Hot News: "Weil das private Nettovermögen der Deutschen nach Dills Berechnungen bei 8,2 Billionen Euro liegt, kämen die 1,7 Billionen Euro durch eine Abgabe in Höhe von gut 20 Prozent zusammen. Diese müsste allerdings auf jeglichen Besitz erhoben werden – vom Festgeldkonto über das Aktiendepot bis hin zur Immobilie. Weil den reichsten zehn Prozent der Deutschen gut 60 Prozent des gesamten Vermögens gehören, würden sie die Hauptlast bei der Schulden-Weg-Aktion tragen", der SPIEGEL träumt über Möglichkeiten der Schuldenentlastung Deutschlands: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711589,00.html

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Finanzkrise – alles wie bisher

Man sollte sich keinen Illusionen hingeben: lernen werden wir aus der Finanzkrise NICHTS! Ein paar kosmetische Operatiönchen, das war’s dann auch. Beispiel: Derivatehandel. Zu dem meinte Steinbrück unlängst:

Steinbrück: “Das sogenannte Short Selling (Leerverkäufe) soll verboten werden”; das ist die einzig sinnvolle Maßnahme; bereits vor Monaten hatte ich eine Bundestagspetition eingebracht, dass das verboten werden soll. Es ist aber leider nur die halbe Miete: es hätte Steinbrück den ausübungslosen Optionsscheinhandel, das ist der Handel mit Wettscheinen, der nur dazu da ist zu spekulieren, verbieten sollen. Aber das hat er sich nicht getraut, diesen Billionenmarkt der Zocker auszutrocknen. Er hätte definieren müssen, dass die Börse nur noch zur langfristigen Investition in realen Werten da sein soll. Da muss man mal mit der “Deutschen Börse” und den anderen internationalen Finanzplätzen ins Gericht gehen! Dazu aber sind sie nicht gekommen, die Herren Politiker!

Von dem Onlineauftritt von n-tv kommt nun die Gegenbewegung, in Form von Walter Kozubek, hebelprodukte.de. Was dahinter steckt, sollte man auf seiner Seite sehen, hier ein Beispiel:

“Je früher der Kursrückgang einsetzt, desto höher wird der Gewinn sein, da in diesem Fall auch die anteiligen Finanzierungskosten mitverkauft werden können.”

Hier wird also genau das empfohlen, was Steinbrück oder Muhammad Yunus geißeln: die absolute Verkommenheit des Finanzmarktes zu einem Spielkasino. Scheinheilig heißt es auch in dem n-tv- Artikel: “Das beste Werkzeug in den falschen Händen kann Schaden verursachen”. Zudem werden Derivate in den Stand einer einseitigen Abhängigkeit zum Referenzinstrument erhoben: “Bei Derivaten handelt es sich um Finanzinstrumente, deren Wert vom Wert eines anderen Finanzinstruments wie beispielsweise einer Aktie, einem Index, einem Rohstoff oder einer Investmentstrategie abhängt”. Es erhebt sich allerdings die Frage nach dem Ei und der Henne in der zweiten Generation. In der ersten Generation ist sicherlich das Referenzinstrument zunächst auf dem Markt ( Anteilschein in Form einer Aktie … ), dann kommt oft das Derivat hinterher. Weil bei Derivaten eine Kursveränderung des Referenzinstrumentes vielfach sich auswirkt, Beispiel: eine Aktie steigt um 2 Prozent – das Derivat der Aktie kann um 10 Prozent steigen ( man spricht hier von Hebelwirkung ) – macht es für entsprechend finanziell Ausgestattete Sinn, das Derivat im Sekundenhandel zu kaufen und Sekunden später das Referenzinstrument ( bei CALL Option ). Das Referenzinstrument treibt dann das Derivat, welches nach der Operation zusammen mit dem Referenzinstrument verkauft wird.

Erläuterung Sekundenhandel, wieder Link n-tv- Artikel: “Hebelprodukteanleger hingegen sind eher kurzfristig orientiert und es verwundert nicht, dass sich unter den Intraday Tradern sehr viele Hebelprodukteanlegeranleger befinden, die ihre Gewinne innerhalb kürzester Zeit, manchmal sogar wenigen Minuten oder Stunden, realisieren wollen und daher die eben gekauften Hebelprodukte sofort wieder verkaufen”.

Hier wird ganz klar das Zocken propagiert. In der Abwägung der Argumente:

a) Derivate eignen sich, die Aktienanlage gegen Verluste abzusichern
b) Derivate treiben Preise des Referenzinstrumentes

bin ich klar auf der Seite der Verbotsfreunde. Wer zocken will, sollte in die Spielbank gehen. Meine Forderung: Herr Steinbrück, lösen Sie den Derivatemarkt von der Deutschen Börse. Verbieten Sie

a) Leerverkäufe und
b) ausübungslose Calls auf Rohrstoffwaren jeglicher Art.

Jeder, der auf diesem Markt handelt, MUSS wissen, dass jegliche Anlage mit einem Unternehmerrisiko versehen ist, und sei es nur der Privatmann, der seine Spielchen betreibt.

__________

Nun werden Sie als normaler Bürger sagen: “Was interessieren mich Derivate!” Haben Sie eine Lebensversicherung? Lebensversicherungen können deshalb ihre Leistungen ausschütten, weil sie zum Beispiel auch am Aktienmarkt Gelder anlegen. Gewinne der Lebensversicherungen ergeben sich aus Kursgewinnen und Dividendenzahlungen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Derivate erheblichen Anteil an Kursentwicklungen haben, wird über Derivate Ihre Lebensversicherung beeinflusst. Viel Freude bei den folgenden Meldungen der Versicherungen bezüglich Ihres Überschussanteils.

3 Reaktionen zu “Finanzkrise – alles wie bisher”

  1. Unverzichtbar

    die Finanzkrise ist da…

    [...] Als die globale Finanzkrise ihren Lauf nahme und damals noch als Subprime-Krise bezeichnet wurde, ahnten nur ganz wenige, welches Ausmaß die Krise nehmen könnte. Dass es unter [...]…

  2. Köhler rechnet mit Finanzbranche ab im Finanzabank Finanz Blog

    [...] war. Denn da entstand der internationale Währungsfond sowie die Weltbank. Die Finanzkrise sei [...]

  3. zdago

    Die Regierung hat – beginnend unter Schröder – doch erst den Weg für diese innovativen Finanzprodukte freigemacht !
    Wer wirklich etwas ändern will, muß mit den 600 in Berlin anfangen – Betrug und Veruntreuung.
    Danach die Berater – die Konzerne sind bekannt – gleiches Delikt – gleiches Schicksal.
    Und dann kann man sin mit den Handlangern vor Ort beschäftigen – Manager, Aufsichtsräte – gleiches Delikt.

    Solange auf dieser Ebene nichts geschieht – ist alles andere Humbug – und jede Finanzhilfe mit Steuergeld Veruntreung.
    Und für Juristen – für die Weigerung, dieses Verbrechen zu verfolgen, gibt es den Begriff: Strafvereitelung im Amt!
    mfg zdago

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+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

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