dem Falle sind alle Seiten die Gewinner:

  • die Familien haben eine Zukunft
  • die Familien haben Existenzsicherheit und könnten “kinderfreundlicher” werden
  • der Unternehmer spart Kosten
  • die Städte/Landkreise könnten auf vielfältige Weise Arbeitslose beschäftigen
  • die Arbeitslosen könnten, würden sie das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” ernst nehmen, eine neue Identität und ein neues Selbstbewusstsein aufbauen.

Unternehmensverlagerungen und deren schnelle Arbeitslosigkeit müssen, im Falle des Aufbaus “staatlicher Beschäftigungsgesellschaften” nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten. Fragen Sie sich selber: bedeutet eine “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wirklich Zwangsarbeit? Zu erinnern sei, dass 90 Prozent der Arbeitslosen gern schnellstmöglichst eine neue Arbeit haben wollen!

4.2.2 Arbeitgeber- Strategieänderungen

Wir verschließen unseren Blick gegen die Realitäten der Wirtschaft. Gern lassen wir den Pawlow raus: die bösen Unternehmer! Deutlich muss man sagen, in diesem Wirtschaftssystem überleben Unternehmer über Preis und Qualität. Punkt! Dass hier diese die Rahmenbedingungen bestimmen, sollte doch nicht wirklich wundern! Man stelle sich nur einmal vor, ein Unternehmer aus einem Schwellenstaat, beispielsweise Indien, würde ein Konkurrenzprodukt auf dem Weltmarkt anbieten, dann aber zu den Standort- Rahmenbedingungen von Indien. Die Reaktion des Deutschen Unternehmers wäre eindeutig: Kosten senken, auf Teufel komm raus! Klappt das nicht, dann kann ein Unternehmen sich von einer Sparte verabschieden; das Schließen ganzer Standorte wäre die Folge:

Und wie werden Kosten gesenkt?

  • Durch Verbesserungen der Fertigungstiefe ( geringere Eigenfertigung )
  • durch Splitten der Branchenlöhne ( Fremdvergaben von Serviceleistungen )
  • durch Optimierung der Abläufe
  • durch höhere Mechanisierung.

Und was heißt das bezüglich der Beschäftigung? Reduzierung der Mitarbeiter! Arbeitslosigkeit! Und dann waren Sie 20, 30 Jahre in dem Unternehmen und werden keinen neuen Arbeitsplatz finden, Sie sind zu alt ( Sie kosten zu viel )! Und hinter Ihnen steht Ihre Familie, die Anforderungen hat

  • an Sie als Vater/Mutter
  • an Sie als Einkommensträger.

Und Sie können aufgrund der Arbeitgeber- Strategieänderungen diese Funktionen nicht mehr erfüllen: Ihr Lebensplan ist dahin! Unschuldig arbeitslos geworden ( beide Seiten sind die Getriebenen des definierten Systems ) und jeder muss einen eigenen Weg gehen!

Dass sich darüber SPD und CDU keine Gedanken machen, ist doch klar. Eine Anpassung würde brutale Änderungen hervorrufen!

Aber Sie kennen es bereits: An der Stelle ein kleiner HALT:

Warum sollten der Staat nicht die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung gänzlich streichen ( es ist ja ohnehin keine Versicherung im eigentlichen Sinne ) und statt dessensollten die Städte/Landkreise mit denen, die dann staatlicherseits Gelder zum Leben beziehen, in einer Art “staatlicher Beschäftigungsgesellschaft” jene Arbeitslosen beschäftigen? Das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wird später eingehend behandelt. In dem Falle sind alle Seiten die Gewinner:

  • die Familien haben eine Zukunft
  • die Familien haben Existenzsicherheit und könnten “kinderfreundlicher” werden
  • Unternehmer können von der Gesellschaft voll akzeptiert IHRE Strategie fahren
  • der Unternehmer spart Kosten
  • die Städte/Landkreise könnten auf vielfältige Weise Arbeitslose beschäftigen
  • die Arbeitslosen könnten, würden sie das Modell “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” ernst nehmen, eine neue Identität und ein neues Selbstbewusstsein aufbauen.

Unternehmens- Strategieänderungen und deren schnelle Arbeitslosigkeit müssen, im Falle des Aufbaus “staatlicher Beschäftigungsgesellschaften” nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten. Fragen Sie sich selber: bedeutet eine “staatliche Beschäftigungsgesellschaft” wirklich Zwangsarbeit? Zu erinnern sei, dass 90 Prozent der Arbeitslosen gern schnellstmöglichst eine neue Arbeit haben wollen!

( Fortsetzung )

10 Reaktionen zu “Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 3”

  1. zdago

    @Arbeitszwang für Arbeitslose
    je nach Gebiet nannte man es früher Sklaverei oder Leibeigenschaft – heute heißt es Hartz IV.

    Auf jeden Fall bedeutet es in der Praxis, daß die Opfer noch Geld zu ihrer Arbeit mitbringen müssen – egal ob Aufstocker oder Ein-Euro-Jobber – oder wie immer es sonst heißt, immer zahlen die Sklaven in Form der Steuerzahler, während die Sklavenhalter den Gewinn einstecken.
    Und der Vorteil zu den früheren Formen liegt darin, daß die Sklaven nicht einmal mehr bewacht und in Ketten gehalten werden müssen, weil sie entweder nicht einmal begreifen, was mit ihnen geschieht oder so hoffnungslos und geistig tot sind, daß sie sich nicht mehr wehren.
    Na gut – die harmlose Variante ist bekannt als Stockholm-Syndrom – aber das macht es nicht besser!
    mfg zdago

  2. zdago

    Übrigens geht der Anspruch noch weiter:
    ein gewisser steueralimenter Volkswirtschaftsprofessor Peter Oberender von der Universität Bayreuth hat schon seine Verbesserung dergestalt lanciert, daß er den Hartz-IV-Opfern den Verkauf ihrer Organe ans Herz legen möchte, um ihr Leben finanziell zeitweilig zu sichern. jedenfalls so lange, wie sie noch verkäufliche Organe haben.
    Na ja – seine Formulierung lautete: “muss die Möglichkeit zum geregelten Verkauf von Organen haben” – und es ist meine Vermutung, daß damit die Organe von Professor Oberender und seiner Familie gemeint waren.
    mfg zdago

  3. Udo Herrmann

    @zdago

    Menschen gibt es nicht in der Ökonomie nur Humankapital das Verwertet wird.Ergo ist es doch Logisch das dieses Humankapital schlussendlich auch Verwertet wird. Kapitalismus ist nun mal Kanibalismus in Moderner Form – ganz so wie die Bankbesitzer es sich wünschen.

  4. John Atkins

    @Alle

    Überschrift : Kann das Kind nicht einmal beim Namen genannt werden?

    - Der Arbeitslose ist faul
    - Der Hartz4-Empfänger ist dumm und faul
    - Der Steuerzahler ist ein Betrüger
    - Der Blogger ist ein Wahrheitsverdreher
    - Der Kapitalist ist ein Ausbeuter

    Lassen wir mal Punkt 1 bis 4 außen vor, die sind Unsinn.
    Punkt 5 ist die alleinige Wahrheit. So erscheint es mir, wenn ich in Foren über die “Ausbeuter” lese.

    Wer sind denn die Ausbeuter? Oder erstmal, was und wen beuten sie aus?
    Ausgebeutet werden in erster Linie also Mitarbeiter in Unternehmen. Die Kernaussage in allen Foren ist, daß Arbeitnehmer grundsätzlich für einen Hungerlohn arbeiten und zu Hause dahin vegetieren.
    Eine weitere Kernaussage ist, daß festangestellte Arbeitnehmer in Leiharbeiter umgewandelt werden.
    Eine dritte Kernaussage ist, daß – Egon Kreutzer ist da ein Vorreiter – jede Woche tausende Arbeitsplätze abgebaut werden. Nach seinen Angaben sind vom 02.12.2002 bis 05.10.2009 5.712.282 Arbeitsplätze abgebaut worden. Quelle http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/12700cFrame-SetAlmanach.html
    Nach der daraus resultierenden Berechnung ist logischerweise im Jahre 2053 Schluß. Denn dann macht der letzte Arbeitnehmer das Licht aus. Circa 35.000.000 Arbeitnehmer geteilt durch 800.000 Arbeitsplatzverluste pro Jahr ergibt ungefähr 43 Jahre ± X Jahre. (Wo steht etwas über die Schaffung von Arbeitsplätzen?)

    Eine klassische Kernaussage ist auch die, daß Arbeitnehmer immer weniger verdienen. Ich kenne die Selbständigkeit seit 25 Jahren und hey, da gab es noch keinen Mitarbeiter, dem gesagt wurde : Ab morgen bekommst Du EUR 1,– weniger pro Stunde. Sicherlich – und da stehe ich zu – gab es Verlust des Weihnachtsgeldes. Nur muß man das und auch ein sogenanntes 13. Gehalt erstmal verdienen. Arbeitnehmer sind in der Regel mindestens 8 Wochen pro Jahr nicht am Arbeitsplatz wegen Urlaub, Feiertagen und Krankheit, das heißt, von 12 möglichen Monaten arbeiten sie nur 10 Monate, bekommen aber 12 Monate bezahlt. Schon mal darüber nachgedacht ???
    Ach so, Feiertage, Pfingstmontag ist so ein wunderschönes Beispiel. Wer von Euch Arbeitnehmern nutzt diesen Feiertag, wofür es ihn gibt. Besser noch, wer kennt die Bedeutung dieses Feiertages? Häh? Aber bezahlt bekommt ihr ihn. Von mir. Natürlich nicht von mir. Ich kalkuliere ihn in den von uns gefertigten Produkten mit ein. Letztendlich bezahlt ihr ihn irgendwann beim Autokauf oder beim Kauf einer Zeitung oder bei der Reparatur eurer Heizung selber anteilig.
    Aber sind denn wir Kapitalistenschweine wirklich die Verursacher? Ich beziehe mich hier bewußt ein, denn auch ich bin ein Rädchen im Kapitalistengetriebe. Die Nettodurchschnittseinkommen sind heute diegleichen wie vor 20 Jahren. Das bedeutet aber doch nicht, daß ich seit 20 Jahren keine Lohnerhöhung gebe, sondern daß andere Kosten seit 20 Jahren unverhältnismäßig steigen.
    Einmal die Kfz-Preise. Ein VW Golf kostet heute minimal EUR 16.000,–. Wer von euch hätte vor 20 Jahren DM 31.293,28 für einen Golf ausgegeben??? Keiner. Richtig.
    Warum kostet heute eine Mietwohnung warm 3Z-KDB in einer normalen Wohngegend EUR 700,– aufwärts? Warum ist mein Einkaufswagen, wenn ich heute für EUR 50,– einkaufe ein Drittel gefüllt, wenn ich im Jahr 2000 für DM 100,– den Wagen bis an den Rand füllen konnte?
    Ich behaupte, daß alles bis auf Milch, Butter und Telekommunikation ungleich teurer geworden ist. Ungleich heißt, daß die Lohnsteigerung deutlich hinterhinkt.

    Aber hey, ich Kapitalistenschwein kann nicht im gleichen Maße die Lohnzahlung erhöhen wie die Preise für Strom, Gas und Wasser steigen. Geht nicht. Die Preise bekomme ich am Markt nicht durchgedrückt. Es gibt immer einen, der billiger fertigt. (Kurzfassung von John Ruskin, mal selber suchen)

    Die Stromerzeuger und -großhändler. (Privatisiert?)
    Die Gaserzeuger und -großhändler. (Privatisiert?)
    Die Müllabfuhr. (Privatisiert?)
    Der ÖPNV.
    Die Mehrwertsteuererhöher.
    Die Bankster? (Wer von euch hat einen Dispo? Wieviel Zinsen zahlt ihr heute? Wieviele Zinsen zahltet ihr vor 10 Jahren? Was kostet heute ein Kredit? Wie hoch waren die Kosten vor 10 Jahren?)
    Die Automobilhersteller.

    Nennt doch bitte alle mal beim Namen, von mir aus mit Anschrift. Wer ist ein Ausbeuter? Wer hat unverhältnismäßig die Preise erhöht? Und wenn, warum?
    Ich sehe da draußen tausende Golf VI herumfahren – gut für mich:-) – nur, sind die bezahlt? Von wem? Bei dem Preis?

    Oder sind in den Foren, in denen ich immer das Gejammere lese, nur die Ausgebeuteten unterwegs? Wie Bernd Müller einmal trefflich schrieb sind es 4% der Bevölkerung. Oder wie Herr von der Marwitz schrieb, BE-völkerung. Sind es 4% vom Volk oder von der Bevölkerung?

    Fragen über Fragen, die alle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht beantwortet werden!
    Warum? (Dies ist eine rhetorische Frage, ich beantworte sie mir deshalb selber)
    Weil IHR ALLE zu faul oder zu dumm oder zu zufrieden oder alles gleichzeitig seid, um Euch zu widersetzen. Euch geht es offenkundig zu gut. Bernd Müller wünschte Euch beinahe hunderte Roland Kochs. Ihr Schlafschafe würdet trotzdem weiter geschoren.

    Dumm daran ist, daß ich auch ein Schlafschaf bin. Herr Müller hat hier ein Forum. Mit der Bitte um Eintragung von Lösungsansätzen. IHR habt ALLE Zeit hier zu kommentieren und zu labern und zu jammern, aber offensichtlich keine Zeit mal anständige Lösungsansätze zu bringen.

    In ALLEN Foren wird nur gemeckert über das Gemerkel, das Geschröder, das Verkohlen, das Westerwellen. Aber nirgendwo ein klitzekleiner Ansatz diesen Politpöbel abzuschaffen. Ich halte jede Wette, das Rüttgers im Mai in NRW im Amt bleiben wird. Weil, der ist ja gut…

    AUFWACHEN. Danke für die Aufmerksamtkeit über mein Gemecker.

  5. Bernd Mueller

    @4 Zu Anfang:

    “Überschrift : Kann das Kind nicht einmal beim Namen genannt werden?

    - Der Arbeitslose ist faul
    – Der Hartz4-Empfänger ist dumm und faul
    – Der Steuerzahler ist ein Betrüger
    – Der Blogger ist ein Wahrheitsverdreher
    – Der Kapitalist ist ein Ausbeuter”

    Wo finde ich das? Auf welche Quelle nehmen Sie Bezug?

  6. John Atkins

    @5
    Bild, Spiegel, Stern, Anne Will usw.
    Halt die Qualitätsmedien

    “Der Kapitalist ist ein Ausbeuter” steht einen Kommentar weiter oben nur in anderen Worten

    Fauler Arbeitsloser sagt doch Herr Beck

    Herr Sarazin hat auch seine Meinung zu Hartz4-Empfängern.

    Es würde wirklich den Rahmen sprengen, alle Quellen zu nennen, Sie kennen sie selber.

    Anmerkung : Die aufgezählten Punkte spiegeln nicht meine Meinung, sie sind gelesene und aufgeschnappte Entgleisungen.

  7. Bernd Mueller

    Ok, ich verstehe. Dieser Teil Ihres Kommentars bezog sich nicht auf einen Beitrag oder Kommentar in DD; anders hätte ich es eigentlich nicht verstehen können, aber Ihr Hinweis diente für mich der Klarstellung.

    Der Kapitalist ist ein Ausbeuter … ist die alleinige Wahrheit

    Ich bedauere zutiefst, manchmal kann ich bei Ihnen zwischen Ironie und ernsthaften Beitrag nicht unterscheiden. Alleinige Wahrheit – damit fangen bei mir die Schwierigkeiten an. Gut, wer schwarz und weiß so trennen kann.

    Ausgebeutet werden in erster Linie also Mitarbeiter in Unternehmen. Die Kernaussage in allen Foren ist, daß Arbeitnehmer grundsätzlich für einen Hungerlohn arbeiten und zu Hause dahin vegetieren.
    Eine weitere Kernaussage ist, daß festangestellte Arbeitnehmer in Leiharbeiter umgewandelt werden.

    Die Tatsachen, die durch Untersuchungen und Statistiken belegt werden, wird man nicht leugnen können. Zum Beispiel die deutliche Zunahme der Leiharbeit. Will diese irgend jemand leugnen? Will irgend jemand leugnen, dass Untersuchungen zeigen, dass Leiharbeiter im gesamten Durchschnitt ca. 30 Prozent weniger Löhne erhalten? Will irgend jemand leugnen, dass sich die Bürger bei geringerem Einkommen ( und steigenden Preisen und Abgaben ) jeden Cent mehrfach umdrehen müssen?

    Die Nettodurchschnittseinkommen sind heute diegleichen wie vor 20 Jahren. Das bedeutet aber doch nicht, daß ich seit 20 Jahren keine Lohnerhöhung gebe, sondern daß andere Kosten seit 20 Jahren unverhältnismäßig steigen.

    Grundtendenz völlig richtig! Leider machen Sie einen kleinen Fehler: bezogen auf den Durchschnitt, “Nettodurchschnittseinkommen” ist die Aussage sicherlich richtig. Wir wissen aber, dass in den höheren Einkommensregionen deutlich höhere Zuwächse entstanden sind. Wie geht die Rechnung dennoch auf? Indem der Mittelstand fast völlig abgeschmolzen ist, indem im unteren Mittelstand deutliche Einkommens- Einbußen entstanden sind.

    Ich behaupte, daß alles bis auf Milch, Butter und Telekommunikation ungleich teurer geworden ist. Ungleich heißt, daß die Lohnsteigerung deutlich hinterhinkt.

    Googeln Sie mal nach Professor Brachinger. Der spricht von Preissteigerungsraten um 8 Prozent, wurde aber nach den ersten deutlichen Auftritten in der Öffentlichkeit starkt zurückgepfiffen. Leider. Ich kann mich an eine tolle Serie vom Dampfplauderer und Schwiegersohn der Nation, G. Jauch, erinnern, der im STERN-TV in einer Serien nachweisen wollte, dass Preissteigerungen alles Einbildungen sind; Sendung ist lange zurück.

    Die Preise bekomme ich am Markt nicht durchgedrückt. Es gibt immer einen, der billiger fertigt.

    Wäre das nicht einmal ein Grund, über das real existierende Wirtschaftssystem nachzudenken und eine Alternative zu schaffen? Könnte es sein, dass das Konkurrenzprinzip zum eigenen Tod führt?

    Ich sehe da draußen tausende Golf VI herumfahren – gut für mich:-) – nur, sind die bezahlt?

    Ich kenne Leute, die sagen: Käufe auf Kredit gehören verboten!

    AUFWACHEN. Danke für die Aufmerksamtkeit über mein Gemecker.

    Sie schreien voller Verzeifelung, dass das Schiff Deutschland GmbH mit voller Fahrt bald auf einen Eisberg trifft. Man überlege sich: die Wände unseres Schiffes werden immer dünner – dünnhäutiger ( wie die Passagiere ). Und dann gibt es Gurus, die über den kalifornischen Strand tingelingeling laufen: ‘werdet alle glücklich’.

    Wir alle suchen nach Lösungen, viele haben keine Lösung formuliert, sie wissen nur: es geht so nicht weiter. Aber eines, Herr Atkins, das verspreche ich Ihnen: es gibt genügend unter denen, die über so einen Versuch “Staatliche Beschäftigungsgesellschaft” herfallen werden! Im Zerreißen sind wir Weltmeister. Im Gestalten oder Mitwirken absolute Nullen. Das ist der Grund, warum das Schiff Deutschland GmbH mit voller Fahrt bald auf einen Eisberg trifft.

    Ich muss noch eines anschließen: ist es nicht genau so, wie oben in den Funktionsschaubild “Globalisierung” dargestellt ist, wobei Globalisierung bereits auf dem eigenen Markte anfängt.

  8. John Atkins

    @7

    Ich werde mich bemühen meine Ironie demnächst kenntlicher zu machen:-)

    Die Leiharbeiter nehmen zu:
    “Die Tatsachen, die durch Untersuchungen und Statistiken belegt werden, wird man nicht leugnen können. Zum Beispiel die deutliche Zunahme der Leiharbeit. Will diese irgend jemand leugnen? Will irgend jemand leugnen, dass Untersuchungen zeigen, dass Leiharbeiter im gesamten Durchschnitt ca. 30 Prozent weniger Löhne erhalten? Will irgend jemand leugnen, dass sich die Bürger bei geringerem Einkommen ( und steigenden Preisen und Abgaben ) jeden Cent mehrfach umdrehen müssen?”

    Meine Frage ist: Wo werden Leiharbeiter vermehrt eingesetzt?
    Das sind die Unternehmen, die auch genannt werden müssen.
    Aber, ein großes ABER, wenn man die Unternehmen neusprech “basht”, löst man damit nicht das Problem der Leiharbeit.
    Bei mir rufen alle Nase lang Sklavenvermittlungsfirmen an wie z.B. PersonaService u.ä., die mir Leiharbeiter andrehen wollen. Erstens haben die keine Leiharbeiter mit der Qualifikation wie ich sie benötige, denn diese Leute stehen in Lohn und Brot, und zweitens kommt mir prinzipiell kein Leiharbeiter ins Haus.

    Die Frage, die man sich stellen muß ist folgende: Ein Leiharbeiter kostet (so wurde mir angeboten) EUR 24,–/ Stunde. Darin enthalten sind alle Kosten für mich und keine weiteren Verpflichtungen. Der Vorteil der Nicht-Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Kündigungsschutz usw. sind auf Unternehmerseite.
    Wieviel erhält der Leiharbeiter an Stundenlohn? Wieviel erhält die Sklavenvermittlungsfirma?
    Wieviel besser steht sich der Staat bei einem Leiharbeiter gegenüber einem Festangestelltem? Wobei, Leiharbeiter sind doch fest angestellt bei der Sklavenvermittlungsfirma, oder nicht? Welches besondere Kündigungsgesetz haben die Sklavenvermittlungsfirmen?
    Würde sich der Staat bei einem Festangestellten bezüglich höherer Einnahmen bei Sozialkassen und Finanzamt nicht besser stehen? Ich weiß es ehrlich nicht.

    Die Lösung wäre für mich jedenfalls simpel. Die Sklavenvermittlungsfirma oder die Firma, die einen Leiharbeiter einstellt müßten einen solch hohen Aufschlag zahlen (Leiharbeitervermittlungsbonuseinstellungssicherstellungssteuer), der gewährleistet, daß auf keiner Seite ein finanzieller Vorteil vorhanden wäre. Dann bliebe einzig der Vorteil der zwanglosen Kündigung des Leiharbeiters (Aufhebung des Mietvertrages) beim Unternehmen und damit wieder im Bereich dessen, was in Dänemark Usus ist.

    Kein Kündigungsschutz, 3 Monate Arbeitslosengeld in Höhe von 90% der letzten Bezüge und fast Vollbeschäftigung. Was machen die Dänen anders als wir?

  9. Bernd Mueller

    Nur mal eben eine kleine Spitze, die aus dem Nachrichtenwald herausblickt!

    “Das sind die Unternehmen, die auch genannt werden müssen.”

    http://meta.tagesschau.de/id/32134/airbus-streicht-bis-zu-1000-leiharbeiter-jobs

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3146760/Schon-bis-zu-120-000-Leiharbeiter-entlassen.html

    http://alexander-baumbach.de/2010/01/massenentlassung-von-leiharbeitern-in-kieler-druckzentrum/

    http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/leiharbeiter-als-konjunkturpuffer–9076192.html

    http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/aktuell/2009/12/12/7000-leiharbeiter/verlieren-ihre-jobs.html

    http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-leiharbeiter-wirtschaftskrise-ID1226662421393.xml

    http://www.zeit.de/online/2008/44/vw-leiharbeiter?page=all

    http://www.it-times.de/news/nachricht/datum/2009/10/14/qimonda-portugal-entlassung-von-leiharbeitern-im-grossen-stil/

    http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/nokia/080119.jhtml

    http://www.mlpd-ulm.de/entlassung-von-leiharbeitern-nach-iveco-jetzt-bosch-rexroth.-30-stunden-woche-bei-vollem-lohnausgleich-ist-die-richtige-antwort

    http://www.shortnews.de/start.cfm?id=738242

    Wieviel erhält der Leiharbeiter an Stundenlohn? Wieviel erhält die Sklavenvermittlungsfirma?

    Das wären eigene Untersuchungen!

  10. Peter-Alexander von der Marwitz

    @ John Atkins
    @ Bernd Müller

    zunächst einmal, Unternehmer ist ein pauschaler Begriff für alle die etwas “unternehmen” um eigenständig Einkommen zu haben. Unternehmer ist nicht ein Angestellter Vorstandsvorsitzender, der führt nur ein Unternehmen.

    Wenn also Konzerne, geführt von Angestellten, also Arbeitnehmer ausbeuten, beuten Arbeitnehmer Arbeitnehmer aus, nicht mehr und nicht weniger. Warum Arbeitnehmer dies tun, ist dann eine andere Frage.

    Bleiben wir zunächst beim wirklichen Unternehmer. Abgesehen von seinem Können, Wissen, setzt er sein Vermögen ein, sein Geld und versucht dies zu mehren. Er riskiert den Totalverlust ebenso, wie eine mögliche Vermehrung. Bei der Vermehrung ist der erste Profiteur, der Staat, er kassiert vom Gewinn seinen Anteil.

    Arbeitnehmer wollen möglichst bequem, regelmäßig, garantiert pünktlich, einen ordentlichen Lohn bezahlt bekommen, um sich so viele Konsumwünsche als möglich zu erfüllen. Ein Arbeitnehmer setzt also sein Können dafür ein um zu konsumieren, ein Arbeitgeber um sein Vermögen zu erhalten oder zu mehren.

    Sie merken, ein Arbeitnehmer schafft sich eigenständig kein Vermögen, sondern mehr noch, gibt Geld aus, was er noch verdienen muß ( Kredite).

    Arbeitnehmer werden nun oft als Zeitarbeiter eingesetzt. Warum wird dies getan, warum konnte es zu diesem Unsinn kommen. Ich sage :

    1. Arbeitgeber waren es leid, blau Macher nicht entlassen zu können.
    2. Arbeitgeber wollten flexibel leistungsfähig sein.
    3. Arbeitgeber wollten Lohnfortzahlungsregeln möglichst umgehen.

    Aber:

    Auch die BE-völkerung (zur Erinnerung so benenne ich gern Ausländer)  reagierte schnell und listig. So wurden schnell Subunternehmungen gegründet. Die, wie die Zeitarbeitsunternehmen am Markt ein Stück Unternehmerprofit erhaschen wollten.

    Faktisch sind diese “Unternehmer” keine Unternehmer, sondern lediglich “Beschäftigungsunternehmen”. Kein Einsatz von Kapital für Werkstoffe, sondern lediglich Lohnkosten waren zu entrichten.

    Nun passierten oft folgende Dinge :

    Auftraggeber bezahlten die Zeitarbeitsfirmen oder Subunternehmer nicht. (Konkurs des Auftraggebers, schlechte Arbeit, was auch immer). Die Sozialkassen verloren Milliarden durch dieses System an nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen, Summen die Auftraggeber eingespart haben. Arbeitnehmer verloren Milliarden an Lohn, wenn auch ein Teil in Konkursausfallgeld entrichtet wurde.

    Aber, Arbeitnehmer nutzten auch das Krankenkassensystem, um im Falle von Entlassung, oder schleppender Lohnzahlung, einfach krank zu sein. Sicher ist sicher, oft das Motto.

    Auftraggeber und dort meistens Arbeitnehmer, führten also im weitesten Sinn einen wirtschaftskrieg mit Unternehmern, diese wiederum verloren oft den Krieg und Opfer waren Arbeitnehmer.

    Zeitarbeitsunternehmen werden regelmäßig nicht bezahlt von den Auftraggebern. Woher kommen dann die Gelder für Löhne. Man kalkulierte einen gewissen Satz, “Ausfall” ein und um am Markt weiterhin exestieren zu können, drückte man die Lohnkosten, eigentlich nur im Überlebenskampf.

    Dieses Land hat also systematisch zugelassen, das Arbeitnehmer sich unverantwortlich einem Konsumrausch hingegeben haben, unverantwortlich auf zukünftige Einnahmen hoffend ( Kredite sind nur dies) einen Lebensstandard aufgebaut haben, alles faktisch nur auf Glauben, glauben es funktioniert.

    Dieses Land hat sich in eine Mentalität angeeignet, billig ist gut. Rabatte, Nachlässe, Günstig, Gkurz..Geiz ist geil. Das dies letztlich zu weniger Einkommen führt, eine logische Sache, wird nicht hingenommen, da, man meint, es muß billig sein, sonst kann ich es nicht kaufen. Keiner fragt sich, muß ich das denn auf Kredit kaufen, oder erst später, oder, braucht man das alles wirklich.

    Und noch eines..Ärzte, die heute jammern, sie verdienen zu wenig, was so seien kann, haben letztlich mit Schuld am Desaster. Warum schreibt man die Arbeitnehmer mal eben krank ohne über die Folgen für die Gesellschaft zu bedenken.

    Arbeitnehmer in den Vorstandsetagen haben nur um ihren Arbeitsplatz zu erhalten andere Arbeitnehmer zu dem gemacht was sie heute sind.

    Unternehmer haben meist unter diesen aufgestiegenen mächtigen Angestellten gelitten.

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