Kritik des Kapitalismus
20 Jahre nach dem Mauerfall und dem Niedergang des Kommunismus sind weltweit zahlreiche Menschen mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem unzufrieden. Laut einer veröffentlichten Studie im Auftrag des britischen Senders BBC waren nur 11 Prozent der Befragten in 27 Ländern der Ansicht, dass der Kapitalismus in seiner derzeitigen Form gut funktioniert. Lediglich in den USA (25 Prozent) und Pakistan (21 Prozent) war mehr als jeder Fünfte mit der aktuellen Wirtschaftsordnung zufrieden. Unter dem Eindruck der schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren glaubten 51 Prozent der Befragten, dass die Märkte stärker reguliert werden müssen. Im Schnitt 23 Prozent meinten, dass eine vollkommen neue Wirtschaftsordnung geschaffen werden müsse.
Das ist der Kerngehalt der n-tv- Botschaft. Ob die Studie manpuliert oder korrekt durchgeführt wurde, das soll hier nicht diskutiert werden. Dass viele Normalbürger, nicht jene, die ohnehin schon seit längerer Zeit den Turbokapitalismus argwöhnisch betrachten, mehr als kritisch den weltwirtschaftlichen Regularien gegenüber stehen, wird immer mehr auch in Kommentaren in der schreibenden Zunft offenbar.
Wie der Leser Atkins in einem Kommentar schreibt “Abschaffung des bisherigen Finanzsystemes und Austausch gegen das umlaufgesicherte Freigeld” ( Johann Silvio Gesell ) sei ( vermutlich ein Teil der Lösung ) wird vermutlich das Gesamtpaket der Lösung auch andere Facetten haben. Zum Beispiel schrieb die Deutschland-Debatte, dass durch den weltweiten volkswirtschaftlichen Kannibalismus um unternehmensoptimale Standort- Rahmenbedingungen sich die staatlichen Einkünfte so sehr reduziert haben, dass das heutige Sozialsystem nicht aufrecht erhalten werden kann. Der volkswirtschaftliche Kannibalismus ist jedoch auch eine Festlegung des “freien Welthandels”, die als “conditio sine qua non” anzusehen ist.
Über Silvio Gesell findet sich:
In der von ihm angestrebten „natürlichen Wirtschaftsordnung“ würde der freie Wettbewerb den Begabtesten gerechterweise das höchste Einkommen sichern, ohne Verfälschung durch Zins und Bodenrente. Ebenso würde sie den weniger Befähigten ein ausreichendes Auskommen gewähren, weil ihnen keine Abgaben für Zins und Bodenrente auferlegt sein würden. Ein gerechter Ausgleich von Arm und Reich wäre möglich. Daneben stünden für die Unterstützung von Bedürftigen genügend Mittel zur Verfügung, weil das erhöhte Durchschnittseinkommen jedem erlaube, für sie das Nötige aufzuwenden.
Der Kerngedanke sei hier aus Wikipedia wiedergegeben:
Unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Krisen Argentiniens auf die eigene Geschäftstätigkeit erfasste Gesell die hohe Bedeutung einer gleichmäßigen Umlaufgeschwindigkeit des Geldes für eine krisenfreie Wirtschaft. Gesell schlussfolgerte, dass Geld der Wirtschaft nur als Tauschmittel dienen, sie aber nicht als Hortungsmittel lähmen darf. Alles in der Natur unterliege dem rhythmischen Wechsel von Werden und Vergehen, nur das Geld scheine der Vergänglichkeit alles Irdischen entzogen.
Da das Geld im Gegensatz zu Waren und menschlicher Arbeitskraft weder „rostet“ noch „verdirbt“, kann ein Geldbesitzer sein Geld nach Gesells Auffassung ohne Nachteil zurückhalten, „horten“. Er kann warten, bis die Waren für ihn billig oder die Zinsen hoch genug sind. Mit dem Zuwarten stört er den Wirtschaftskreislauf. Händler werden gezwungen, ihre Preise zu senken. In der Folge müssen sie ihre Kosten durch Kredite decken. Diesen Bedarf lässt sich der Geldbesitzer nach Gesells Vorstellungen durch den Zins belohnen, ein Einkommen, für das er keine Leistung erbringt. Die Zinseinnahme verleiht er erneut, so dass seine Zinseinnahmen ständig wachsen (Zinseszins). So werden nach Gesell „leistungslos“ Reichtümer dort angehäuft, wo sie nicht benötigt werden. Im Gegenzug dazu wird der arbeitenden Bevölkerung der ihr zustehende volle Arbeitsertrag vorenthalten … Das Geld … müsse … mit der Zeit an Wert einbüßen.
Wie wollte Gesell seine Idee, dass Geld mit der Zeit an Wert verliert, realisieren? “Die Ausgabe des Freigeldes soll dem Staat vorbehalten sein, der hierfür ein Währungsamt einzurichten hat” und somit bestimmt der Staat den Substanzwert des Geldes. Er beabsichtigte, durch das Absinken des allgemeinen Zinsniveaus wegen der Zwangsläufigkeit, Geld dem Markt zur Verfügung zu stellen, bevor es zu sehr an Wert verliert, zugleich die soziale Frage zu lösen.
Dass das Geldsystem, genauer, das Zinseszinssystem reichlich Schuld an dem heutigen Elend hat, kann nicht bestritten werden: wenigen Profiteuren stehen vielen Schuldnern gegenüber. Über das Geldsystem hatte die Deutschland-Debatte bereits eine längere Abhandlung gemacht:
Das weltweite Finanzmonopoly oder wem nützt das heutige Geldsystem VII.
mit dem Ergebnis, dass das heutige Geldsystem ein System zum Raubbau an Menschen ist. Derzeit ist etwas schwer vorstellbar, wie man es realisieren kann “Das Geld … müsse … mit der Zeit an Wert einbüßen”.
Ließe sich durch gesteuerte Inflation dieses Ziel erreichen?
Anders gefragt: sind die heutigen Bemühungen, die Inflation so niedrig wie möglich zu halten, so stringent verfolgt, weil dadurch das Zinseszinssystem am Leben zu erhalten unterstützt wird?
Wie ist das denn nun mit angespartem Vermögen, zum Beispiel zur Alterssicherung? Johann Silvio Gesell, * 17. März 1862 ; † 11. März 1930, lebte zu einer Zeit, in der die Menschen nicht die heutigen Lebenserwartungen haben. Er lebte in einer Familienphilosophie, in der noch die Jungen ihre Eltern im Alter unterstützten. Wenn nun angespartes Vermögen laufend an Wert verlieren würde, wie kann man den Alten ihren gerechten Lebensabend garantieren?
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Gehortetes Bargeld spielt heute eigentlich kaum eine Rolle, und Giralgeld kann ja einfach wieder neu beliehen werden, macht also nichts wenn einzelne davon Tonnen anhäufen.
Das Problem mit dem “Horten” ist doch ein viel allgemeineres. Wenn jemand 500 Wohnungen besitzt und vermietet, könnte man genau so gut sagen, dass er Vermögen hortet und somit ordnungswidrig die wirtschaftlichen Kreisläufe stört. Genauer gesagt ist die Grenze zur Störung genau da wo Einkommenserzielung zum Selbstzweck wird. Also da, wo nicht mehr verdient wird, um zu konsumieren und auch nicht verdient wird, um Kapital zu akkumulieren um dann später davon die Kapitalerträge zu konsumieren.
Und wenn Anlage in Geldform nicht mehr lohnt, muss halt der Schuldner als Zwischenpartei zwischen Sachanlage und Geldanlage weg.
Wenn es einen starken Mangel an Sachanlagen gibt – weil z.B. durch Krieg alles kaputt ist – macht es übrigens durchaus Sinn, wenn durch den Zins zum Sparen angeregt wird und somit Resourcen für Investitionen verfügbar werden.
Ich kann mich jedenfalls nicht des Eindrucks erwehren, dass die von Zinskritikern aufgeführten Probleme gar nicht am Zinsgeldsystem liegen, sondern ganz einfach an der natürlichen Entwicklung der Vermögensverteilung.
Als ich heute früh vor der Tür meine erste Zigarette rauchte, kam mein Nachbar von der Arbeit. Er arbeitet, wie er mir gestern erzählte, die ganze Woche Nachtschicht. Dafür erhält er monatlich 78 000 Forint, das sind keine 300 €. Wenn das kein Sklavenleben ist, weiß ich nichts mehr. Das Problem ist, das durch Arbeit Werte geschaffen werden, der der sie schafft fast nichts bekommt und der Sklavenhalter diesen Wert abschöpft. Dazu noch Zins und Zinseszins, wo aus Geld neues Geld gemacht wird auf Kosten der Sklaven, da diese Schulden machen müssen um zu überleben. Wahrlich ein Teufelskreis.
Husar !!!
Wissen Sie, welchen Gefallen Sie mir getan haben – DANKE!
Und was steht oben in dem blauen Kasten unter dem Logo?
“Die Globalisierung und der mit dieser einhergehende Kannibalismus der Volkswirtschaften um bestmögliche Rahmenbedingungen zur Industrieansiedlung, verbunden mit Abgabenverlagerung von Unternehmen zu Beschäftigten bei gleichzeitiger Lohnniveausenkung und der Vandalismus des Kapitals haben die Einnahmen der Volkswirtschafen so sehr ausgedünnt, dass dieses Sozialsystem nicht mehr zu erhalten ist! Die Ursachen sind also die Festlegungen der Globalisierung, zu finden in der http://www.deutschland-debatte.de/wp-content/uploads/2008/06/agenda-21-un-konferenz.pdf“, AGENDA 21 von Rio de Janeiro.”
Ich wurde vor längerer Zeit auf die folgende Internet-Seite aufmerksam gemacht:
http://www.joytopia.net/natuerliche_oekonomie.html
Leider sind mir viele Begriffe und Zusammenhänge der jetzigen Finanzwelt noch nicht klar, die Auswirkungen sind aber auch mir klar. Dieses im oben genannten Link erörterte Konzept erscheint mir aber als ein Ausweg aus dem derzeitigen Dilemma und danach zu sein.
Zu den Modellen von Silvio Gesell und anderen Denkern stelle ich mir denoch die Frage, ob nicht diejenigen, die durch die zeitliche Begrenzung der Gültigkeit des Geldes Nachteile erfahren würden (also die Leute mit den ganz dicken Bankkonten), auch die mächtigsten Gegner und Verhinderer einer solchen “Revolution des Finanzsystems” wären?
Auch der Übergang vom alten zum neuen System wäre ist mir nicht ganz verständlich….
“ob nicht diejenigen, die durch die zeitliche Begrenzung der Gültigkeit des Geldes Nachteile erfahren würden (also die Leute mit den ganz dicken Bankkonten), auch die mächtigsten Gegner und Verhinderer einer solchen “Revolution des Finanzsystems” wären?” ->
Logisch, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Es ist ja nicht so, daß durch eine Umwandlung in sogenanntes Freigeld die dicken Bankkonten plötzlich nichts mehr wert wären. Nein, auch diese Leute müssten verflüssigen und notfalls in andere beständige Werte wandeln. Kauf von Immobilien u.ä. Ich habe da gerade keine Idee, da ich nicht in der Zwangslage bin über Millionen zu Verfügen:-)
Letztendlich können wir davon ausgehen, daß die Extremreichen alles schon haben, was man sich für Geld kaufen kann, der Rest des Geldes – nach Abzug der täglichen Million, die man zum Lebensunterhalt zwingend benötigt – liegt doch nur zinsertragend irgendwo herum. Sie wären also gezwungen ihr Kapital in hoffentlich größtenteils binnenwirschaftliche Verhältnisse zu investieren.
Ich kenne reichlich Kleinfirmen, die z.b. mit einer Investition von 100.000 Euro von der Insolvenzklinge springen würden, und langfristig und (Achtung : Modewort) nachhaltig Arbeitsplätze schaffen und halten können. Die meisten dieser Unternehmungen haben hervoragende Techniker als Geschäftsführer, die aber in der Regel kaufmännische Banausen sind. Diese Kombination ist in der heutigen Zeit tödlich. Hier kann helfend mit Finanzmitteln eingegriffen werden.
Nach verschiedenen Quellen liegen zwischen 1 und 4 Billionen Euro auf Sparbüchern, Festgeldkonten oder in Lebensversicherungen. Zum Übergang kann hier die Regelung getroffen werden, daß dieses Geld per sofort nur noch seinen Wert hält, dadurch wird verhindert, daß angespartes Kapital, was womöglich zur Alterssicherung eingesetzt werden sollte, eben nicht verlustig wird.
Mit dem Freigeld kann man sicher auch nur einen Teil der Lösung anbieten. Es wäre aber hilfreich, wenn das Kapital zwingend wieder in den Wirtschaftskreislauf eingeführt würde, anstatt es zinsertragend brach liegen zu lassen. Das ist das eigentliche Ziel.
Eine Teillösung zeichnet sich auch in verschiedenen Gebieten ab. In u.a. Berlin gibt es einen Arbeitstauschhandel. Bügeln gegen Tapezieren, Kinderhorten gegen Gartenpflege. Auch diese Idee ist nicht neu, wurde sie doch schon seit Jahrhunderten erfolgreich praktiziert und ist heute noch in engen Nachbarschafts- und Verwandschaftsverhältnissen in Gebrauch. Man muß auch hier nur zu verhindern wissen, daß der Staat eingreift. Man könnte unterstellen, daß ich als Bügelanbieter Unternehmer wäre und damit Steuerzahlungen anfallen müßten oder ich womöglich Arbeitnehmer einstelle, nur weil sie bei mir “freiwillig” tapezieren und damit Sozialbeiträge fällig wären.
Nicht daß ich einen auf dumme Ideen bringen will, aber die Luftholvolumenbegrenzungssteuer ist schon in der Mache, genauso wie die Bemessungsgrenze zur Darmdurchsatzgewichtsfestlegung letzten Monat nach unten korrigiert wurde.
Eingeführt werden jetzt dafür Ideal-Standard-Schüsseln IP54-spritzwassergeschützt mit Wägescheinplotter und Modemanbindung an das zuständige Finanzamt. Die Luxusausführung von Villeroy & Bloch hat zusätzlich eine Digitalanzeige, IP67-Nässeschutz und Standleitung via Internet inklusive Datencomputer für den Vielgastbetrieb.