Reihenfolge bestimmt die Entwicklung
Entsetzt ruft n-tv: “O du schreckliche USA im Käuferstreik” und schreibt “Die US-Konjunkturaussichten hatten sich zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts noch weiter verdüstert. Trotz Rabattaktionen und Sonderangeboten griffen viele Verbraucher daher nicht tief in ihre Geldbeutel.”
Viele “Experten”, insbesondere Politiker, meinen durch Investitionen die Wirtschaft ins Gang zu bringen! HÄCHERLICHER UNSINN!
Warum lächerlicher Unsinn? Niemand in der Wirtschaft wird Investitionen tätigen, wenn er weiß, dass der Absatz nicht vorhanden ist, warum auch immer! Fast gesundbeterisch wird hüben wie drüben beschworen, die Psychologie mache 80 Prozent des Marktgeschehens aus. Pellengahr trat unlängst vor die Fernsehkameras und verkündete freudestrahlend, dass der Umsatz auf dem Vorjahresniveau läge – oh je, hätte er das nur nicht gesagt, weil dies bedeutet ja, dass wegen der Inflationsrate von ca. 3 Prozent auch 3 Prozent weniger verkauft wurde! Aber für die Psychologie des Marktes nimmt man scheint’s gern Widersprüchlichkeiten hin.
Die Amerikaner haben gerade eine lehrreiche Packung von Herrn Greenspan zugesandt bekommen: sie verlieren gerade Haus und Hof, sie verlieren gerade ihr für die Zukunft Erspartes, sie verlieren gerade, was sie immer stolz machte, ihren Optimismus.
Dafür aber ist Strahlemann Obama angetreten, die Lichtfigur der Hochfinanz, zumindest für ein paar Jahre. Er hat eine Ausstrahlung, die begeistert, er ist der wahre Verführer, er kann blind machen, er begeistert und vernebelt das Hirn! So jemanden braucht Amerika gerade, um wieder anzuspringen.
Aber dann? Was ist dann? Führen wir den Turbokapitalismus fort? Laufen wir weiter am Nasenring durch die Welt geführt herum? Ich fürchte, ja, denn weder diese so vollmundig zu Beginn der Finanzkrise aufgetretene Bundesregierung mit den HaHaHardlinern Merkel und Steinbrück wird einen Yota an den Finanzgebaren der virtuellen und zur Vernichtung strebenden Finanzwelt ändern, noch irgend ein Staatsmann, Obama erst recht nicht!
Es gibt Internetseiten, die sich schon fragen, wie in einem Rekordtempo ein Mann ganz nach oben kam. Wie es kam, dass gegen alle Ressentiments sich jemand durchsetzte, und das mit diesem Profil! Da kam sicherlich Begabung und Ausstrahlung zusammen, ob es das allein allerdings war, das mag man bezweifeln!
Zurück zur Konsumunfreundlichkeit der Amerikaner. Unlängst verkündete also der Strahlemann des Sternenbanners, dass er 3 Millionen Arbeitsplätze schaffen wolle. Hmmm, “er” will sie schaffen? Oder ist er Stellvertreter der Industrie, insbesondere von Fahrzeugen, die niemand sich mehr leisten kann? Nein, auch das ist Psychologie, dieselbe die unsere Pastorentochter betreibt: alles ist gut – alles wird gut – Petri heil ( oder so ). Bewirken wird das nichts, bis auf die eine Sache, dass die Medienindustrie willfährig zu applaudieren und auch die Seite DD Stunden damit beschäftigt ist, diesen Unsinn auseinander zu nehmen.
Einer der größten Unsinnssätze ist dieser: “Nur wenn wir diese Ursachen benennen, können wir die Welt aus dieser Krise führen.” Durch einfaches Benennen löst man nichts, nullkommanichts! Handeln, gnädige Dame, sollten Sie und sich vor allem nicht in Plattitüden verhaspeln! Furchbar! Jedes Milchmädchen würde bei solch einer Leistung schamrot davon laufen! Was für eine Leistung?
Zum Beispiel diese: “Diese Prinzipien müssen weltweit beachtet werden. Erst das wird die Welt aus dieser Krise führen. Die Welt ist dabei, diese Lektion zu lernen.
Und das ist die Chance, die in dieser Krise steckt, die Chance für internationale Regeln, die sich an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft orientieren.
Ich werde nicht locker lassen, bis wir solche Regeln erreicht haben.”
Allgemeingültige philosophische Prinzipien sollen zum Beispiel von der Finanzwelt beachtet werden. Frau Merkel, aufwachen, Sie sind nur eine kleine Bundeskanzlerin eines kleinen Volkes. Sie tun so, als könnten Sie die Welt bestimmen. Die Welt, besser gesagt, die Finanzoligarchie, zeigt IHNEN wo es lang geht.
Welche Lektion lernt gerade die Welt? Stimmten Sie sich doch einmal mit Steinbrück ab, der gestern noch verkündete, dass er fürchte, die Finanzwelt werde sich nicht ändern.
Sie sprechen von Regeln, internationalen Regeln und quasseln total wirres Zeug, unverständlich in schönen Wörtchen gekleidet. Mein Deutschlehrer würde eine “6″ unter solch einem inhaltsleeren Zeug geschrieben haben. Was konkret meinen Sie mit Regeln? Flüchten Sie sich nicht wieder in ihre geliebten Plattitüden!
Einfach geil der Satz: “Ich werde nicht locker lassen, bis wir solche Regeln erreicht haben.” Da können wir alle mächtig stolz auf eine solche Bundeskanzlerin sein. Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie Windhunde”, nicht wahr? Teusche, hebt die Hand zum Applaus für eine solche machtvolle Kämpferin des Inhaltsleeren!
Na, sie wird wieder, diesmal mit anderen Worten, ihrem Ruf gerecht: die Kanzlerin des Ungefähren! Aber toll macht sie das.
Nur, wirken wird es nicht. Die Menschen haben am eigenen Leibe erlebt, wie sie an den Rand des Hungers, in die Armut getrieben wurden. Das und nur das zählt und ist nicht mit noch so schönen Worten zu besänftigen. Etwa 20 Millionen Menschen müssen sich nun ansehen und sagen “wir sind betrogen worden”, um alles, um die Zukunft, um unser Leben, weil es lauter inhaltsleere Sprechblasen in Parlamenten gibt, weil es eine kaum noch zu übersehende Anzahl Mietmäuler in Gestalt von selbstständigen Experten mit ihren Instituten gibt, weil es eine Willfährigkeitspresse gibt, die zu dem größten Scheiß applaudiert ohne Ende. Das hatten wir schon einmal – ich habe gelernt, dass es zweifelhaft sei, ob Menschen aus der Geschichte lernen können. Ich sage: nein!
Was uns erwartet? Nur ganz kurz:
- Insolvenzwelle, privat und unternehmerisch
- hunderttausende zusätzliche Arbeitslose
- hunderttausende, die in Kurzarbeit oder Bildungsmaßnahmen statistisch versteckt werden
- das Kinderelend in dem reichen Deutschland kriegen wir nicht in den Griff
- wir bereiten die Altersarmut gerade vor
- Gott verhüte: das Schließen oder Reglementieren des Lebensmitteleinkaufs
- Gott verhüte: Krieg.
Aber das paßt nicht in eine Neujahrsansprache die, wie der SPIEGEL so schön schreibt, sie solle nicht “unpassend für einen aufmunternden Gruß zum Jahreswechsel” sein.










