Hot News: "Deutschland muss sparen, ab 2011 gilt die Schuldenbremse. Doch im neuen Haushaltsentwurf finden sich Posten wie die Finanzssteuer. Luftbuchungen also", http://www.morgenpost.de/politik/article1337597/Deutscher-Haushalt-enthaelt-Luftbuchungen.html => der Zerfallsprozess erreicht die konservative Presse; diese ist nicht mehr bereit, Büttel für die konservative Regierung unter Merkel zu sein.

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Unsere Gesundheit – was ist sie uns wert?

DD fragt einmal anders:

Wieviel würden Sie bezahlen, wenn Sie von einem tödlichen Herzleiden befreit würden?

Wieviel würden Sie bezahlen, wenn Ihre Zähne nicht der Reihe nach herausfallen würden?

Erst dann, wenn es UNS ganz nah betrifft, insbesondere, wenn wir um uns Leben ringen, dann ist es uns auf einmal viel wert – bitte seien Sie so fair und denken Sie darüber einmal vorurteilsfrei nach! Um einem möglichen Vorwurf gegenüber DD vorzubeugen: diese Fragen sind nicht polemisch, sie sind scharf gestellt und führen zum Kernproblem: viele Bürger sind oder fühlen sich finanziell ausgebeutet, am Ende; so ist jedes Mehr immer schärfer in der Diskussion und führt zur Ablehnung. Auch können wir feststellen, dass wir UNSEREN Lohn für zu gering halten, aber den Lohn anderer neiden: das ist nicht verwerflich, das zeigt, wir sind am Ende der von dieser Politik gewollten Verteilungswut in unserem Lande angelangt.

Nein, DD sagt nicht, wir fordern höhere KK- Beiträge, damit Ärzte sich mehr wertgeschätzt fühlen. Es MUSS kreative Lösungen, abseits einer Verindustrialisierung nach amerikanischem oder britischen Muster, in Amerika sind 47 Millionen Menschen, also das halbe Deutschland, ohne Krankenversicherung, geben! Am Schluss werden wir einen ( nur einen ) Vorschlag unterbreiten. Sie alle, liebe Leser, sind aufgerufen, einen Gegenentwurf zur Bertelsmannisierung ( Industrialisierung des Gesundheitswesens ) zu machen! Nehmt die Partizipation an der Politikgestaltung ernst!

Einen Hinweis auf die Amerikateuren ( entschuldigen Sie den Fehler in der Schreibweise ) Leser: schauen Sie sich einmal die Kostenanalyse der Gesundheitssysteme der unterschiedlichen Länder des Analysehauses Price Waterhose Cooper, Figure 5: Older people consume more healthcare than younger people do, Seite 11 an! Vergleichen Sie dieses sündhaft teure US- Gesundheitssystem, dann wissen Sie, warum 47 Millionen US Bürger keine Krankenversicherung haben und wie relativ gut es uns derzeit in Deutchland ( noch ) geht! Andererseits macht gerade diese Statistik auch deutlich, was in Zukunft nach Willen unserer “Reform”geilen Regierung noch auf uns zukommt!

DD fragt daher nochmals:

Wieviel würden Sie bezahlen, wenn Sie von einem tödlichen Herzleiden befreit würden?

Wieviel würden Sie bezahlen, wenn Ihre Zähne nicht der Reihe nach herausfallen würden?

Machen wir doch einmal den Beginn einer etwas komplexeren Betrachtung:

Die finanzielle Seite

Hier schreibt eine Seite: “In jeder Praxis wird es finanziell enger. Gesetzliche Vorgaben und die immer größere Anzahl von Zahnärzten verschärfen den Verteilungskampf. Aber während der eine mit diesen negativen Vorgaben finanziell gut zurecht kommt, hat der andere schwer zu kämpfen … Von einem Umsatz, der beispielsweise bei einer Million DM liegt, bleibt dann unter Umständen nur ein Gewinn von 50 000 DM – und davon müssen Tilgung, Lebenshaltungskosten und Rücklagen bestritten werden.”

DD hat auf der Basis der Kenntnisse, wie industriell kalkuliert wird, folgende Rechnung erstellt:

Eine Praxis, je nach Notwendigkeit der Apparate, wird viele hunderttausend Euro kosten. Gehe ich einmal von einer Investition von 500.000 Euro aus ( sicherlich reicht die für radiologische Praxen nicht ), dann rechnet die Industrie an Kostenkalkulation wie folgt:

1. Grunddaten: Investition 500.000, 40% Eigenmittel, 60% zu 4,5%
2 Praxishelfer à 3000 Euro Vollkosten

2. Kalkulation

Darlehenszinsen 1125 Euro/Monat
Entgangene Zinsen für Eigenkapital 750 Euro/Monat
Abschreibung 8 Jahre, 5280 Euro/Monat
Instandhaltung 1250 Euro/Monat
Warmmiete, 200 qm, 3000 Euro/Monat
Servicefunktionen, 200 Euro/Monat
Strom, Wasser, Telefon 500 Euro/Monat
Personalvollkosten, 6000 Euro/Monat
Arzt-Vollkosten, 10000 Euro/Monat
Versicherungen, 1000 Euro/Monat
_______________________________________________
Zwischensumme 28.033 Euro/Monat, Monatskosten ohne einen “Kunden”.

Öffnungsdauer der Praxis/Woche: 40 Stunden
Ferienabschlag, Feiertage, Krankheit 20%: 32 Stunden
Öffnungsdauer der Praxis/Monat: 128 Stunden/Monat = 1536 Stunden/Jahr = 7680 Minuten/Monat
Auslastungsgrad, netto 90%

Patientenminuten/Monat 6912 Minuten/Monat.
________________________________________________

Rechnung ohne Arzthonorar:
Patientenkosten je Minute: 2,35 Euro/Minute
Patientenkosten je Stunde: 141 Euro/Stunde
Auf das Jahr bezogen beginnt die Rentabilität mit einem Umsatz von 216.000 Euro/Jahr; ab diesem Betrag hat ein Arzt je Euro Mehrumsatz rund 40 Eurocent Nettolohn ( Soli, KK, RV … müssen Ärzte auch zahlen )!

Rechnung mit Arzthonorar ( Praxismanagement ):
Patientenkosten je Minute: 4,06 Euro/Minute
Patientenkosten je Stunde: 243 Euro/Stunde
Auf das Jahr bezogen beginnt die Rentabilität mit einem Umsatz von 370.000 Euro/Jahr; ab diesem Betrag hat ein Arzt je Euro Mehrumsatz rund 40 Eurocent Nettolohn ( Soli, KK, RV … müssen Ärzte auch zahlen )!

Man sieht, dass Kapitalkosten mit fast 6000 Euro je Monat mit 21 Prozent einen wesentlichen Posten in der Kalkulation darstellen; siehe Verbesserungsvorschlag am Schluss. Einen zusätzlichen Hinweis zu dem Thema Rücklagen, nach Frau Olbertz, MBA: Sie sollten berücksichtigen, dass Abschreibungen die Rücklagen sind! Der Unternehmer, der Steuerverminderungen durch Abschreibungen zum Eigenverbrauch nutzt, handelt mehr als leichtfertig!

Achtung, wenn Sie vorhergehende Rechnung betrachten, dann ist hier nur von KOSTEN die Rede, würde die Praxis des allein arbeitenden Arztes beispielsweise einen Umsatz von 350.000 Euro bestreiten, wäre der Nettoverdienst des Arztes etwa 5575 Euro/Monat bei vollem Risiko, dass er im schlimmsten Falle auf einem Berg voller Schulden hängen bleibt. Und das nach einer Berufsausbildung ohne Einkommen von plus 8 Jahren gegenüber einem Angestellten. Bezogen auf ein Berufsleben von 40 Jahren sind 8 Jahre übrigens 20 Prozent; würde also der Arzt genau 20 Prozent mehr verdienen als der Angestellte, dann würden beide gleich viel verdienen ( die Einkommensteuerprogression hebt den Satz deutlich höher, vielleicht auf 30 Prozent ).

Es ist also kein Wunder, dass sich “Unruhe” bei den Ärzten breit macht.

“Die Protestwoche der Berliner Kassenärzte bezeichneten die Initiatoren als großen Erfolg. Täglich blieben bis zu 1 500 Arztpraxen in der Hauptstadt geschlossen, teilte das Bündnis Berliner Kassenärzte am 30. Juni mit”, schreibt das Ärzteblatt 2006.
Weiter heißt es “In Mainz machten am 28. Juni rund 2 000 Ärzte ihrem Ärger über die Gesundheitspolitik Luft. „Ärztinnen und Ärzte werden mit ihren Protesten gegen Unterfinanzierung und Rationierung und gegen Reglementierungen nicht lockerlassen. Doch dieses Durchhaltevermögen unterschätzen derzeit noch immer viele Politiker“, erklärte der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. med. Frieder Hessenauer.”

Wirklicher Erfolg? In dieser Demokratie mag protestieren, wer will, er wird freundlich überhört. Es gehört zum Ritual auch der Protestierenden, dass man ERFOLG vermeldet. Es sollten die Protestierenden ZUVOR einen Kriterienkatalog aufstellen, was sie mit dem Protest erreichen wollen! Sie werden es nicht machen, ob Ärzte, ob Gewerkschaften, …, weil, das kann man an dem teilweise handfesten Protest der Bauern sehen, jeder, der mit Vorsicht und hoher Verantwortung handelt, der scheint keinen Erfolg in dieser Demokratie zu haben.
Die Kassenärzte von 2006 werden zugeben müssen, die Kohl’sche Elefantenherde ist weitergetrabt. Wen interessieren solche Verbände in der Politik, wenn das für die Politik höhere Ziel die Industriealisierung des Gesundheitswesens ist?

Es ist also kein Wunder, dass sich weiterhin “Unruhe” bei den Ärzten breit macht.

Das Bündnis Berliner Kassenärzte hat die rund 6.500 niedergelassenen Ärzte der Hauptstadt aufgefordert, vom 23. bis 30. Juni ihre Praxen zu schließen und stattdessen Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Mit den Praxisschließungen wollen die haus- und fachärztlichen Berufsverbände und die Ärzteinitiative Medi Berlin den Druck auf die Politik erhöhen, mehr Geld für die ambulante medizinische Versorgung bereitzustellen.

Die Ärzte werden erkennen, es ist nicht Ziel der Politik, mehr Geld für das Gesundheitswesen insgesamt auszugeben. Nachdem der Pharmabereich 17,5 Prozent eine immer kräftigere Ausweitung hat, nachdem in den unten stehenden Daten die privat zu kaufenden Arzneimittel gar nicht enthalten sind, weiß man, dass die 17,5 Prozent, entsprechend 41 Milliarden Euro, als Kostenbelastung der Gesellschaft deutlich darüber liegen. Die Tabelle 1 von dem Analysehaus Price Waterhouse Cooper, Seite 9, zeigt auf, dass durch auslaufende Patente der Pharmaindustrie bei Nachahmerprodukten hohe Verluste erleiden.

Es ist übrigens fast als Strategie zu bezeichnen, dass Regierungsstellen statistische Daten längst vergangener Zeiten veröffentlichen. Jene, die immer gern täuschen wollen, tun diese bevorzugt mit der Veröffentlichung alter Daten und schreiben erklärend nach einer Vorhaltung, es gebe keine neueren Daten – wissend, dass neuere Daten möglich wären aber nicht gewünscht sind. Wikipedia schreibt:

Verteilung der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2006:[5]

  34,0% Krankenhausbehandlung
  17,5% Arzneimittel
  15,1% Ärztliche Behandlung
   5,5% Verwaltungskosten
   5,2% Zahnärztliche Behandlung
   3,9% Krankengeld
   3,1% Hilfsmittel
   2,5% Heilmittel
   2,0% Fahrtkosten
   1,6% Vorsorge und Reha-Maßnahmen
   1,4% Häusliche Krankenpflege

   6,4% Sonstige Ausgaben

Gesamtausgaben: 234 Milliarden Euro, das sind rund 2.700 Euro pro Person (Frauen 3.160, Männer 2.240 Euro).

Längst ist bei 234 Milliarden Euro, BIP- Anteil etwa 10 Prozent, eine volkswirtschaftlich relevante Branche geworden, in der Umsatz und Profit eine feste Zielgröße ist. Es ist kein Wunder, dass man sich um den Kuchen von 234 Milliarden Euro bis auf die Knochen streitet.

Es ist dringend zu wiederholen: Man muss gerade angesichts des Kostenvergleiches Deutschland – USA gegen die Bertelsmannisierung, gegen die Industrialisierung des Gesundheitswesens, kämpfen. Schauen Sie nur bitte nochmals auf den obigen Link des Analysehauses Price Waterhose Cooper, Figure 5: Older people consume more healthcare than younger people do, Seite 11. Dieses amerikanische Krankheitssystem ist durch Normalsterbliche nicht mehr zahlbar.

Wenn man sich die derzeitige Situation in der Zeitungswelt ansieht, dann ist es schon mehr als dürftig, was dort zu finden ist:

  • der Budgetierung ärztlicher Leistungen sowie
  • gesetzliche Verpflichtung der Krankenkassen zur Honorarerhöhung, “weil die niedergelassenen Ärzte mehr als ein Drittel ihrer Leistungen ohne Vergütungen erbrächten”

das sind die Wünsche der Kassenärzte. Dass gerade in Berlin besonders intensive Anpassungsforderungen der Ärzte bestehen, wird mit der erhöhten Morbidität ( Rate Verstorbener ) erklärt; Ursache der im deutschen Vergleich erhöhten Morbidität:

Als Gründe für die hohe Morbidität werden die hohe Arbeitslosigkeit, Armut, soziale Isolierung und die Zunahme psychischer Erkrankungen genannt!

Und genau hier wird die Notwenigkeit des Interessenzusammenschlusses zwischen “normalen” Bürgern und Ärzten deutlich: die Politik auf der Basis der Agenda 21 ( kein Schreibfehler, hier der aktuelle Beitrag einer laufenden Serie ) lässt das Volk auf der Basis eines UN- Programms schrittchenweise verarmen und nun ändert sich das politische Gesamtsystem, das Gleichgewicht im politischen Mobile,

verändert sich total, da sich die Gewichtungen verschieben. Zahlen, darüber darf man sich nicht täuschen, werden die Bürger, die Krankenversicherten.

Das System in dieser Weise ist krank!!! Das amerikanische Krankheitssystem ist kränker, das zeigt PWC.

Wer glaubt, durch einen einzigen Vorschlag ein ideales System zu finden, der irrt sich.

Ein kleiner DD- Vorschlag: Prinzip = Das Gesundheitssystem soll dem Volk dienen, also muss das Volk in Gestalt der Regierung etwas tun ( außer umverteilen ):

  • die Regierung definiert ein Investitionsbudget für das Gesundheitssystem, aus welchem sich die Neuinvestitionen mit sehr kostengünstigen Zinsen ( Inflationsrate ) bedienen können.
  • die Arzneimittelpreise werden wie folgt festgelegt: sie müssen durch den arithmetischen Mittelwert der EU- Länder bestimmt werden!

Abschließend ein Nachtrag zu den Ärztestreiks in dieser Woche in Berlin:

  1. die Presse berichtet mehr als spärlich darüber
  2. wenn berichtet wird, geht es in die Richtung einer Tendenzbotschaft, die man als “die gierigen Ärzte wollen wieder mehr” lesen kann.

3 Reaktionen zu “Unsere Gesundheit – was ist sie uns wert?”

  1. bmadmin

    Ein Leser schrieb eine e-Mail:

    Am 19.09.08 findet in Berlin eine Großdemonstration von Ärzten, Patienten, Bürgern statt.

    Nicht Verbände und Gewerkschaften…nein….WIR, die Bürger!

    Die Kohl`sche Elefantenherde wird ins Exil geschickt werden *). Es wird ein heißer Herbst.

    Anmerkung DD *): sie möge in den Garten Eden geschickt werden und sich dort so wohl fühlen, so übersättigt werden, dass sie dort niemals mehr herauskommen will!

  2. Karl

    Ich bin sicher, daß jede Leistung ordentlich bezahlt werden muß – auch die des Arztes!
    Ich bin sicher, daß die ärztlichen Leistungen auch bezahlbar sind!
    Ich bin sicher, daß im Gesundheitssystem viel gekungelt und geschummelt wird (von den Managern und den Politikern)

  3. Krankheitsweg » Re: Das Recht auf unbegrenzte Dummheit! - Dieser Klick schadet ihrer Gesundheit

    [...] Bürger den Staat als “Anstandswauwau” stellen. Was mich an diesem Argument so stört, ist, dass es eine Sichtweise voraussetzt, in der der Bürger praktisch “Eigentum” des [...]

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+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

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