Die zwei irakischen Kriege
1. Der militärische Krieg
Die Fakten ( Achtung, auch die seriös erscheinenden Veröffentlichungen sind nicht frei von strategischen Lügen ):
- Irak: 26 Mio Einwohner, ~ 400.000 km^2, Landesgrenzen: Der Irak grenzt an den Iran (1458 km gemeinsame Grenze), Kuwait (240 km), Saudi-Arabien (814 km), Jordanien (181 km), Syrien (605 km) und die Türkei (352 km)
- Irak, Bodenschätze: Der Irak verfügt, nach Saudi-Arabien, über die weltweit zweitgrößten Erdölreserven
- Bereits seit 1998 hatte das Project for the New American Century, eine neokonservative Denkfabrik, für eine militärische Intervention im Irak geworben, was der PNAC mit der von Massenvernichtungswaffen ausgehenden Gefahr begründete
- Kriegsbeginn: 20. März 2003 ohne offizielle Kriegserklärung
- Kriegsende nach Propaganda der USA: 1. Mai 2003
- Kriegsursache, vorgeblich: im Irak vorhandenen Massenvernichtungswaffen, später als falsch erkannt
- Internationales Ansehen vor Kriegsbeginn: “es den Vereinigten Staaten zusätzlich ein Dorn im Auge, dass der Irak als einziges Mitgliedsland der Vereinten Nationen deren Verurteilung der Anschläge ( 9/11 ) nicht folgte”; Irak wurde als ein Staat eingeschätzt, der die Gefährdung der internationalen Sicherheit betrieb
- Kriegsergebnis bis heute: über 100.000 Tote
- Neue Zielsetzung lt. USA: Demokratie einführen; militärstrategisch liegt der Irak am Erzfeind der USA, dem Iran, daher wäre ein westliche gesonnener Staat nicht ganz unwichtig für die USA.
Folgendes Bild*) ( zur Vergrößerung bitte darauf klicken ) zeigt, dass eine Zugehörigkeit des Irak zum Westen
- neben den Ölinteressen – militärstrategisch eine hohe Bedeutung hat. Der Irak wäre auch als ein Puffer zu Israel anzusehen, über den Bodentruppen zunächst hohe Verluste hinzunehmen hätten, bevor sie im israelischen Gebiet ankommen würden. Bezüglich der von Sarkozy angestrengten Mittelmeerunion könnte sich ein weiterer strategisch wichtiger Zweig entwickeln, wie Radio Utopia schreibt: “Mehr und mehr verdichten sich die Hinweise, dass die plötzlich ausgerufene Mittelmeerunion der Verwicklung europäischer Staaten in US-geführte Kriege im arabischen Raum dient”. Es paßt alles hervorragend zusammen: der Kessel formiert sich mit jedem Steinchen immer deutlicher.
Daher ist eine multiple Interessenlage für die USA vorhanden, den Irak zum Westen zu ziehen. Dagegen stehen sicherlich multiple Interessenlage des Iraks: Zusammen mit eigenen Erdölvorkommen könnte die Achse Iran-Irak einmal eine gewichtige Rolle hinsichtlich des Wirtschaftswachstums in der Welt spielen! Dass Religion eine tragende Rolle im Kampf um den Irak spielt, glauben doch nur Kurzsichtige. Es geht um Trillionen Dollar in diesem Kampf, und die gibt niemand gern und schnell auf.
Daher wird verständlich, wenn Bush sagt, “Ein Kampf, den Amerika gewinnen kann und muss“; ist das die Sprache eines Wirtschaftsimperialisten? Nein, es ist die Sprache des Kapitals: Wer Öl hat, hat die Macht, und die will sich Amerika im direkten Zugriff sichern, die Billionen Dollar, die der Kampf bisher gekostet hat, sind nichts gegen den potentiellen Gewinn!
2. Der Pressekrieg
Ob dieses jemals gelingt, den Irak ins westliche System einzubinden, mag ernsthaft bezweifelt werden. Wie oft wurde ausposaunt “jetzt ist Ruhe eingekehrt” und “das System stabilisiert sich”; alles Propagandamärchen der USA, wie gerade die jüngsten Ereignisse zeigen:
- Schwere Gefechte im irakischen Basra, schreibt die Deutsche Welle
- Allein am Sonntag, 23. März 2008, wurden bei Anschlägen mehr als 60 Menschen getötet, mehr als 70 wurden teils schwer verletzt, Quelle siehe vor
- Unter Sperrfeuer stand das Bagdader Regierungsviertel
Vergessen sind wieder die Pressemeldungen, “Ermutigende Aufwärtsentwicklung im Irak … Auch die Sicherheitslage hat sich verbessert” vor nur wenigen Tagen. So tobt der zweite Krieg im Westen: Es ist eine Propagandaschlacht der westlichen Medien mit dem Ziel der Implementierung von Durchhalteparolen. “Die Wirtschaft, die in den ersten Jahren nach der Invasion ins Chaos abzugleiten drohte, hat sich inzwischen erholt”, sagen die einen, und träumen in demselben Artikel bereits über die “Gerechtere Verteilung der Öl-Dollar” und machen daraus einen neuen Generalfeind “Terrorismus … Der Krieg des 21. Jahrhunderts”, “Ausgerechnet jene Iraker, denen es finanziell am schlechtesten geht – nach Angaben der “irakischen” Regierung liegt die Arbeitslosenquote im Land bei 60 bis 70 Prozent – werden zukünftig also gezwungen sein, die nicht mehr verteilten Waren selbst zu kaufen, sondern dies auch noch zu stark gestiegenen Preisen. Obwohl sie schon bei den niedrigeren Preisen nicht in der Lage waren, ohne die Unterstützung auszukommen”, schreiben die anderen und es wird ergänzt durch einen Bericht eines Irakers, “Ich kann es mir nicht leisten, die Lebensmittel zusätzlich zu den anderen notwendigen Ausgaben des täglichen Lebens zu kaufen”.
Ziel dieses Pressekrieges ist, die westliche Bevölkerung gefügig zu machen, damit die USA diesen Krieg ungehindert fortsetzen können!
3. Lageeinschätzung
Es ist der Wunsch der USA, den Krieg zu gewinnen. Der Wunsch wird ein Traum bleiben, weil auch die Gegner “flexible response” inzwischen gelernt haben: der Gegner weiß, dass
- militärtechnisch die USA überlegen ist
- die USA von den normalen Irakern bis aufs Blut gehaßt werden
- die USA nur Verwüstung und Tote hinterlassen haben, samt einer Pseudodemokratie
- die USA mit jedem Kriegstag Millionen Dollar verlieren
- mit jedem Kriegstag in den USA der Unwille der Bevölkerung steigt, Bush und seiner Kriegspropaganda zu folgen
und sie, die Gegner, sich nur zurückhalten müssen, keine großen Schlachten schlagen müssen, sondern mit Nadelstichen warten können; die Allianz der Willigen brökelt immer mehr, bis am Ende nur noch die Amerikaner allein im Wüstensand stehen. Die Amerikaner können diesen Kampf gegen Schatten nicht gewinnen. Am Ende werden sie den kompletten Scherbenhaufen einsammeln: Reputation in der Welt verloren, der US Dollar ist keine Leitwährung mehr, USA, die moralische Institution ist verkümmert, die neoliberale US- Welt wird letztlich ihr zweites Gesicht des versuchten Irak- Kolonialismus des 21. Jahrhunderts zeigen.
Das sind aber nur die “einfachen” Konsequenzen. Viel schwerwiegender wird, dass, wenn bei den Amerikanern die Einsicht wächst, dass der Irak so nicht gewonnen wird, man über einen bereits minuziös geplanten Militäreinatz gegenüber dem Iran zum Ziele kommen will. Die Bundestegierung hat in korrekter Abschätzung der Lage die Amerikaner eindringlich vor den Risiken gewarnt. Wer den Iran angreift, greift dann den Islam an, das ist in der islamischen Welt vermittelbar. Dann stürzt das Jahrzehnte aufgebaute politische Weltgerüst zusammen: Saudi Arabien und Ägypen wäre in höchster Gefahr, Algerien, Marokko und andere Afrikanische Länder würden sich nicht mehr einfach im westlichen Lager halten lassen, die Türkei würde an dem Konflikt zerreißen … diese Welt wäre dann eine gänzlich andere und kleinere und vor allem: der Kapitalismus und die Globalisierung hätten kaum noch eine Chance. Ob das den Neocons klar ist?
*) DD- Zeichnung, da keine freien Landkarten verfügbar sind.





Es riecht nach öl ich bin mir ziemlich sicher da haben sich die”Bush-Truppen sowie die Willigen”verrechnet.Den Iran anzugreifen wäre ein noch grösser Blödsinn als das gleiche zu tun wie mit dem Irak.Wer weiss was die Geheimdienste wieder herausfinden was sie im Wüsten-Sand verpudelt haben.Unsere Politiker werden auch niehmals klüger,immer wieder die Finger verbrennen. Und die Folgen??? Den Kopf haben sie nur um einen Hut zu tragen,sonst nichts.
Kriegsergebnis bis heute sind es über 1.500.000 Tote.
seien die amerikaner in der hölle ,und lebe hoch die wiederstandskräfte .
yousef: “Kriegsergebnis bis heute sind es über 1.500.000 Tote.” -> bitte mal Quelle/Link angeben!