"Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) … "Im übrigen sehen wir nicht, dass es einen signifikanten Anstieg befristet Beschäftigter gibt" … Nach IAB-Angaben vom Dienstag stieg der Anteil der befristeten Einstellungen von 32 Prozent im Jahr 2001 auf 47 Prozent im ersten Halbjahr 2009. In Ostdeutschland lag der Anteil an allen Neueinstellungen in der ersten Jahreshälfte 2009 sogar bei 53 Prozent, im Westen bei 45 Prozent" -> http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,8054742,00.html => Kann man so blind sein, Frau vdL?

Deutschland Debatte - tiefgründig - informativ - partizipativ
wir fragen heute für morgen
Staatsschulden pro Kopf in Deutschland


Hier erhalten Sie einen Überblick über die tägliche Nachrichtenlage! Klicken Sie hier!
Was interessiert Leser - Umfrage - klicken Sie hier!

Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 1

“Wer sich dann nicht um Arbeit bemüht oder angebotene Jobs ablehnt, nun gut, der muss dann eben – wie es eigentlich jetzt schon die Regelung ist – mit sehr, sehr wenig Geld auskommen”, das meint der Berater der Bundesregierung Franz und fordert ein Absenken der Bezüge für Langzeitarbeitslose von 359 Euro auf 251 Euro: “Wer Arbeitslosengeld II bezieht, gering qualifiziert ist und Kinder hat, steht einschließlich der Zuschläge häufig finanziell besser da als der Nachbar mit schlecht bezahlter Vollzeitstelle”.

Damit rundet sich immer mehr die Zukunft ab:

Koch verlangt Arbeitspflicht für Arbeitslose – Steht Herr Koch noch auf den Boden des GG?

Koch verlangt Arbeitspflicht für Arbeitslose II. Teil

Das Mindestlohn- Drama in Deutschland

Wer Arbeit für alle fordert, muss Arbeit für alle fördern und notfalls finanzieren

Sybilla schrieb zum Koch Vorschlag der Arbeitspflicht: “Ich nehme den “Vorschlag” von Herrn Koch in brennender Sorge und wachsenden Befremden zur Kenntnis.” Und nun setzt einer der Chefberater eins obendrauf: “Arbeitszwang”!

Empörung ist von der Seite derer, die betroffen wären, gesichert. Klammheimlicher Beifall ist von der Seite derer, die Sorge um die Staatsfinanzen haben, die Sorge um die Arbeitsmoral haben, gesichert. In der vergangenen Woche konnte man zur Entrüstung eines breiten Fernsehpublikums “Arno Dübel Deutschlands frechster Arbeitsloser 04.02.2010 Live Bei Kerner“, “Dr. Heiner Geißler gegen Buschkowski über HartzIV- eine unendliche Geschichte” erleben.

Filmausschnitt: Markus Lanz über Arbeit, Arbeitslose

Die Internetseite “Gesellschaft ist kein Trost” spricht von einer Hetzjagd.

Ist es wirklich Hetzjagd, was hier gegen die Arbeitslosen betrieben wird?

Werden wir uns doch einmal klar: da setzt man in die Fernsehstudios besonders ausgesuchte Arbeitslose, die von ihrer Körpersprache total ablehnend sind, die in ihrem Gesichtsausdruck das bekannte LMA- Sigel tragen, die eine Udo Lindenberg- Stimme haben, die dann überaus motzig verlauten lässt: “Ik je nich arbeten!” ( ich gehe nicht arbeiten ). Was eigentlich fehlt, wäre die mindestens ebenso berühmte Pulle vor dem Arbeitslosen, der dann beim Studiopublikum auch noch eine Zigarette schnorrt, die er dann sich genüsslich zurücklehnend pafft.

So, werte Leser, ist praktizierter Gossenjournalismus, bestens vorgeführt vom Staatsfernsehen! Es geht nicht um Sachaufklärung, es geht um billigsten BILD- Journalismus, angetrieben von den Privatfernsehgesellschaften.

1. Lieferant und Kunde – am Beispiel gering Qualifizierter

Machen Sie mit mir einmal einen gedanklichen Ausflug: nehmen wir an, es geht um ein Geschäft, in dem Sie eine Leistung beziehen können. Nehmen wir an, das Geschäft heißt Deutschland GmbH & Co. KG. Ein ehrliches Geschäft Deutschland GmbH & Co. KG wird dafür sorgen, dass es eine Ware zur Verfügung stellt, die dem Kunden angemessen ist, die auf den Kunden zugeschnitten ist, würde dieses Geschäft Deutschland GmbH & Co. KG eine nicht ansprechende Ware anbieten, dann könnte der Kunde ja auch sich dem nächsten Geschäft zuwenden oder in Kaufverweigerung treten.

Was heißt das übersetzt? Wir haben in Deutschland gering qualifizierte Bürger:

  • Bürger, deren intellektuelles Potential für ein dem heutigen Markt entsprechendes Qualifizierungsniveau nicht ausreicht – das ist Fakt,
  • Bürger, deren mentales Antriebspotential für ein dem heutigen Markt entsprechendes Antriebssniveau nicht ausreicht – das ist Fakt.

Wir haben zudem einen Arbeitsmarkt, der durch folgendes gekennzeichnet ist:

  • einfache Arbeiten werden laufend mehr aus Billiglohnländern eingekauft, Arbeitsplätze für gering Qualifizierte ( früher: “Hilfsarbeiter” ) entfallen zunehmend,
  • der Kostendruck auf dem Weltmarkt führt zu einer kontinuierlichen Rationalisierung, bei der zunächst die Arbeitsaufgaben entfallen, die geringe Anforderungen erfüllen, leicht mechanisierbar nicht zu komplex sind, entfallen; in der Industrie geht man davon aus, dass sich eine Rationalisierungsinvestition in der Größenordnung um 3 bis 4 Jahre amortisiert ( Gewinn abwerfen ) haben muss,
  • die Preis-Einkommens- Schere schwingt immer weiter auseinander; wir sind nicht weit von einer Resonanzkatastrophe entfernt, das bedeutet, das Auseinanderdriften von Preisen und Einkommen führt zwangsläufig dazu, dass, um überhaupt Waren zu verkaufsfähigen Preisen verkaufen zu können, die Löhne sinken müssen. Mit sinkenden Löhnen bei höheren Qualifikationen entsteht genau dort ein noch größeres Überangebot: Menschen, die wenig ausgebildet sind, treffen auf Menschen, die besser ausgebildet sind – bei gleichem Lohnniveau.

Wir müssen, das ist Realität, das ist Fakt, feststellen, dass der Arbeitsmarkt und der menschliche Angebotsmarkt auseinander laufen.

7 Reaktionen zu “Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 1”

  1. Peter-Alexander von der Marwitz

    Fakt ist, dass wir einfach realisieren müssen, dass einige nicht arbeiten wollen. Diese sind ausfindig zu machen und müssen minimalst versorgt werden.

     

  2. Grilleau

    @Peter-Alexander von der Marwitz ,

    lieber 7,7 Millionen ALG II Empfänger und 3,9 Millionen Arbeitslose zwangsverwalten und überwachen bevor wir einen faulen entkommen lassen, so ist es richtig………….. und überhaupt wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen gelle …..

    http://grilleau.blog.de/2010/02/06/stadttheater-7958210/

    Ohne Worte !

    Ps: ich kann nachvollziehen, wenn so mancher innerlich gekündigt hat, und sagt, unter diesen Bedingungen arbeite ich nicht mehr.

  3. Bernd Mueller

    @1: das steht bereits im Teil 2.

    Diese sind ausfindig zu machen und müssen minimalst versorgt werden.

    Das Problem ist komplizierter, als Sie darstellen. Warten Sie bitte auf Teil 3.

  4. rose

    Es ist ja nun auch so, das viele dieser Menschen sicher gerne Arbeit haben wollen. Da werden hunderte von Bewerbungen geschrieben und nichts klappt. Und ich spreche jetzt hier über Menschen, die einen haben eine Ausbildung, die anderen haben gar nichts, noch andere haben studiert. Aber der Markt gibt nichts her… Wir haben in unserem Blog Fälle von Arbeitslosen geschildert, die hunderte von Bewerbungen verschickt haben und es passiert nichts. Der
    Arbeitsmarkt ist ein selstames Glückspiel geworden.

    Dann kommt noch die Willkür einiger ARGEn hinzu, welche ja für die HartzIV Empfänger verantwortlich sind und nur fordern. Von fördern ist keine Spur. Leider.

    Es wird immer so getan, als wenn alle nicht wollten. Doch das ist ein großer Irrtum. Die Art und Weise wie gerade in der Öffentlich über HartzIV Empfänger geurteilt wird, ist arg bedenklich. Die Springerpresse spaltet bewusst die Arbeiter gegen die, welche einmal deren Kollegen waren. Gewesen sein mögen. Wer weiß.

    Wo sind denn die sechs Millionen Jobs, zu denen all dei Millionen HartzIV Empfänger gezwungen werden sollen? Wie sieht es aus mit gerechtem Lohn?

    Fragen über Fragen.

    Rose Jakobs, Autorin “Gesellschaftistkeintrost”

  5. Bernd Mueller

    @4:

    Wo sind denn die sechs Millionen Jobs, zu denen all dei Millionen HartzIV Empfänger gezwungen werden sollen? Wie sieht es aus mit gerechtem Lohn?

    Bitte warten Sie die nächsten Beiträge ab. Ich arbeite daran! Wegen meines Urlaubs kann ich zeitlich nicht so, wie ich will.

  6. Udo Herrmann

    Die Anleger wollen ihre Rendite, die Banken ihre Zinsen und die anderen Schmarotzergruppen des Staatsdienstes ihr Gehalt. Keine dieser Gruppen schafft auch nur einen Wert aber sie wollen ihre Leistungslosen Bezüge.
    Wie schon immer im Feudalen „Zivilisationssystem“ kann die Bürgerliche Schicht nur durch Sklaven leben. Wie schon im alten Athen.
    Tja der „Westen“ macht sich nicht nur im Irak und Afghanistan Freunde.
    @Rose es gibt diese 6 Millionen Jobs nicht und es wird sie auch nie mehr geben. Egal was die Versager aus Wirtschaft und Politik den Leuten einzureden versuchen.
    Anstelle eine Grundlegenden Wertedebatte versucht jede Gruppe nur ein Deck höher zu kommen auf der Titanic.
    Das nennt man Sozialdarwinismus. Die Schwesterlehre der Herrenrasseideologie. Der Sozialdarwinismus bildet den Endpunkt des Utilitarismus mit seinem Menschenbild des Homo Ökonomikus. Und die Bankbesitzer ziehen an dann Fäden.
    Der Wachstumswahn wird den Vernichtungsfeldzug weiter vorantreiben.
    @Grilleau Egal wo man hinschaut – ob für die „Kultur“ Bürger oder andere „Zivilisierte“ in unserer Bananenrepublik es Stinkt an allen Ecken. Die „Sozialindustrie“ verdient Mrd. Euro für Betreuungsprogramme die erst durch andere Funktionsträger des Banksyndikats erzeugt wurden.
    Nur wenn das Geldsystem unter anderen „Werten“ neu gedacht wird kann es überhaupt zu einem „Frieden“ kommen zwischen den Menschen.
    Arbeitszwang –da wird man doch an die Glanzzeiten des deutschen Bürgertums erinnert – „Arbeit macht Frei“. Bürgergesellschaften brauchen nun mal ein Heer von Sklaven um ihre „Kultur“ leben zu können. Ob im Theater oder in der Kirche oder in der Amtsstube oder als Berater, Schaffen im Sinne von Materiellem Wohlstand tun die doch alle nix aber Geld wollen sie alle – Auf Knochen anderer versteht sich.
    Erst wenn die Arbeiter, Handwerker und Bauern anfangen ihre Leistung gegen Leistungsgedecktes Freigeld zu Erbringen und zu Akzeptieren wird sich das ändern. Leistungsgedecktes Geld mit negativen Zinsen zeigt auch das der Leistungserbringer wirklich nicht darauf aus ist einen übers Ohr zu hauen und es nicht darauf Anlegt auf Knochen anderer zu Leben. Nur so lässt sich erstmal das Vertrauen wieder Aufbauen zwischen den Menschen das der Kapitalismus zerstört.

  7. Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 2 | Deutschland Debatte Arbeitsmarkt

    [...] Experiment!Dr.Bernard Freise bei Bürger wehrt Euch durch zivilen UngehorsamUdo Herrmann bei Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 1Bernd Mueller bei Berater der Regierung: Arbeitszwang für Arbeitslose einführen! Teil 1rose bei [...]

Helfen auch Sie, wenn Ihnen die Deutschland-Debatte gefällt: geben Sie bitte diese Internetadresse weiter, an Freunde, an Bekannte! Das gibt Mut für neue Taten. Danke

Einen Kommentar schreiben:
Wir haben ein neues Kommentarfeld gefunden und die Funktionen Zitieren mit Hervorheben, Fettdruck ... Links, sind nun ohne html- Kenntnisse möglich - Nicht nur hier: danke, Martin.

Bei Senden Ihres Kommentars erkennen Sie hiermit automatisch die DD Kommentare-Etikette an.

Zur Sicherheit dieser Seite sollten Sie unten stehende Frage beantworten! Clickcha - The One-click Captcha

Kommentar Vorschau

Copyright © 2010 by: Deutschland Debatte • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Foto: Pixelio • Lizenz siehe Impressum; Abschnitt "Urheberrecht"

all:+++ Täglich bis 19:30 ist der Betreiber verfügbar! Verzögerungen beim Freischalten neuer Erstkommentare sind möglich! Bitte denkt nicht, ich könnte auf jeden Kommentar antworten oder Link verfolgen. Über 10.000 Kommentare bisher.+++

Meine Webseite Wert€ 106.318,43