"Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) … "Im übrigen sehen wir nicht, dass es einen signifikanten Anstieg befristet Beschäftigter gibt" … Nach IAB-Angaben vom Dienstag stieg der Anteil der befristeten Einstellungen von 32 Prozent im Jahr 2001 auf 47 Prozent im ersten Halbjahr 2009. In Ostdeutschland lag der Anteil an allen Neueinstellungen in der ersten Jahreshälfte 2009 sogar bei 53 Prozent, im Westen bei 45 Prozent" -> http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,8054742,00.html => Kann man so blind sein, Frau vdL?

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Staatsschulden pro Kopf in Deutschland


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Über das Leben in zwei Welten

Nun ist die Europawahl vorbei:

Nur sehr versteckt informierte die Medienlandschaft, dass ca. 60 Prozent der Bürger die Parteien nicht gewählt haben, eine Wahlbeteiligung von etwa nur der Hälfte von Bundestagswahlen erzielt wurde.

Diese statistische Wahrheit lässt sich nicht wegdiskutieren. Diese statistische Wahrheit lässt nur die Interpretation zu, dass die Bürger dieses Landes die EU als politische Institution, die über Deutschland regiert, nicht wollen! Wenn im regierungsamtlichen Fernsehen nach der Wahl die Bedeutung der EU unterstrichen wird, dass 80 Prozent aller Gesetze durch die EU ( genauer hätte es heißen müssen: durch die EU- Kommission ) erfolgen, dann spätestens wissen alle Bürger, es ist erreicht, das mediale  Umerziehungslager Deutschland.

Das mediale  Umerziehungslager Deutschland besteht von der einen Seite aus gesehen aus dem emotionalen Bewusstsein über dieses Deutschland als Vaterland, etwas, was uns gefühlsmäßig seit Jahrzehnten abtrainiert wird; es gibt wahrscheinlich kein Volk auf dieser Erde, das so wenig auf sich stolz ist. Das mediale  Umerziehungslager Deutschland besteht von der anderen Seite aus gesehen aus kühl berechnenden Machtpolitikern, deren Welt bestimmt wird von Strategie und dem globalem Kampf, innerhalb dessen Völker wie Schachfiguren auf einem viel zu kleinen Brett hin- und hergeschoben werden.
Das mediale Umerziehungslager Deutschland wird zudem unterstützt von Instituten, von Willfährigkeiten, die nutznießen ( böse Menschen sagen “Mietmäuler” dazu ), von einer gleichgeschalteten Presse, deren wirkliches Verbrechen darin besteht, dass Nachrichtenagenturen der Zentralpunkt der Gleichschaltung sind. Meinungsvielfalt ist der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit zum Gewinn durch Einkauf von Basisinformationen gewichen.

Ein besonderes Beispiel zeigt sich derzeit in der Nachbewertung der Ergebnisse der EU- Wahl:
Da hat eine CDU verloren, objektive ca. 6%, und die Willfährigkeitspresse, insbesondere der neoliberale SPIEGEL, schreibt über die Wahlschlappe der SPD.

60 Prozent der Deutschen haben gesagt “wir erkennen Euch EU- Politiker nicht an!” 60 Prozent der Deutschen haben gesagt “wir nennen die EU eine illegale Vereinigung”. 60 Prozent der Deutschen haben gesagt “wir befinden die EU als Diktatur!”

Liest man diese Interpretation derzeit im Blätterwald? Nein, natürlich nicht, weil das gehört nicht in das Leitbild Umerziehungslager Deutschland. Wer kann sich nicht daran erinnern, dass die westliche Presse höhnte, wenn im Kommunismus Selbstbezichtigungen oder sibirische Umerziehung bekannt wurde. Jetzt gerade höhnt die Presse wieder über nordkoreanische Umerziehung zweier US- Journalisten und vergessen, dass, viel feiner, Ähnliches in der westlichen Welt Einzug gehalten hat.

Es sollte doch nicht wirklich jemanden wundern: an der Spitze von Presseorganen sitzen Unternehmer. Unternehmer haben ein bestimmtes Weltbild. Es ist eine Illusion zu glauben, dass hier große Unterschiede im Weltbild entstehen – Abtrünnige sind eher die ausgemusterten Sonderlinge, die auch in Zukunft keinen Boden unter den Füßen bekommen werden. Und genau diese Unternehmer sitzen in gemeinsamen Gremien und Verbänden zusammen, sitzen allmonatlich der Bundesregierung auf dem Schoss. Und genau diese Unternehmer sitzen den Banken wegen ihrer Eigenkapitalquote auf dem Schoss: ‘entscheide dich: Rendite oder Bankrott’.
Es ist kein Wunder, dass ein Zentralpunkt der Gleichschaltung das Bundeskanzleramt ist.
In das Umerziehungslager Deutschland passt auch, was der SPIEGEL wieder anführte: “Internet-Blogs zersetzen das informierte und unabhängige Urteil” soll die Berliner Zeitung gesagt haben. Es wird begonnen, einen nicht willkommenen Journalismus zu bekämpfen, weil dieser nicht der beliebigen Willfährigkeit entspricht, weil dieser nicht vorgestanzte Artikel der Nachrichtenorgane übernimmt, um um diese herum ein paar Füllwörter zu machen -fertig ist der Artikel des jeweiligen Medienorgans. Das wirkliche Problem besteht darin, dass wir in Deutschland den GG- Artikel 5 haben, der die Meinungsfreiheit schützen soll; aber das ist ein neues Thema.

Was meinen Sie, welches Geschäft derzeit zwischen der Bundesregierung und den Unternehmern abläuft? Gibst du mir 100 Mrd., dann gebe ich dir den Hausfrieden. Die müden Versuche Einzelner, man solle doch nicht …, dienen schlicht und einfach dazu, das sorgsam inszenierte Theater aller nicht zusammenstürzen zu lassen. Wir, das Volk, sind Rangbewohner. Wir, das Volk, haben über unsere Steuern Eintritt zu diesem Theater gezahlt, zwangsweise. Wir, das Volk, werden zwangsweise Teilnehmer des Umerziehungslagers Deutschland, während die Regie über das Umerziehungslager Deutschland andernorts vollzogen wird.

Mit Begriffen, wie ‘peinlich’, ’selektive Wahrnehmung’, ‘verkehrte Welt’ ist nicht zu beschreiben, was derzeit die SPD treibt:

  1. die Subsummierung der Unfähigkeit, angefangen von Steinmeier über Müntefering bis hin zu Platzek
  2. “erfolgversprechende Akzente”, wie der SPIEGEL über die SPD geißelt, zeigten die Wahlergebnisse
  3. “Unser Kurs ist der richtige”, so dieser fähigste Kopf der SPD.

Wer eine solche Niederlage mit “Unser Kurs ist der richtige” beschreibt, der weiß, dass er sich im Umerziehungslager Deutschland befindet. Weiter so! beinhaltet, dass das Volk ohnehin in dieser real existierenden Demokratie ( wer erinnert sich nicht an den medialen Ausdruck des real existierenden Sozialismus ) keine Rolle spielt, weil längst Parteien die Diktatur übernommen haben. Fast müsste man sagen, dass Parteien ein Anachronismus zur Demokratie sind, es sei denn, sie haben programmatisch aufgenommen sich aufzulösen, wenn die Demokratie tatsächlich vollzogen ist.
Aus einer gewissen Entfernung zur heutigen Situation lässt sich vielleicht sagen, dass es mehr als bedauerlich ist, dass Russland und die DDR nicht mehr wie früher existieren, weil der Systemkampf aufgehört hat. Demokratie braucht man niemandem mehr zu beweisen.

Demokratie existiert auch dann, wenn total demokratisch nur noch 5 Prozent der Bevölkerung zur Wahl gegangen sind und die Wahlergebnisse der 5 Prozent sich wie folgt darstellen:

Wen interessiert schon, dass diese 30,7 Prozent durch nur 921.718 Bürger zustande gekommen sind? Es wird immer Mietmäuler geben, die ehrfürchtig 921.718 Bürger in verbale Watte verpacken.

Nein, um zum Kern zu kommen: ab welcher Mindestbeteiligung ist eine Demokratie eigentlich noch legitim? Ein besonders klug erscheinen wollender Leser kommentierte: “Das Thema «Wie illegal ist die EU-Wahl ?» ist in sich selbst schon aus logischen Gründen unhaltbar.” Er hat schlichtweg nicht verstanden, dass eine solche Frage sehr wohl auch aus logischer Sicht Sinn macht – vielleicht entspricht diese nicht unbedingt seinem schwarz-weißen Bewusstsein.

DD sagt sehr deutlich: die Reform der Demokratie ist dringend erforderlich – wenngleich nicht so, wie Brandenburger Diktatoren es sich vorstellen. Das Haus Deutschland muss völlig neu aufgebaut werden, das Fundament hat schwere Risse bekommen, so dass das Gebäude einsturzgefährdet ist. Um einmal mit Mc. Kinsey zu reden: in dieser Situation sollte man beginnen, das Undenkbare zu denken.

Wer die Reform der Demokratie nicht ins Auge fasst, der wird Faschismus ernten! Wer behauptet, die Demokratie bräuchte keine Reform, der sollte sich schnellstmöglichst aufs Altenteil begeben, der hat in einer Gesellschaft mit auseinanderbrechenden Generationen und Gegensätzen nichts verloren.

Wer die Reform der Demokratie nicht ins Auge fasst, der wird Faschismus ernten!

4 Reaktionen zu “Über das Leben in zwei Welten”

  1. Deutschland Debatte » Einführung der Wahlpflicht

    [...] Wer in zwei Welten lebt, der sollte sich nicht wundern, dass Bürger von derartigen Ideen die Schnauze voll haben. Hier wird Demokratie ad absurdum geführt: die Demokratie soll nicht aus dem besten System zur besten ausgleichenden Politik überzeugen, sie soll durch Zwang überzeugen: die Installation der demokratisch genannten Diktatur. Sicherlich, es ist mehr als grenzwertig, wenn Bürger diesen SPD- Intelligenzbolzen fragen, „Sind Sie ein Nazi, Herr Thießen? Wollen Sie die Gestapo wieder einführen?“ wie die Bild [...]

  2. ast61

    vielleicht wäre ein erster Schritt, wie bei der Petition gegen die Internetzensur, die Leute auch mal für Sachen wie z.B. Volksentscheid über den Lissabonvertrag auf die Barrikaden(Petitionen) zu bringen?
    Daran könnte die Presse nicht vorbeigehen.
    Nur…wie erzielt man Aufmerksamkeit?

  3. bmadmin

    @ast: Petitionen – ha – da gibt es im Bundestag einen Amüsierausschuss, Petitionsausschuss genannt; ich selber habe dort einige Petitionen eingebracht, die von etlichen Bürgen mit unterzeichnet wurden. Die merkwürdigsten Ablehnungsbescheide bekommt man von dort.

  4. Issoweilsosoll

    @ ast61

    Sie schreiben : Daran könnte die Presse nicht vorbeigehen.

    Was glauben Sie woran die Presse alles vorbei gehen kann.
    Vergessen Sie die Presse.
    Teilen Sie doch mal der Presse mit, Sie wollen als Leser ( Kunde) nicht mehr soviel Berichte von Partei – Gesindel lesen.

    Teilen Sie denen mal mit, Zeitungsenten würden eben auch durch Partei Mitteilungen entstehen, eigentlich wäre deren Zeitung dadurch inzwischen zu einem Witzblatt verkommen, und empfehlen Sie denen :
    Parteien und deren Mitglieder zu ignorieren, vielleicht sogar den auf diesen Seiten vorhandenen Gif zu verwenden.

    Und..vielleicht gelingt es Ihnen, dass mehr nicht Wähler diese Meinung mit verbreiten, dann…dann besteht evtl. eine Chance, dass das Gesindel mal nachdenkt.

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