Unser Wort zum Sonntag
Unwidersprochen auf Basis der Zahlen ist, dass
- die Arbeitslosenzahlen deutlich besser geworden sind, dass Arbeitslose in Beschäftigungsverhältnisse gekommen sind, die Arbeitslosen nicht statistisch nur einfach minimiert wurden
- Arbeitslose nicht in regulären Vollzeitarbeitsstellen unter regulären Tarifverträgen des jeweiligen Betriebes münden, sondern in insbesondere kostenoptimalen Beschäftigungsverhältnissen von Zeitarbeit landen
- gerade der Zeitarbeitssektor mit Zuwachsraten von 20% bis 30% pro Jahr boomt, wobei an Beispielen aufgezeigt wurde, dass zwischen 50% und 70% der Normalbezahlung durch die Beschäftigten verdient wird
- immer mehr Menschen Multijobber sind, Aufstocker, die anders nicht überleben könnten.
- Deutschland immer mehr zu einem geteilten Verdienstland wird.
Deutschland ist nicht nur geteilt in Himmelsrichtungen
- im Osten, bis auf ein paar Vorzeigeflecken der tristen Landschaft, Armut vorherrscht
- im Norden die Verschuldung der öffentlichen Haushalte sich bis auf die unterste Ebene auswirkt
sondern auch bezüglich des Vermögens immer mehr geteilt wird
- der Begriff des Prekariates wurde geboren, ganz zum Ärger der Herrschenden hat sich dieser Begriff festgesetzt, das Präkatiat hat sich dramatisch ausgeweitet, gleichermaßen Altersarmut wird eine Forsetzung in wenigen Jahren bringen, gleichermaßen Kinderarmut, eine Sünde an unserer Zukunft
- der Mittelstand spaltet sich nach neuesten Untersuchungen dramatisch: wenige schaffen den Weg ganz nach oben, die meisten sacken ab in Richtung Prekariat
- Reiche werden immer reicher, wer ein gutes Einkommen hat, wird zunehmend mehr verdienen
sondern auch soziologisch geteilt wird und
- jene, die sich keine Sorgen um ihr Leben machen müssen und daher ein hervorragendes Selbstbewußtsein an den Tag legen können, andererseits
- jene, die daran verzweifeln, dass sie trotz ihres Lebensmutes und Willens zu überleben nicht auf die Füße kommen
sondern auch altersmäßig geteilt wurde, in
- jene, die als Jugend kein Empfinden mehr für Mitmenschen haben und in einer beispiellosen Egozentrik ihre Gruppenbelastung allein sehen und
- jene, die nach einem erschwernisreichen Leben nur noch gnädigst auf Verständnis hoffen, weil sie die Kraft für diesen Kampf nicht mehr haben.
Auch hinsichtlich der politischen Landschaft ist dieses Land zunehmend gespalten in
- jene, die die neoliberale Knechtschaft vorantreiben, SPD, CDU, FDP und Grüne und
- jene, die aus Erfahrungen ihrer Klientel den Menschen eine Zukunftshoffnung bereiten wollen.
Deutschland ist ein Land geworden, in dem nur noch Partikularinteressen wichtig sind. Die Politik, die mit höchst salbungsvollen Worten eine rhetorische Klammer darstellen will, lebt im wesentlichen davon, dass jedem das Gefühl gegeben wird, dieser Bürger sei der Wichtigste, aber letztlich nichts unternimmt. Der Politik kann man jedoch die Vorhaltung machen, dass sie eigentlich schaffen muss, das Volk zu einer Einheit zusammenzuschweißen, jedoch aus parteitaktischen Gründen ihr Heil in Sekularisierung sucht. Die Politik hat in Deutschland das Recht verloren, gegenüber dem Volk als meinungsbildend genannt zu werden.
Die frühere Funktion der Kirchen, das soziale Gewissen zu sein, Menschen in ihren Sorgen und Bedürfnissen aufzunehmen, diese Funktion haben sie auch aufgegeben, weil man sich auf zu diskutierende Details beschränkt oder sich in alleinigem Aktionismus, so wertvoll das im einzelnen auch ist, beschränkt. Deutschland ist zu einem geteilten Volk geworden, in dem Egozentrik der Treiber geworden ist. Wenn Sie einmal von FOCUS oder WELT im Internet bei sozialen Themen die Kommentare lesen, dann werden Sie erleben, wie tief dieses Volk in Wirklichkeit gespalten ist. Wenn Clemens oder Öttinger im Fernsehen bei der Will philosophieren, weil sie von der Wirklichkeit des prekariaten Lebens nicht kennen, dann sind diese Menschen in Wirklichkeit keine Hilfe, nein, sie spalten tiefer, sie treiben den Keil tiefer, weil sie von ihren Untaten permanent überzeugt sind.
Deutschland zerfällt geistig, weil wir nicht mehr alle auf derselben Plattform unseres Lebens leben. Um so wichtiger sind diese kleinen Inseln zu erhalten, diese Blogs, Foren, wo sich einige wohl fühlen und bewußt sind, man ist nicht allein.
Lassen Sie uns diese kleine Gemeinsamkeit auch hier pflegen! Lassen Sie und diskutieren und am feedback erleben, wir sind nicht allein, die so empfinden.





Es ist so, mit Ihrem Wort zum Sonntag geben Sie die Empfindungen vieler Menschen treffend wieder.Wenn Sie nicht wären, könnte man schier verzweifeln, denn die latente einseitige Medienberieselung ist ein ständiger Quell der Verärgerung und des Zorns. So auch gestern, die Anne-Will-Sendung, in der Herr Clement deutlich artikulierte, dass sich sein neoliberaler Tunnelblick immer mehr verengt. Er bleibt im Irrtum stark, die fehlende sachliche Substanz kompensiert er durch ein Übermaß an Überzeugungskraft. Einesteils könnte man es ja begrüßen, wenn er sinnfällig demonstriert, was sich hinter der Maske des sozialdemokratischen Biedermannes verbirgt, andererseits ist es beängstigend, dass es noch Menschen gibt, die sich bemüssigt fühlen, hierauf zu applaudieren. Geradezu erschreckend ist die Tatsache, dass unter der Bezeichnung “Frankfurter Zukunftsrat” ein neues unternehmensnahes Expertengremium geschaffen wurde, dass weitere “Reformvorschläge” für Deutschland erarbeiten soll. Es handelt sich dabei u.a. um folgende Herren: Unternehmensberater Roland Berger, der frühere Grüne Oswald Metzger, der noch SPD’ler Wolfgang Clement und Friedrich Merz von der CDU. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen!
Herr Schindler “dass unter der Bezeichnung “Frankfurter Zukunftsrat” ein neues unternehmensnahes Expertengremium geschaffen wurde, dass weitere “Reformvorschläge” für Deutschland erarbeiten soll” -> wieder ein Gremium, das Massenbeeinflussung betreiben soll. Es ist so, dass in diesem Megakapitalismus so viel Geld angehäuft wurde, dass die Kapital- Führungsriege sich diese Gremien locker leisten kann. Erschreckend: Umerziehungslager Deutschland mit dem megakapitalistischen Großversuch!
Was mich erschreckt hat war, wie offen für diese Zeitarbeitsfirma Werbung gemacht werden kann. Dieses dumme Gewäsch von Clement, er sei als Privatmann da, beugte vor, dass jemand klagt.
“geben Sie die Empfindungen vieler Menschen treffend wieder” das Lob tut gut und ist Verpflichtung! Danke.
Guten Tag
ich habe Ihre Seite soeben das erste mal “betreten” und ich bin begeistert.
Das man über solche Themen so sachlich berichtet finde ich fast einzigartig.
Es macht Mut, das immer mehr Menschen ihrem Unmut Luft machen. Weiter so !!!!!!
Gedanken eines beliebigen Bürgers…
Wir sind eigentlich schon keine Menschen mehr, eher Teil der perfekten Maschine. Arbeitskräfte zwischen „Luxus“ und „Fünf-Minuten-Terrine“. Wir lesen Magazine, die verkaufen müssen, um zu ernähren. Geschrieben von „Mensche…
@ mein-parteibuch.com : deine Gedanken sind richtig, ich fühle mich bestätigt, wie ihr ja auch geschrieben habt! Ich habe aber auch darauf hingewisen, dass wir Menschen auch eine “Heimat” brauchen, wo wir uns wohlfühlen, wo wir mal diesem verdammten Rotz entfleuchen können.
@ Thomas Eissner: danke, das Lob tut gut. Sicherlich erlaubt sich DD auch diese Gedanken. Oft sind wir böse und aggressiv, weil in dieser verdammten Welt unter lauter Raubtieren nur wenige sind, denen man vertrauen kann, bei denen man sich wohlfühlt.
Wir müssen erkennen, dass es eine Privatsphäre gibt, in der oft ganz andere Wertmaßstäbe sind, als außerhalb dieser Mauer. Warum haben viele diese Mauer? Weil wir diese Privatsphäre schützen wollen, weil wir in unserem Gefühl unserer ( humanistischen ) Bildung gern als Fundament bleiben wollen.
Wir müssen erkennen, dass die Welt außerhalb der Mauern ein aus den Fugen geratener Rattenstaat ist. Seien Sie nicht erschrocken über den Begriff Rattenstaat: ich sah vor vielen Jahren einmal ein Experiment von Biologen, die in einem vielleicht 10m x 10m abgegrenzten Raum ein paar Rattenfamilien angesiedelt hatten. Sie vermehrten sich prächtig, aber als die Räume zu eng wurden, sind diese sonst sehr sozialen Verbände auseinandergebrochen und die Ratten haben begonnen, sich gegenseitig totzubeißen. Wir sind in Deutschland nicht weit davon entfernt – bei uns allerdings wird alles auf eine sehr zivilisierte Weise vernichtet.
Beim Lesen ihres Artikels ist mir soeben ein eiskalter Schauer über den Rücken gelaufen. Sie beschreiben etwas das ich selbst mit Schrecken verfolge.
Was mir persönlich noch etwas zu verhalten angesprochen wird, ist die Rolle der Medien bei diesem Spiel. Ich selbst verzichte seit Jahren auf TV und Radio, aber allein das was einem tagtäglich aus dem Printmedienwald entgegenschlägt (tz, az, BILD, Spiegel, Focus, Welt,….) raubt einem den Atem, macht sprachlos. Da ist alles geboten, von blankem Zynismus über Hetzkampagnen bis hin zum gnadenlosen verschleiern und – so mein Eindruck – vertuschen der Umstände. So manches mal frage ich mich ob die Schreiber dieser Artikel in der selben Welt, im selben Land leben. Und so wie es aussieht, funktioniert das ganze Spiel auch, die Taktik geht voll auf.
Danke für ihren Beitrag…achja, sie bringen mich gerade auf eine Idee, ma sehen….*kicher*
[...] unserer Meinung nach, die allgemeinen Gedanken eines bundesdeutschen Durchschnittsbürger und seiner Umwelt wunderbar wieder. Vielen Dank! Bookmarken [...]
@ Kaffchris: lassen Sie mich teilhaben, “sie bringen mich gerade auf eine Idee”.
http://kaffchris.blogger.de/stories/1075727/
nun, ich habe hier erstmal selbst ein paar Gedanken zu dem Thema eingebracht. Ich diskutiere ja imo zu gern mit einem SPDler der eher dem rechten Flügel zuzuordnen ist ^^
Vor allem…Fragen stellen….apropos…stellen sie einmal einem Neolib die Frage wie er 6,8 Mio Arbeitslose in 700.000 offene Stellen bringen will. Irgendwie habe ich da noch nie eine Antwort erhalten, aber das nur am Rande
Ich werde aber weiterhin am Ball bleiben. Es sind im Moment zu viele Punkte dabei um sie in einem Blogbeitrag anzusprechen, aber nach und nach werde ich das ein oder andere aufgreifen. Zeitarbeit sticht mir da als erstes ins Auge. Ich möchte und kann sowas halt auch gern mit eigenen Beobachtungen, dem selbst erlebten, vergleichen, und so zu Papier bringen
Kaffchris : “tellen sie einmal einem Neolib die Frage wie er 6,8 Mio Arbeitslose in 700.000 offene Stellen bringen will” -> hahaha, das ist ein Teil der Verlogenheit!