Hot News: "Weil das private Nettovermögen der Deutschen nach Dills Berechnungen bei 8,2 Billionen Euro liegt, kämen die 1,7 Billionen Euro durch eine Abgabe in Höhe von gut 20 Prozent zusammen. Diese müsste allerdings auf jeglichen Besitz erhoben werden – vom Festgeldkonto über das Aktiendepot bis hin zur Immobilie. Weil den reichsten zehn Prozent der Deutschen gut 60 Prozent des gesamten Vermögens gehören, würden sie die Hauptlast bei der Schulden-Weg-Aktion tragen", der SPIEGEL träumt über Möglichkeiten der Schuldenentlastung Deutschlands: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711589,00.html

Deutschland Debatte - wir wecken auf
wir hinterfragen Aussagen, analysieren Folgen politischen Handelns

Hier erhalten Sie einen Überblick über die tägliche Nachrichtenlage! Klicken Sie hier!
Was interessiert Leser - Umfrage - klicken Sie hier!

Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit – März 2008

Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit oder wie erstellt man eine positive Statistik?
Analyse des BA Berichts März 2008:
Erstellt von Sybilla am 01.04.08 11 Uhr 00

Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Wirklichkeit der Realität

Ausgewählte Schlagzeilen der letzten Tage:

Massiver Stellenabbau bei PIN
20 000 Arbeitsplätze werden in den kommenden fünf Jahren bei den deutschen Automobilherstellern wegfallen.
Conti hatte nach der Übernahme von Siemens-VDO den Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Der Arbeitsmarkt steht auf der Kippe. Im ersten Quartal haben deutsche Großunternehmen angekündigt, knapp 40.000 Stellen streichen zu wollen. Dem steht die geplante Schaffung von nur noch 23.000 neuen Stellen gegenüber. Das geht aus einer Auswertung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor, in die alle öffentlich angekündigten Personalstandsveränderungen von mehr als hundert Stellen in der Wirtschaft einbezogen worden sind.

Quelle – FAZ 31.03.08

Und so weiter und sofort….

Offizielle ermittelte BA – Zahlen des Arbeitsmarkt – Bericht März 2008 jene von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkündet werden.

März 2008

Im März 2008 beträgt Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten Ein Euro Jobs) 3.796.088 . bestehend aus (3.507.436 Arbeitslose (Seite 45 BA Bericht März 08) + * 288.652 Ein Euro Jobs ( BA Bericht März2008 Seite 69 ) 1 Euro Jobs des BA Berichts.

*3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, …(z. B. haben für 2007  nur ca. 16%der ARGEn Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumenten (Seite 69 BA – Bericht 3/08) ist von 1.468.502 Personen im Februar 08 um 43.899 Personen auf 1.512.401 Personen im März 2008 angestiegen. Das heißt rund 40 % des Rückgangs der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von Februar zu März 08 wurde weder durch die Konjunktur noch durch Nachfrage von Arbeitskräften erreicht sondern durch die Ausweitung der arbeitsmarktpolitische Instrumente.

BA – Bericht März 2008

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II.

Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen “Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.

Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.

Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen. Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, “weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen”. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen (“Aufstocker”) mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der “Ein-Euro-Jobber” und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

www.bundestag.de/aktuell

Bedarfsgemeinschaften und hilfebedürftige Personen

BA Bericht März 2008 Seite 21

Bedarfsgemeinschaften März 08 _3.660.000 Februar 08 _3.656.000
hilfebedürftige Personen März 2008 _7.086.000 Februar 2008 _7.086.000
davon:
erwerbsfähige Hilfebedürftige (eHb) März 08 _5.153.000 Februar 08 _5.152.000
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (nEf) März 08 1_.933.000 Februar 08 _1.934.000

Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorläufige Werte des BA Berichts März Seite 45

*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten beträgt im März 2008 _1.059.979
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten beträgt im März 2008 _5.153.034
*Die Zahl, der Sozialgeld Leistungsberechtigten beträgt im März 2008 _ 1.933.095

= * 8.146.108Leistungsberechtigte März 2008

versus

Leistungsempfänger März 2005 — 8.050.786 (BA Bericht März 2005 Seite 23)
LEISTUNGSEMPFÄNGER (siehe Hinweise)
*- Arbeitslosengeld s 1.966.426
*- Arbeitslosengeld II s 4.493.864
*- Sozialgeld s 1.590.496

*Vorläufig und hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

Entgegen der medialen Suggestion des BA Berichts gab es im März 2008 im Vergleich zum März 2005 ein plus von 95.322 LEISTUNGSEMPFÄNGER.

Im März 2005 waren vermutlich alle Sozialhilfeempfänger (Netto-)Arbeitskräftepotenzial Dezember 2004 erfasst.

Sozialhilfeempfänger (Netto-)Arbeitskräftepotenzial Dezember 2004

Statistisches Bundesamt – Ergebnisse der Sozialhilfe und Asylbewerberleistungsstatistik 2004

Dazu eine Verdi –Übersicht

Aufstocker

Es ist traurig, aber wahr: Viele Beschäftigte können von ihrem Arbeitseinkommen nicht den eigenen Lebensunterhalt bestreiten und brauchen deshalb Zuschüsse des Staates. Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben nicht nur Hartz-IV-Empfänger/-innen. Wer ein sehr geringes Einkommen bezieht, kann es durch Alg II aufstocken.

Wenn der Lebensunterhalt nicht allein durch Arbeitslosengeld I oder Einkommen bestritten werden kann, können Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II (erwerbsfähige Personen) oder SGB XII (nicht erwerbsfähige Personen) beantragt werden. Einkommen wird dabei im Rahmen des § 11 SGB II auf den Bedarf angerechnet.

Die Zahl dieser so genannten Aufstocker hat in letzter Zeit stark zugenommen. Zuletzt waren bereits mehr als 21 Prozent aller Alg-II-Empfänger/-innen erwerbstätig!

….

Diese Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Skandal: Während sich in der Großen Koalition die Union massiv gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns stemmt, subventioniert gleichzeitig der Staat in der boomenden deutschen Volkswirtschaft Armutslöhne zu Lasten der öffentlichen Haushalte, zu Gunsten der Wirtschaft.

Es ist nicht länger hinzunehmen, dass Unternehmen Hartz IV zum Zwecke von Lohndumping missbrauchen. Hier muss dringend gehandelt werden. Lohndumping auf Kosten des Staates und der Steuerzahler muss beendet werden. Wir brauchen auch in Deutschland endlich einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn!

Verdi- Standpunkte

2 Reaktionen zu “Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit – März 2008”

  1. tom

    Ein hervorragender Bericht, der die wahren Hintergründe entgegen der einseitigen Mainstreampresse aufzeigt.


    Meine Sichtweise
    ist ganz ähnlich

    Danke und Gruß

    tom

  2. bmadmin

    Tom, schauen Sie öfters vorbei. Ihr Kommentar ist gern willkommen. Hier sehen Sie, wie es grundsätzlich läuft: http://www.deutschland-debatte.de/2008/03/11/praxis-der-matrixdemokratie-4/.

Helfen auch Sie, wenn Ihnen die Deutschland-Debatte gefällt: geben Sie bitte diese Internetadresse weiter, an Freunde, an Bekannte! Das gibt Mut für neue Taten. Danke




Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Kommentar Vorschau

Copyright © 2010 by: Deutschland Debatte • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Foto: Pixelio • Lizenz siehe Impressum; Abschnitt "Urheberrecht"

+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

Meine Webseite Wert€ 141.619,03