Warum ich den Freiheitskampf der Afghanen und Muslime unterstütze
Alain Leclaire schickte der Deutschland-Debatte folgenden Beitrag:
28.01.2010
Nichts erscheint einfacher als sich ein angemessenes Bild davon zu machen, was die USA und ihre Alliierten in Afghanistan tun. Man muss sich einfach den darüber verbreiteten Nachrichten überlassen, um informiert zu sein. Aber wem hört man da eigentlich andächtig zu? Sind das die unbezweifelbar mit den redlichen Motiven von selbstlosen Helfern ausgestatteten Sachwalter einer weltweiten unbestreitbaren Redlichkeit, die man für solche humanitären Aktionen vorauszusetzen hat? Und wenn sie tatsächlich die blauäugige Redlichkeit von Ehrenmännern und -frauen haben, die aus ihrer Rhetorik zu sprechen scheint, wenn diese Honorigkeit als Persönlichkeitseigenschaft tatsächlich gegeben ist, könnte es sich dennoch nicht einfach um eine Form von unbeschreiblicher Dummheit handeln, die sich über die Konsequenzen ihrer Aktionen gar nicht Rechenschaft abzulegen imstande ist, auch wenn sie anderes von sich selbst meint und dies ständig lauthals ausposaunt?
1. Ursachenebene
Sind diese Krämerseelen und kleinen Karrieristen aus provinziellen Pastorenhaushalten mit Überzeugungen, die kaum geeignet sein dürften, bei Menschen Verständnis zu wecken, die einer alten Kultur mit Maßstäben angehören, die weder zu protestantischen Pastorentöchtern – die einmal Sekretärinnen für kommunistische Staatspropaganda gewesen sind – noch mit etwas eigenen Neigungen ausgestatteten ‘Männern’ Vertrauen fassen kann, in der ‘Verantwortung’ und Führungsqualitäten anders definiert sind, aus Gründen, die für die Betreffenden keineswegs zur Diskussion stehen, wirklich die potentiellen Führer einer Population, die ihre Erfahrung aus Jahrtausenden Leben in einem Land mit sehr spezifischen Bedingungen des kollektiven Überlebens, die sich nicht einfach ändern lassen, indem man die Vorstellungen von Militärstrategen aus den USA und die Mentalität der Verwaltung aus einem Land Mitteleuropas mit bewaffneter Gewalt importiert um ihr die Population und ihre sozialen Strukturen rücksichtslos zu unterwerfen mit den Maßstäben des polizistischen Denkens von Strassenbahnkontrolleuren und Verkehrskontrollen, die mal eben Steckbriefe mit Kopfprämien an den Strassenecken aushängen um die Führer der angegriffenen Kulturen als Banditen zu diffamieren, die ‘von der Polizei’ (also den Gangstern, zu denen sie selbst gehören) gesucht werden – in dem sicheren Bewusstsein, dass sie jedenfalls dafür jeden an den Henker ausliefern würden, sogar ihren Bruder – oder die nachsehen, ob die Ladung auch richtig verzurrt ist, die Reifen und der Zustand des Fahrzeugs den ‘Vorschriften’ entsprechen, der Führer des Fahrzeugs auch seine Ruhezeiten eingehalten hat und die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten hat, nebst den Büromentalitäten von Klientenverwaltern, die (zuwendungstechnisch abschlägige) Bescheide an Arbeitslose schicken, die sie zu Zwangsarbeit abkommandieren?
Sind die Selbstverständlichkeiten dieser politischen Bürokraten und Karrieristen eines unerträglichen Zwangssystems, die für hyperdomestizierte Stalltierherden des total verregelten Lebens in verkehrstechnisch überkontrollierten Ballungsräumen einer in langen erfolgreichen Traumatisierungsprozessen angepassten Herdenpopulation ohne Ehre und Prinzipien oder bemerkliche kulturell vermittelte Persönlichkeitsmerkmale das angeblich Richtige sind, tatsächlich ein so attraktives Exportprodukt, dass man sich nicht angesichts des Versuchs, diese Schändlichkeiten anderen mit militärischer Gewalt aufzuzwingen im Namen der Freiheit und eines Fortschritts, der längst alle positiven Aspekte verloren hat, zumal Menschen, die als solche noch erkennbar sind an ihrer Haltung, ihrer Würde, ihrer Unnachgiebigkeit, ihrem Stolz und ihrer Verachtung für das Dasein als seelische und geistige und intellektuelle Krüppel und Arbeitssklaven von organisierten Großformen privater Kapitalverwertung, vor Abscheu und Ekel auf dem Boden krümmen und alles auskotzen möchte, was man zuvor zu sich genommen hat?
2. Der tiefere Blick
Es ist Zeit, einmal etwas genauer zu betrachten, was diese Pastorentochter irgendwo aus Ostdeutschland – Es geht nicht um die Diskreditierung einer deutschen Landschaft. Gemeint ist genauer die erkennbare Grenze der Bildung, Weltläufigkeit und der kulturellen Übersicht, das simple, gar nicht der Reflexion zugängliche Glaubensverhältnis zu der gewohnten und ‘angelernten’ Weltsicht, die Enge der Perspektive – die intellektuell gesehen hinter einem eisernen Vorhang groß geworden ist, und was diese Minna auf dem U-Boot mit dem Namen ‘Parlament’ da eigentlich tun, einmal abgesehen von der späten und braven Gefolgschaft, die der aus dem Nichts irgendwo in Bayern aufgetauchte Gefolgsmann der britischen Royal Guard und der ‘intelligence community’ der US-Militärmaschine dazu beizutragen vorhat, ein altes Kulturland den Vorstellungen eines in den USA zusammengerotteten organisierten Mobs ohne Geschichte, Kultur und Zukunft jenseits der dümmlichen Selbstrechtfertigungen eines auf seine Faktizität gestützten Gewaltapparats zu unterwerfen, und zwar ohne dass einer der Beteiligten auch nur entfernt imstande wäre, die erwartbar katastrophalen Folgen eines Erfolges dieser humanitären Intervention auch nur ahnungsweise abzusehen.
Jeder, der auch nur die nähere Zeitgeschichte verfolgt hat, ist imstande zu sehen, welche Folgen überall auf diesem Globus die als ‘Modernisierung’ verharmlosten brachialen Gewaltsamkeiten der imperialen Soldateska seit nunmehr mehreren Jahrhunderten haben für diejenigen, die die Opfer dieser Hilfsmaßnahmen geworden sind. Jeder kann sehen, dass die gesamten sozialen Strukturen, die kulturellen Gefüge, die wirtschaftlichen Formen, die Formen des Zusammenlebens rücksichtslos zerstört werden, bis nur noch die nackten, von jedem anderen Zusammenhang als dem zur Großbürokratie isolierten Individuen als deren ohnmächtige Objekte zurückbleiben, dass die latenten Strukturen den Grundsätzen einer im Wesentlichen überall kolonialen Verwaltung unterworfen werden, die sich in der Form des ’säkularen Staates mit ihren Kriegshunden und all den Hinterhältigkeiten, dem Verrat, der Gemeinheit und dem bedingungslosen Opportunismus wie ein Krebsgeschwür in die sozialen Formen frisst um sie irreversibel zu vernichten, im Namen eines angeblichen Fortschritts, dessen Bilanz inzwischen längst geschrieben werden kann. Hier geht es um mehr als nur die ‘Befriedung’ eines Landes mit einer ‘rückständigen Bevölkerung’ nach den Maßstäben westdeutscher Bürokraten und Politiker mit einem Jurastudium und einer Behördenkarriere, sondern um die Frage, ob es jenseits dieser Barbareien der Verwaltungsmonster des postkulturellen Lebens noch andere Lebensweisen in einer denkbaren Zukunft geben kann, die sich nicht erst mit der letalen Waffe aufrüsten müssen um sich nur zu behaupten.
3. Die Substitution der Menschen durch das System
Wer will im Ernst meinen, dass die Ersetzung von alten sozialen und kulturellen Loyalitäten, denen Persönlichkeitsstrukturen entsprechen, in denen man noch Menschen erkennen kann, durch die gemeinen und niederträchtigen Barbareien des Typus des gewöhnlichen Sachbearbeiters einer Großbehörde von der Art der ehemals als Reichsarbeitsverwaltung bekannten ARGE und ähnlicher Formationen, etwa der kasernierten Bundespolizei oder anderer Knüppel- und Prätorianergarden, einen sozialen oder gar einen menschlichen Fortschritt bedeuten könnten? Ist nicht allein der Anblick dieser Scheußlichkeiten in der Gestalt des Gattungsexemplars des Homo sapiens, das seine Dienste als Lanzknecht mit dem ‘Gefühl’ größter Rechtschaffenheit an beliebige Befehlshaber verkauft, gegen die Garantie der Beteiligung an der Beute und Essen und Kleidung, derart, dass man sich angewidert abwenden muss, wenn man diesen Typus des käuflichen Schlägers, der mit derselben Gemütlosigkeit den einen zum Tode führt, den anderen zu einem Leben als seelischer Krüppel verdammt und im Prinzip einfach jedem Befehl zu gehorchen bereit ist, ganz gleich, was befohlen wird, auch nur so nahe kommt, dass man den Ausdruck auf dieser Maske der Gleichgültigkeit und des bedingungslosen Opportunismus wahrzunehmen imstande ist, die einfach jeden Befehl befolgt, ohne Rücksicht auf seinen Inhalt?
Was hier als gewöhnlich durchgeht, die unangefochtene Herrschaft der Hunde des Krieges – dogs of war – und der Aufrechterhaltung der Ordnung in der hin und her getriebenen Herde der Ballungsräume des modernisierten menschlichen Elends inmitten von high-tech-Gerätschaften, die auf den ersten Blick schön bunt und begehrenswert wirken mögen für eine frustierte, und an Reizarmut inmitten von ‘Reizüberflutung’ nach Leben hechelnde Appetenz des Lebens depravierter Tiere, die in geschlossenen Labyrinthen zu verhungern drohen und kaum Herr einer bewußten Einschätzung dessen zu werden vermag, was eine ihnen unbegreiflich gewordenen Gefangenschaft an ihnen anrichtet, und noch weniger die ihnen von ihr bescherten Alpträume wirklich begreift, die ihre Verdoppelung finden in den ihnen angebotenen zwanghaften Ablenkungen, die eine ihnen vor Augen flimmernde Industrie ihnen in sich überstürzenden Kaskaden psychopathischer Gewaltexzesse vorhalluziniert, das ist einer meditativen, von der Verinnerlichung eines abstrakten, auf der Schrift beruhenden höchsten Gedankens der Sublimierung geformte Wüstenkultur, die sich mit der Leere arrangieren musste, mit der Wüste, nichts als ein ekelerregender, wenn auch bunter Müllberg, über dem eine Wolke eines entsetzlichen süßlichen Geruchs von Fäkalien und Schlachtabfällen aus einem Schweinestall hängt. Diesem Selbstbewußtsein stinkt die elende Kreatur, die die Megacities überfüllt, vor Feigheit und Angst, Opportunismus, Asozialität und indolenter Verkommenheit, Gemütsträgheit und dummem, kompensatorischem Größenwahn.
4. Der Versuch zur Findung des Metasystems
4.1 Die Sozialethik des Metasystems
Dass denen, die in diesem Ungeist, inmitten dieses Gestanks vegetieren haben lernen müssen in einem langen, über Generationen an ihnen und ihren Vorfahren begangenen organisierten Verbrechen, in denen ihre Instinkte vernichtet, ihre Ehre geschändet, ihre Intelligenz verkrüppelt und ihre Menschlichkeit durch systematische Traumatisierung vorsätzlich zerstört worden ist, dieser Geruch nicht mehr wahrnehmbar ist, bedeutet nicht, dass der verhausschweinte Homo sapiens, der den gigantischen Stall des von seinen Gewaltherrschern kolonisierten Westens bevölkert, nicht stinkt und dass dieser entsetzliche Gestank dieses unsauberen Haus‑ und Stalltieres nicht wahrnehmbar wäre, wenn auch nicht von ihm selbst.
Wenn man sich für die Probleme der ‘interkulturellen Beziehungen’ zwischen modernen, zumal von Bewaffneten mit automatischen Waffen und den Luftraum beherrschenden Apparaten hoch gerüsteten automatischen Idioten mit der Lizenz zum Massenmord auf telefonische Anordnung beherrschten und repräsentierten Befreiungsbürokratien und Jahrtausende alten Stammesgesellschaften auch nur ansatzweise verstehen will, die für die von Eroberern und imperialen Kolonisatoren gezogene ‘Staatsgrenzen’ nur Verachtung übrig haben dürften, und dieses Verstehen nicht mit dem forensischen und polizistischen Weltbild von Kontrollmentalitäten postznazistischer Verwaltermentalitäten schon identifiziert, indem man die Binnenperspektive der im Namen der Freiheit vorrückenden Zwangsgewalt unter dem Titel des ‘modernen Staates’ mit vorab unterstelltem ‘Gewaltmonopol’ einfach als die Voraussetzung dieses Verstehens unterstellt, dann ist die Überlegung anzusetzen mit einem Minimum an Grundlage in den bereit stehenden formalen Analysen des Gewaltsystems, mit dem das Prinzip der modernen Bürokratie das Leben überzieht wie mit einem zähen Meltau, indem es soziales Leben, Kommunikation unter Menschen und kulturelle Formen der Vergesellschaftung ersetzt durch ‘Legitimation durch Verfahren’, anders gesagt: durch die Unterwerfung des Lebens unter eine Maschine.
Funktion und Folgen formaler Organisation – im Maßstab des historischen Prozesses und seiner Perversionen – anders gesagt, die zur Selbstverständlichkeit werdende Perversion einer bürokratischen Form, die das Funktionsprinzip einer Maschine über das Leben stülpt und im Namen dieser Perversion alles diskriminiert und kriminalisiert, und mit Steckbrief für vogelfrei erklärt, was ihr widerstreitet, sind zunächst zu betrachten, die auf eine andere mit dem angeblichen Vorrecht des vorab schon einzig Legitimen einfach angewendet und ihr übergezogen werden soll, und zu fragen ist danach, was die Scheinselbstverständlichkeit der Maßstäbe legitimiert, die dabei zur Anwendung kommt, indem man alles, was damit nicht einverstanden ist, kriminalisiert und zum Abschluss freigibt. Das ist deshalb von Bedeutung, weil es dem Problem entspricht, das man gehabt hätte, wenn man die autochthonen Kulturen und Formen des Lebens zum Beispiel Nordamerikas nicht einfach in der Orgie eines so gut spontanen wie staatlich organisierten Genozids ausgerottet hätte mitsamt den Lebensformen, mit denen als einer Kultur sie seit Jahrtausenden in einer Symbiose gelebt hatte. Die Tatsache, die Faktizität des Erfolges, den das hatte, besagt nichts über die Geltungsfrage, die damit nicht beantwortet ist.
Was man dort – in Nordamerika – also auf diese Weise, durch ‘Modernisierung’ und ’social change’ dieser paradigmatischen Art, auf der der moderne Staat tatsächlich, als auf einem planierten Gräberfeld aufgesetzt ist, erledigt hat, ist nun das Programm, das man den ‘Indianern des einundzwanzigsten Jahrhunderts’ überziehen will, ggf. um den Preis der Ausrottung aller Personen und Persönlichkeitsstrukturen, die diese Lösung, diesen geplanten bzw. bereits inszenierten Paradigmawechsel in der muslimischen Welt nicht mitzutragen bzw. sich nicht wenigstens passiv unterwerfen und ihre Angehörigen und Lieben nicht den Kolonisatoren auszuliefern bereit sind, die sich hier als Modernisierer betätigen wollen nach dem Muster, nach dem sie ‘die ihnen gehörenden Populationen’ erfolgreich unterworfen haben, um sie zu den Krüppeln machen zu lassen, die der eindringende Botschafter dieser Ordnung, der Kriegsköter und das, was er repräsentiert, nur zu deutlich und anschaulich verkörpert.
4.2 Die Wirtschaftsethik des Metasystems
Der Plan, Afghanistan von der Londoner Börse aus zu regieren, ist nur allzu deutlich, wenn der aus dem englischsprachigen Westen reimportierte Fremdherrscher – eine korrupte Marionette – und Kriegsknecht der britischen Finanzinteressen, der im Übrigen – als notorischer ‘Wahl’-Fälscher – keinerlei Legitimität hat, selbst nach den Kriterien, nach denen man in den ferngesteuerten Neokolonien Demokratien von London und New York aus implementiert, auf einer in London (!) stattfindenden Konferenz sich weitschweifig über das ‘Gewaltmonopol’ des Staates auslässt, der in Afghanistan gar nicht existiert, und dessen Schimäre und Funktion ihre Scheinrealität aus einer bewaffneten Soldateska von bezahlten ausländischen Auftragskillern bezieht, die sich dümmlich auslassen über ihre menschenfreundlichen Aufgaben und Absichten, die sie als Abgesandte der Freiheit in einem Land zu verwirklichen beabsichtigen, das sie und Ihresgleichen seit mehreren Jahrhunderten schon zu erobern beabsichtigten, bisher vergebens, und ohne den Gedanken jemals aufgegeben zu haben.
Die britische Absicht, das Land endgültig, auch nach dem Ende ihrer unmittelbaren Kolonialherrschaft in Indien – man muss sich einmal darum kümmern festzustellen, wieviel Vermögenswerte aus dieser Weltregion in Londoner Banken liegen, und kann sicher sein, dass man auf signifikante Ergebnisse stoßen wird – doch noch zu unterwerfen und seinen Absichten gefügig zu machen, ist vorab evident. Die dazu notwendigen Fakten wird man sich überall beschaffen können. Was zum Teufel soll eine Konferenz über Afghanisten – wer hat überhaupt die Legitimation dergleichen zu veranstalten, wenn man die Antwort: Na, die ‘Regierung’ von Afghanistan’ nicht für glaubwürdig oder akzeptabel hält? – in LONDON, wenn sie nicht als der unmittelbare Beleg dafür dient, dass es in der Tat darum geht, den Freiheitskampf einer gleichermaßen in diesem Land wie in Pakistan lebenden Population mit allen, militärischen und politischen und propagandistischen Mitteln zu liquidieren und ‘der Welt’ dazu eine salbungsvolle Lügengeschichte mit ‘human touch’ aufzutischen, die sich der immer zu findenden käuflichen Interessenten zu bedienen vermag, die dann in flüssigem britischen Englisch zu erklären vermögen, warum dies alles der Freiheit der Bevölkerung und dem Ende ihrer Not dient, einer Not, die der Krieg, mit dem sie von diesen Befreiern seit mehr als einem Jahrhundert immer wieder erneut überzogen wird, in unablässig neuen und stets brutaler werdenden mörderischen Angriffen, erst erzeugt hat und aufrecht erhält, um die Population unter das Joch der Finanzinteressen der nunmehr verheimlichten, aber in nichts weniger hartnäckigen und aggressiven imperialen Absichten zu zwingen, um sie endlich doch noch in den westlichen Schweinestall zu treiben, in dem alles Leben enden soll, und von dem, als Form des ‘modernen Staates’ ohne die mindeste Evidenz unterstellt wird, es sei die einzige denkbare und vor allem das universale Passepartout, das auf alles Leben und jede kulturelle Überlieferung problemlos nicht nur passt, sondern vielmehr diejenige Form sei, die jeder denkbaren kulturellen Überlieferung – und nur sofern sie zu der Form des modernen Staates passt – die ihr und damit aller Kultur adäquate Form geben könnte, so dass sich alle Überlieferung vielmehr vor dem britischen Staatskonzept zu rechtfertigen und ihm zu genügen habe, ohne dass noch ein Blick darauf geworfen würde, wie dieses Konzept auf den britischen Inseln selbst und mit welchen Kosten es dort realisiert worden ist, von den Kosten, die die wirklichen Amerikaner für die Implementation dieses Pinzips bezahlt haben – mit ihrer Extinktion – nicht zu reden.
4.3 Die Politkethik des Metasystems
‘Faschismus’ ist je, wenn dem Wort überhaupt eine Bedeutung zukommen soll, gleichbedeutend mit dem Äußersten jener auf Effizienz ausgerichteten ‘Maschinenähnlichkeit’ einer zu einem ästhetischen Funktionsgefüge – der Ästhetik der ‘Verwaltung’ und der ihr entsprechenden Mentalität – verdichteten und auf diese ausgerichteten Form des kollektiven Lebens, aus deren vernetzter Struktur jedes ‘idiosynkratische’, persönliche, und vor allem, jede auf ‘Emotionalität’, auf menschliche Empfindung mit gegründete Reaktion als ‘nicht strukturrelevant’ ausgeschaltet werden kann. Das ist die Bedeutung der durchaus erleuchteten Feststellung des Systemtheoretikers, dass die Menschen, Personen, soziale Identitäten ‘Umwelt des sich selbst erhaltenden Systems ist’, das sie als Funktionen und nur soweit sie diesem Zweck dienen, nutzt. Der Zynismus oder Sarkasmus, den man an dieser Feststellung als Idiosynkrasie des Autors meint identifizieren und bemäkeln zu sollen, ist der des Objekts, des Gegenstands, über den diese Feststellung als eines Faktums ergeht.
Das bedeutet aber, dass sich ‘Faschismus’ und ‘Demokratie’ mitnichten widersprechen oder auch nur miteinander inkompatibel wären, sondern dass sich die Form der Demokratie in derselben Weise zur Realisierung dieses Ziels nutzen lässt wie jede andere Form, in die sie ohnehin im Zweifelsfall unweigerlich, hinter welcher Maskierung auch immer, umschlägt, wenn das sich als zur Realisierung des mittels ihrer dann eben nicht mehr realisierbaren Zieles zweckmäßig erweist und hinreichend Zustimmung und Apathie gleichermaßen vorausgesetzt werden können in einer Population, die sich ggf. stets typisch in Gestalt jedes Einzelnen dafür verantworten muss, dass und unter welchen Umständen sie ihr Nichteinverständnis mittels mehr als einer bloßen wirkungslosen Geste bzw. überhaupt darstellt (Man kann das ‘Gesetz’ dieses Umschlags der Formen im Übrigen an recht alten Studien schon studieren, die bis heute ihre Bedeutung für die politische Theorie bzw. die Theorie des Politischen nicht verloren haben.)
Wenn man die Population an eine so benannte Form derart gewöhnen kann, dass ihr keine Alternative vor Augen steht und sie zugleich von der wirklichen Mitwirkung wirksam ausgeschlossen werden kann – abgesehen von der ritualisierten Zustimmung oder Akklamation, die man ja an den als Scheindemokratien gebrandmarkten und als feindlich bekämpften irgendwie ‘gegnerischen’ Formationen sehr deutlich hervorhob und diffamiert als Maskerade, während man sie am je eigenen System als dessen Legitimationsbeweis hervorhebt und über den grünen Klee lobt – dann kann man hinter dem Rücken der leeren Form mit einer Mixtur aus privatem und öffentlich organisierten Partialtotalitarismen (Privatorganisationen und institutionelle Großformen unter staatlicher oder verbandlicher Autorität) – in Form der Großverwaltungen – eine diffuse Struktur miteinander durch vielfältige Beziehungen einvernehmlich vernetzter und koordinierter Verbindungen herstellen und unterhalten, mit Parallelformen und Nebenstrukturen., die bereits typisch waren für die organisatorische Form des Dritten Reiches, und im Wesentlichen in die umbenannte und mit einem refreshment aufpolierte vermeintlich neue Form problemlos übergingen. Diese Diffusion der Strukturen dient der Neutralisierung jedes koordinierbaren Widerspruchs, der nicht mehr weiß, gegen wer er sich richten sollte. Das ist gut dokumentiert und die Wirksamkeit dieses organisatorischen Pluralismus ist auch gut analysiert in ihrer Funktion.
Es ist diese Struktur, die hier als bewährte Importware – genuine brand made in England – ihre Realität als stählernes Gehäuse einer alten Kultur überstülpen will, deren Persönlichkeitstrukturen, Sozialverfassung, Vergesellschaftungsform und Bewusstseinsverfassungen die Folgen solcher Erzwingung noch nicht – wie die über Jahrhunderte geprügelten Populationen der Kolonialmächte, die einer inneren Kolonisierung unterworfen wurden – internalisiert haben, und den mit militärischer Gewalt – und einer Handvoll Mitläufer und gekaufter Überläufer – gegen sie vorgetragenen Angriff als das erlebt, was er ist: Die beabsichtige Vernichtung einer ganzen kulturellen Überlieferung, die die Menschen als Lebensform lieben, mit der sie sich nicht zufällig identifizieren, weil sie sich darin selbst erkennen, und die sie beibehalten wollen, durch und mittels ihrer systematischen mörderischen Vergewaltigung mit Hilfe der typischen Kriegshunde, Befehlsempfängern, die vom Standpunkt dieser Kultur und ihrer Nomen sich als gedungene Mörder – als Lanzknechte bzw. Söldner, die sie sind – auf jeden Befehl zur Verfügung stellen um diese Vergewaltigung im Dienst von Interessen durchzusetzen bereit sind, die ihnen letztlich gleichgültig oder unverständlich sind. Zum ‘menschlichen Aspekt’ der Soldatenfamilien gibt Aufschluß, was in einem Song der Rolling Stones vermeldet wird: „The gangster looks so frightening with the Luger in his hand, but when he comes home in the evening, he’s a family-man.“ (Man muss diese Probleme voneinander trennen, indem man sich zunächst einmal vor Augen führt, was Faktum ist, und wie der Angegriffene aus seiner Sicht das betrachtet. Erst dann kann man den Blick zurückwenden und die Frage stellen, warum Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen und sich ein erträgliches Leben wünschen, sich unter bestimmten Umständen auf diese Weise zur Verfügung stellen, um dann wiederum die Folgen, die das für andere hat, ins Auge zu fassen.)
4.4 Synopse des Metasystems
Was versteht ein General oder Verteidigungs- oder Außenminister jenseits der ihm andressierten Rhetorik von dem, was er wirklich realisiert, aufs Ganze der Daseinsform des Menschen gesehen, indem er dem blinden Karriereinstinkt folgt, der seine Person formiert, indem sie sich mit ihren Fühlern durch das Labyrinth der Machtapparaturen tastet auf der Suche nach dem ‘Weg zum Erfolg’, ‘Karriere’ (der Sinn des Gebrauchs von ‘Karriere’ ist ersichtlich: Erfolg um jeden Preis ohne Rücksicht auf die Kosten für Andere) eben, der ihren Heliotropismus der Macht entlang dieses Weges ausrichtet? Nichts wird da ‘verstanden’, was über die Grenzen des mit den Karrierebedingungen in diesen Gefügen Verbundenen hinausgeht, also vor allem nicht das, was der moderne Berufskarrierist angreift und blind nebenbei vernichtet, in dem sicheren Bewusstsein, dass das, was sich seinem Wunsch nach Überlegenheit über Andere widersetzt schon deshalb der blanke Terror sein muss, weil es seinem Erfolg im Wege steht, ganz ohne Rücksicht auf seine eigene Beschaffenheit und Absicht, oder gar sein Eigenrecht, etwa unter kulturtheoretischen Gesichtspunkten betrachtet – die sich nicht an den Karriereinteressen und -bedingungen orientieren, die ein als Norm keineswegs selbstverständlicher Gewaltapparat meint als natürliche Voraussetzungen für alles zukünftige Leben auf dieser Erde setzen und faktisch machen zu können, ohne dass es dazu eine Alternative geben könnte – und daher zu überraschend anderen Ergebnissen kommen könnte, an denen gemessen dieser Gewaltapparat als eine entsetzliche und grauenvolle Perversion erscheinen müsste, als Realität eins Äußersten, das auf keinen Fall akzeptabel ist, schon gar nicht als die Zukunft, die von ihr stets deutlicher gefährdet und am Ende vernichtet wird, wenn sie sich nicht selbst vernichtet, sei es auch indem sie alles mit sich reißt.
Und eben diesem Schicksal könnte am Ende gerade entgehen, wer sich jetzt erfolgreich und entschlossen gegen die Universalisierung dieser Perversion zum globalen Alptraum zur Wehr setzt und weiß wofür er da kämpft: Für eine mögliche Zukunft des Menschen, und es sich deshalb einfach nicht mehr gefallen lässt, sich dazu herzugeben, sich dem Terrorismus derer anzuzschliessen, die alles, was ihnen im Wege steht, als ‘Terrorismus’ kriminalisieren und dafür Gefolgschaft, besser: Gehorsam verlangen, also dass man wenigstens opportunistisch das Maul hält.
Der Ausgang der Indianerkriege des neunzehnten Jahrhunderts auf dem Boden der USA ist keine Garantie dafür, dass die des einundzwanzigsten so ausgehen wie die vergangenen. Noch ist das nicht entschieden, und es steht denen, die noch nicht unter dem Druck des Jochs und angesichts der generationenlangen Verelendung ihrer von Generation zu Generation verkrüppelten und traumatisierten Existenz und der Weitergabe der Traumen durch innerfamiliale Traditionsbildung ihre Menschlichkeit völlig zugunsten blinden Funktionierens und einer asozialen Abstumpfung verloren haben, und nicht der ständigen Einschüchterung erlegen sind, also noch ‘menschliche Instinkte’ haben, frei, sich offen auf die Seite dieses Freiheitskampfes zu stellen, und ihn auch so zu nennen, mit dessen Ausgang sich mehr entscheidet als nur das Schicksal von ein paar angeblich ‘fanatischen Terroristen’ in einem fremden Land, die an ‘einen irgendwie komischen Gott glauben und dafür mehrmals täglich ein paar überflüssige Rituale vollziehen, die den glatten Betrieb behindern und ihrer problemlosen Nutzbarkeit im Wege stehen, einmal abgesehen davon, dass das ihrer problemlosen ‘Integration’ in eine gehorsam versklavte Biomasse des Homo sapiens im Wege steht, wie sie die demokratische Staatsform (der Herrschaftsform der Plutokratie) global und alternativenlos universal machen will.
Es ist ein Blödsinn sich einreden zu lassen, mit den Mitteln einer fatalen Pseudoreligion des Nationalismus oder ‘Patriotismus’, der angeblich gebietet, dass man den eigenen Volksgenossen die Stange hält, man mache gemeinsame Sache mit dem Feind, oder schliesse sich, sei es auch nur ‘geistig’, dem Terrorismus an, wenn man sich gegen einen Gewaltapparat nicht zuletzt deshalb wendet, weil man ihm auch aus guten Gründen, die die Volksgenossen hinreichend betreffen, die sei es auch vorerst nur geistige Gefolgschaft ein für allemal kündigt. Denn aus der Erfahrung damit, was er bereits hinreichend angerichtet hat, lässt sich gerade ziehen, was dazu berechtigt nicht nur, sondern dazu verpflichtet, dass man angesichts der Folgen, die das so gut nach Innen wie nach Außen hat, den Unterschied im gewöhnlichen Sinne einfach aufbgibt um ihn durch eine Differenz zu ersetzen, die den Gewaltapparat von denen unterscheidet, die er vergewaltigt, ohne Rücksicht auf ihre ethnischen oder kulturellen Rückbindungen an diese oder jene Tradition, also indem man sich gegend die organisierten Gewalttäter, gerade auch weil und wenn sie in großem Staat auftreten, wendet und sich mit dem Menschen verbündet, gegen die organisierten Maschinisten der Gewalt, die sich gegen ihn organisiert haben und ihn zu vernichten versuchen.
Deshalb unterstütze ich den Freiheitskampf des afghanischen Volkes, bzw. derer, die ihn kämpfen, in dem Bewußtsein, dass es ein langer Weg vom Nichteinverständnis bis zum Griff zu einer Waffe ist, die man entschlossen ist, einzusetzen, um sich zu verteidigen gegen einen Angreifer. Ein Teil dieser Population hat sich dazu entschlossen sich zu verteidigen – hoffentlich mit Erfolg – gegen einen verächtlichen und ebenso verlogenen und heuchlerischen wie mörderischen und hinterhältigen Angreifer, der im Übrigen diesen Angriff seit mehreren Generationen gegen diese Kulturen vorträgt, in immer neuen Wellen, in der im Wesentlichen gleichen Absicht.
Mit ihrem Untergang würde etwas verloren gehen, was uns alle um eine mögliche bessere Zukunft einer wirklichen Existenz in menschlicher Würde bringen müsste, indem es andere Möglichkeiten offen hält. Insofern trete ich hiermit der Gemeinschaft der Muslime bei, wenn und sofern dies alle die sind, die entschlossen sind, ihr Selbst, ihre Identität höher zu schätzen als ihr Leben und es ggf. einzusetzen bereit sind, um sie – Selbst und Identität – auch um den Preis ihres Lebens zu verteidigen. Denn es ist der Angreifer, der diese Wahl erzwingt, so wie Faschismus zuerst das ist, was ihn erzeugt, also nicht erst der dadurch erzeugte Effekt, den man dann durchaus interessiert mit der Ursache verwechselt. Und langsam reicht es. Es gibt genug Erfahrung mit dem, was er bereithält und beabsichtigt und zu realisieren willens und im Begriff ist. Man sollte ihm das Handwerk legen. Es ist Zeit, damit zu beginnen und einen Entschluss zu fassen. Immerhin reicht es zu einer Entschließung und zu ihrer Formulierung. Man kann aus dem scheinbar geschlossenen Horizont, dem scheinbar ausweglosen Labyrinth dieser Propaganda also austreten, wenn man den Ausgang findet. Bitte, hier ist er.
Es ist Zeit, dass dieser Widerstand tapferer und zu einem ungeheuren Verzicht fähiger Menschen Anerkennung und Bündnispartner, mehr noch: Offene Sympathie, Parteinahme, Solidarität findet in der westlichen Welt, denn der beobachtbare Attentismus ist nichts anderes als eine nur hinter der Indolenz verdeckte Mixtur aus Feigheit, Produkt der systematischen Einschüchterung, die dann opportunistisch die Anderen die Kastanien aus dem Feuer holen lässt, und Unverständnis, um das Wenigste zu sagen, also nur die Wiederholung des Vorurteils von der Überlegenheit einer Kultur des Westens, die angesichts des Zustands der würdelosen Elendskreaturen und dummdreisten Clownsmasken in Führungspositionen mit Leitkulturführungsanspruch einfach unglaublich traurig und lächerlich zugleich wäre (einmal abgesehen von dem dreisten und größenwahnsinnigen Anspruch, sie sei überhaupt eine. Nota bene: Der Hinweis auf die ‘Artefakte’ und den Nippes oder das ‘Deo’ – mein Gott! – genügt zu diesem Nachweis nicht. Er weist eine ‘Zivilisation’ nach, Klo mit Wasserspülung, Ferraris usw. Das ist dann aber auch schon alles. Sch… drauf!) wären nicht die unabsehbaren Folgen zu bedenken, die auflaufen werden, wenn dieser Typus des debilen Idioten tatsächlich die letzte Form des Lebens der Biomasse des Homo sapiens sein wird.
Im Übrigen finde ich mich nunmehr auch immun gegenüber jeder Anmahnung, die Folgen dieser offenen und entschlossenen Parteinahme eigens ins Auge zu fassen, indem ich darauf hinweise, dass alles, was dieser Ordnung, die immer wieder meine Vernunft und Besonnenheit, meinen Patriotismus oder meinen Gehorsam fordert, in Zukunft widerfahren wird von einem entschlossenen Gegner, der sich nicht scheut, sie anzugreifen und sich der Mittel dazu zu versichern, sie sich selbst, ganz ohne meinen Beistand und vor allem ohne mein Einverständnis zu haben oder sich dessen auch nur ein einziges Mal versichert zu haben, aus eigenem Willen, Recht und Antrieb redlich und reichlich verdient hat, so daß ihr nur widerfahren kann, was sie längst verdient hat, ganz ohne die Betrachtung der Details der Widerfahrnis, die ihr zuteil werden wird. Trotzdem, ich sehe interessiert ihren Selbsterhaltungsbestrebungen zu. Das kann noch lustig werden. Ich jedenfalls bin von dieser Ordnung und durch sie so entpflichtet wie andere vor mir, mit denen ich aus reiner Eigensucht auf jeden Fall solidarisch bin und bleibe, und aus denselben Gründen wie diese.
Alain Leclaire





Oje, da hat der Ärmste so viel schöne Spitzen vorzutragen und wird Opfer unredigierter Bloggelei. Könnte da Herr Mueller nicht einfach mal reinschauen und ein paar Korrekturen anbringen, damit es nicht ganz wie explodierende Diahrroe nach aufgestauter Blähung rüberkommt? Mein Vorschlag: zeilenweise vorgehen, lyrisch, vielleicht wie Hexameter.
Es fehlt an so vielem! Leider!
F.C. Delius hat “Das Bildnis der Mutter als junger Frau” 2006 in einem einzigen Satz geschrieben (ich glaube über 100 Seiten), aber er hat die Satzteile rhythmisch entwickelt und abgesetzt.
Ach diese Bloggelei, einfach nur schade um die verlorene Liebesmüh, wenn der Leser an allen Ecken über velorene Brocken stolpern muss.
“Wenn man sich (!) für die Probleme der ‘interkulturellen Beziehungen’ zwischen modernen, zumal von Bewaffneten mit automatischen Waffen und den Luftraum beherrschenden Apparaten hoch gerüsteten automatischen Idioten mit der Lizenz zum Massenmord auf telefonische Anordnung beherrschten und repräsentierten Befreiungsbürokratien und Jahrtausende alten Stammesgesellschaften auch nur ansatzweise verstehen will, …
usw. usw.
HILFE! ICH WILL JA WENIGSTENS ANSATZWEISE ETWAS VERSTEHEN)
Ach, Manfred …
Das genau scheint Ihr Problem zu sein! Ist wohl alles zu schwierig?! Tja, dann Bild lesen!
Ich sprach von zuviel Brocken, die da herumliegen (und die Goldstücke verdecken), Ok? Das ist was ja wohl was anderes als “Allgemeinverständlichkeit für jedermann” oder so nen BLÖD/BILDsinn zu fordern oder? Der Text ist zu VERSTIEGEN, zuviel GEDRECHSEL, aber irgendwie auch genial, darum meine Kritik.
Sicher habe ich verstanden, was Herr Müller rüberbringen will und auch rübergebracht hat. Aber die Kritik von Manfred ist auch berechtigt und man muss doch darauf nicht so dünnhäutig reagieren. Wenn man solchen
Text mit innerer Aufruhr schreibt ist es ganz normal, dass die Gedanken der Sache weit vorauseilen und auch mal
Sprünge machen. Bei soviel täglicher Schweinerei könnte ich gelegentlich auch explodieren und da habe ich auch
schon mal Texte geschrieben, die ich beim Nachlesen dann wieder entfernt habe, weil ich einfach nicht die Ruhe fand, sie ordentlich abzuändern. In diesem Sinne: schönen Tag noch!
@all für hier und alle anderen Kommentare und Beiträge: Aus Kommentar- Etikette
“Wer meine Artikel liest oder gar kommentiert, ist mein Gast. Ich bemühe mich um die Beantwortung von Fragen und um Geduld bei Missverständnissen, denn ich weiß nicht, wer „am anderen Ende“ sitzt. Alter, Geschlecht, Herkunft, Bildungsstand etc. können sich weit unterscheiden und für Kommunikationsirrtümer sorgen, die kein Grund für Beleidigungen sind. Gleichzeitig erwarte ich von meinen Gästen, dass sie sich ebenfalls wie solche verhalten.”
Passt dann: “Oje, da hat der Ärmste so viel schöne Spitzen vorzutragen und wird Opfer unredigierter Bloggelei. Könnte da Herr Mueller nicht einfach mal reinschauen und ein paar Korrekturen anbringen, damit es nicht ganz wie explodierende Diahrroe nach aufgestauter Blähung rüberkommt? Mein Vorschlag: zeilenweise vorgehen, lyrisch, vielleicht wie Hexameter.” ?
Meinen Sie, ich kann nicht lesen oder interpretieren?
Welches Verständnis hat Manfred eigentlich zum Respekt eines Artikels Dritter? Redigieren? Mich über die gedankliche Leistung eines anderen stellen? Eventuell Nuancen verändern, so dass jemand sagen kann, ich würde zensieren? Auch an anderer Stelle sage ich: wehret den Anfängen.
Verstehen Sie: es geht hier um den Ton. Wenn mir etwas nicht gefällt, dann mache ich das nicht runter mit explodierende Diahrroe nach aufgestauter Blähung!
Die berechtigte Kritik an in dem Text nicht getilgte Unregelmäßigkeiten trifft mich natürlich, und zwar deswegen, weil ich selbst sie störend finde für das Verständnis des Gemeinten, und dass das den Lesern auch so geht, ist erwartbar. Ich erwarte von mir selbst, dass das Schriftbild formal korrekt ist und keine Schreibfehler mehr enthält, wenn ich es weitergebe.
Aber ich will noch einmal darauf hinweisen, wie sie entstehen. Zunächst ist der Ort nicht das Entscheidende, z. B. als ‘Bloggerei’. Es handelt sich im schriftlich niedergelegte Wortfolgen. Ein Buch oder einen Zeitungsartikel zu schreiben ist auch nichts anderes. Das also geht daneben und entspricht einem Mißverständnis, das einer Entwertungs-Absicht entspringt. Das kann man zur Kenntnis nehmen. Ferner bin ich keine Sekretärin und kein Korrekturleser und kein Lektor. Damit ist deren arbeitsteilige Funktion und Kompetenz gemeint, die ich alle bei solcher Gelegenheit mit zu besorgen versuchen muss. Und das sind ja Berufe, die nicht zufällig ausdifferenziert wurden, wie auch der des Philologen. Es ist richtig, dass der Text besser nicht sofort in den Online-Editor gebracht wird und einen oder zwei Tage liegt, damit man ihn noch einmal aus einer gewissen Distanz in Augenschein nehmen kann unter dem Gesichspunkt der Überprüfung. Alles richtig, und die drastischen Hervorhebungen, die die Kritik sich erlaubt, sind dadurch provoziert, dass der Leser an sich selbst eben daran erinnert wird, wie er selbst dazu gebracht worden ist, sich der Einführung in die Kulturtechnik des Schreibens zu unterwerfen. Man kann die Stimmen geradezu hören, die mit ihm bei dieser Gelegenheit sprachen (und nun mit dem angesprochenen Autor den sie auf den entsprechenden Reiz hin automatisch angreifen) und hört auch das Echo dessen, was sie sagten, also ihre Formulierungen. Die sind soziologisch problemlos zu identifizieren, angesichts der brachialen Gestalt des Über-Ich, dem sie zuzurechnen sind.
Aber man erkennt auch eine Selbstbetrachtung, die sich an die eigene sprachliche Produktivität oder die Produktivitätsbegleiterscheinungen erinnert und versucht, die Mängel von dort her zu verstehen, zugleich mit der Besonderheit, dass das dann zur Selbstlöschung führen kann, was einer hyperkritischen Einstellung zur eigenen Produktivität verrät (ein mörderisches Über-Ich), die deren Produkte unterdrückt. Auch das ist ein allerdings eher bedauernswertes Resultat, denn es führt zur Resignation angesichts einer zu energischen Selbstkritik, auch wenn man sich damit meint trösten zu dürfen, dass einen das nicht betrifft, was falsch ist deswegen, weil Gesprächspartner ausfallen, also Möglichkeiten der Komunikation, und wozu sonst wären wir ‘hier’.
Dass ein Problem der Verstehbarkeit auftritt, wenn er auf Unregelmäßigkiten stößt, dass dies dem Leser dann sozusagen mehr philologische Arbeit aufhalst als er wünscht und ihm das zumutet und ihn aufhält, ist verständlich, zumal wenn man das Gelesene verstehen will. Das ist umstandslos zu akzeptieren. Ich denke man darf den Autor dann auch mal disziplinieren, bin aber überrascht über die erkennbare Brutalität mancher der verinnerlichten Sozialisationsagenten, die mich bei dieser Gelegenheit und aus dem Kasten der gequälten Seele anspringen. Die Gespenster verlieren allerdings ihre Schrecken, wenn man die Situation bedenkt, die hier als wohltuender Puffer gerade den unschätzbaren Vorteil ausmacht. Die Fehleinschätzung, die in dem Schimpfwort ‘Bloggerei’ das ‘komptente Urteil’ des ‘professionellen Autors’ als ‘Markeninhaber’ wiederholt, also die alsbald sich erledigende Arroganz der Monopolisten der Sprache, schlägt als Schreibhemmung auf den zurück, der das übernimmt und zum Maßstab des Urteils über seine eigenen Versuche macht, lässt ihn/sie aber auch als Teilnehmer an der Selbstentfaltung des Neuen ausfallen. So wirksam kann ‘Enkulturation’ sein.
Immerhin ist das Internet noch ein relativ neues Medium, und die technische Handhabung will gelernt sein, wie Autofahren auch. Ich denke, ich werde das lernen.
Hat jemand einmal auf einem der Tonbandmittschnitte aus den Anfängen mancher der bekanntesten ‘Bands’ dieser Popkultur gehört, was die da produzierten? Wer sich von den Stimmen die er hört, wenn er sich dazu entschliesst, sich zu äußern derart erschlagen lässt, dass alles umschlägt in die eigene Resignation einerseits, die Umlenkung der Aufmerksamkeit in die von diesen verinnerlichten Sozialisationsagenten besetzte Wahrnehmung dessen, was andere äußern andererseits, fällt als Opfer dieser Enkulturation und damit für eine Verständigung über Sachverhalte aus. DAS ist es, was ‘alt aussieht’.
Man muss sich dazu entschliessen, zunächst einmal oder wenigstens auch diese Zensoren im eigenen Kopf anzusprechen und mal mit denen ein ernstes Wörtchen zu reden. Meinetwegen auch in Hexametern (Da hatte der Leser ja einen keineswegs blöden Einfall. Es hat etwas gesehen.) Also: An die Schläger, die Kulturbarbaren und Dompteure, manche der ehemaligen Lehrer, und die Zensoren im eigenen Kopf:
“Das war auch Zeus nicht, der mir das befohlen,
Noch Dike in der unteren Götter Rat,
Von ihnen nicht ist dies Gesetz der Menschen,
Noch schien mir Dein Gebot von solcher Kraft,
Das sterbliche, dass es das ungeschriebene,
Untilgbare der Götter übertraf.
Denn nicht von gestern, nicht von ehegestern,
Das währt und lebt, weiß keiner, seit wie lang.
Des wollt’ ich nicht, von keines Menschen Hochmut
In Angst, im Spruch der Götter schuldig werden.”
Freundliche Grüße
Alain
Ein Fehler bleibt immer. Es muss – am Ende des vierletzten Absatzes des Texts – ‘Selbstentfaltung’ heissen, nicht ‘Selbsteinfaltung’.
In der von MANFRED angegebenen Stelle kann man sehen, dass ich den Satz mit einer anderen Formulierung beginne als die erfordert, mit der ich ihn zu beenden bestrebt bin, ohne dann noch einmal zurückzublicken, um die Zusammenstimmung zu überprüfen. Indem man ‘sich für’ streicht, kommt das wieder hin, ebenso wie man man das ergänzende gedachte, aber dann nicht eingefügte ‘interessiert, und’ oder: ‘indem man’ oder: ‘wenn man’ Jahrtausende alte… einfügt, dann ebenfalls. Zur Wahl stehen also ‘Reduktion’ und ‘Expansion’ der Form, wenn ich das einmal so nennen darf.
Ich selbst habe gewöhnlich keine Probleme mehr damit, den korrekten Sinn des Gemeinten ggf. zu rekonstruieren und dann entsprechede Veränderungen vorzunehmen, und meist gebe ich dann einem befreundeten Leser den Text in die Hand, damit ein unabhängiger und kritischer Beobachter das gesehen hat. In jeder Redaktion ist das ebenso und in jedem Verlag übrigens auch. Das alles entfällt hier, indem gewissermaßen die ‘Zeitung’ usw. sofort erscheint. Das macht den Unterschied der Zumutung (!) aus, die man auf sich nimmt, wenn man instantan ‘druckt’.
Vielleicht ist das auch für Andere hilfreich, die sich hier gelegentlich diszipliniert sehen, aber auch für die Kritik selbst, die diese Aufgabe übernimmt. Ich denke man kann das easy nehmen. Alles ist hilfreich.
“Wir sind alle Genesende.”