Hot News: "Deutschland muss sparen, ab 2011 gilt die Schuldenbremse. Doch im neuen Haushaltsentwurf finden sich Posten wie die Finanzssteuer. Luftbuchungen also", http://www.morgenpost.de/politik/article1337597/Deutscher-Haushalt-enthaelt-Luftbuchungen.html => der Zerfallsprozess erreicht die konservative Presse; diese ist nicht mehr bereit, Büttel für die konservative Regierung unter Merkel zu sein.

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Sinkende Preise

“Die externe Multimedia-Festplatte Archos TV+, Testsieger der Zeitschrift “Video”, kostete vor vier Wochen mit 80 GB Kapazität im Schnitt rund 165 Euro, inzwischen muss man für das Gerät noch knapp 130 Euro hinlegen (-21,24 Prozent)”, schreibt n-tv.

Das Produkt selber, ob nun Rechner- Hardware, Autos oder was auch immer, ist völlig unwichtig: wie kommt es zu einer Deflation? ACHTUNG: nicht alle sinkenden Preise sind auf Deflationseffekt zurückzuführen; unterscheiden Sie “effect of scales“, sinkende Preise durch Hochauslastung der Firmenkapazitäten!

Was ist Deflation?

Wikipedia schreibt:

“Wenn sich eine Volkswirtschaft im Abschwung eines Konjunkturzyklus befindet, reagieren die Menschen vorsichtig. Sie erwarten, dass sich ihre Einkommenslage verschlechtern wird, sie fürchten um ihren Arbeitsplatz, und geben deshalb in der Erwartung eines zukünftig geringeren Einkommens und der daraus resultierenden Haltung der Existenzsicherung weniger Geld aus (Konsumstreik). Eine vermehrte Zunahme der persönlichen finanziellen Rücklagen setzt allenfalls dann ein, wenn der Zustrom an Geld für die Person nicht so stark sinkt wie der Abfluss an Geld.

Auch die Unternehmen halten sich zurück. Es wird nur das Nötigste gekauft und wenig investiert (sogenannte Investitionszurückhaltung). Dieser Nachfragerückgang führt dazu, dass Unternehmen geringere Umsätze bzw. auch Gewinne, verbuchen und im Anfangsstadium rationalisieren (häufig Entlassungen) oder schließlich, in letzter Instanz, zahlungsunfähig werden. Insgesamt sinkt nun die Gesamtgüternachfrage bei ungefähr gleich bleibendem Güterangebot (Nachfragelücke).

Grundsätzlich sind geringere Bedürfnisse die Ursache von Konsumzurückhaltung. Ob diese geringeren Bedürfnisse aus Selbstbeherrschung oder mangelndem Geld resultieren ist eine andere Sache. Eine größere Sparneigung kann ebenfalls ein Grund sein, hervorgerufen durch eine verschlechterte Zukunftserwartung. Dieses Phänomen ist zurzeit in Japan zu beobachten.”

Kurz gesagt: einer verminderten Güternachfrage ( Kaufzurückhaltung ) stehen sinkende Preise der Unternehmen gegenüber, um Kunden zum Kauf der Güter zu verleiten. Merkmale sind also: sinkende Preise bei sinkenden Verkäufen.

Schlüsselwort hier ist der Deckungsbeitrag. Ein Unternehmen, das Produkte herstellt, betreibt teilweise recht hohe Investitionskosten ( Maschinen, Anlagen, Einrichtungen, Gebäude, usw. ), um die Produkte herstellen zu können.

DD zeigte bezüglich der Preise unlängst auf, am Beispiel der Waschmaschinen, worum es bei Preisen geht:

“Was viele bezüglich Preisen nicht verstehen soll hier sehr deutlich dargestellt werden:
In einer Firma werden Waren aus der vorgenannten Tabelle hergestellt, sagen wir Waschmaschinen. Die Firma ist vor 20 Jahren entstanden und für eine Stückzahl von 500.000 Waschmaschinen je Jahr geplant. Die Waschmaschinenfirma hat gekostet 500 Millionen Euro. Grob gesagt, die Firma besteht aus Gebäuden, Grundversorgungsgütern, Maschinen, Anlagen, Einrichtungen.

500.000.000 %- Anteil Abschreibg.
Jahre
Kosten
Gebäude, Gelände 15% 30 2.500.000
Grundversorgungsgütern 3% 12 1.250.000
Maschinen 40% 10 20.000.000
Anlagen 25% 10 12.500.000
Einrichtungen. 17% 6 14.166.667
Kosten ohne Produktion einer Waschmaschine: 50.416.667

Wir sehen in der Tabelle also Kosten ( hier nur Abschreibung, Fixkosten enthalten aber deutlich mehr Positionen als nur die Abschreibung ), die entstehen, ob nun eine Waschmaschine verkauft wird oder nicht. Ein Unternehmer, der keine Produkte verkauft, der Monat für Monat diese Kosten tragen muss, wird auf Dauer nicht überlebensfähig sein: es droht Insolvenz.  Man spricht hier von Fixkosten. Also muss er sich fragen, wie weit sein Preis herunter gehen kann, damit seine Fixkosten zum Teil wenigstens noch durch Verkäufe getragen werden.

Wikipedia: “Der Deckungsbeitrag ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten. Es handelt sich also um den Betrag, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht.” Die Deckungsbeitragsrechnung macht also nichts anderes als zu ermitteln, welche Preise welche Gewinne/Verluste gegenüber stehen.

Firmen nutzen also gerade in der perspektivisch umsatzschwachen Zeit die Deckungsbeitragsrechnung, um die Preissenkungsspirale auszuloten.

Ab hier menschelt es: Der Käufer, der eigentlich geneigt wäre etwas zu kaufen, wartet auf weiter fallende Preise: “Es geht sicherlich noch weiter runter”. Gerade bei Elektronik sind wir gewohnt, dass die Preise bezogen auf die Leistungsfähigkeit Jahr für Jahr stark sinken. Konsequenz: wir warten mit dem Kauf, bis ein Kauf unausbleiblich ist. Das ist für uns als Bürger verständlich, wer will schon mehr Geld ausgeben, als er wirklich bräuchte?

Für eine Firma, die auf Produktion angewiesen ist, ist unser warten natürlich ein Drama. Es droht, wie gesagt, Insolvenz. Vorletzter Zug vor der Insolvenz ist der Verkauf mit einem noch gerade ertragbaren Verlust in der Hoffnung, dass die Wirtschaftsschwäche überbrückt werden kann. Ist die Dauer zu lang, dann kommt es tatsächlich zur Insolvenz.

Kommen Insolvenzen in der Wirtschaft auf breiter Linie, dann wird auch der Arbeitsplatzabbau auf breiter Linie stattfinden: das ist dann der Niedergang der Industrie und der Eingang in eine irreparable Wirtschaftskrise mit staatswirtschaftlicher Auswirkung.

Möge es nicht so weit kommen!

Schönen Sonntag!

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+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

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