Preissteigerung 2008
Sicher ist eines: keiner kann in die Glaskugel schauen, die mit Sicherheit angibt, wieviele Prozentwerte wieder einmal die Unternehmen, Behörden, Dienstleistungen – das tägliche Leben – teurer wird! Nur eines wird DD immer klarer, wie auch schon mehrfach geschrieben:
Preisteigerungsratenschwindel
das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.
1. Preisteigerungsrate Statistisches Bundesamt
Es gibt einen riesigen Warenkorb, dessen Inhalt das Statistische Bundesamt wie folgt beschreibt:
“Es ist deshalb erforderlich, deren Verbrauchsgewohnheiten umfassend und sehr detailliert zu erfassen und den Berechnungen eines Verbraucherpreisindex zugrunde zu legen. Es ist aber nicht möglich und auch nicht erforderlich, die Preise für alle angebotenen und von privaten Haushalten gekauften Waren und Dienstleistungen zu erheben. Es ist vielmehr ausreichend, aus der Fülle des Güterangebots einige hundert auszuwählen, die stellvertretend sowohl den gesamten Verbrauch als auch die Preisentwicklung der von den Haushalten nachgefragten Güter mit hinreichender Genauigkeit repräsentieren. Die Gesamtheit der ausgewählten Güter heißt Warenkorb. Der Warenkorb für die Preisindizes in der Bundesrepublik Deutschland umfasst zur Zeit circa 750 Waren und Dienstleistungen.”
Da nicht jedes Produkt in dem Warenkorb in Bezug zu den Gesamtausgaben gleichgewichtigen Anteil hat ( beispielsweise mögen die Ausgaben für Lebensmittel 10,3% der Gesamtausgaben ausmachen, während die Ausgaben für kulturelle Veranstaltungen nur 11,1% sind ), wird jedes Produkt gewichtet. Für diesen Warenkorb sind folgende Hauptgruppen festgelegt ( Quelle Statistisches Bundesamt ):
Zu lesen wie folgt: Für Einrichtungsgegenstände gibt der deutsche Haushalt 68,54/1000 = 6,854% der privaten Ausgaben aus.
Sehr viel detaillierter findet man das Wägungsschema ab Tabelle Seite 12 und folgende.
Wenn man die derzeitige Diskussion, die wirklich in scharfer Form begonnen hat mit der Umstellung der DM auf den EURO ( Euro=Teuro ), vergleicht, dann sind es immer im wesentlichen die unteren Gesellschaftsgruppen, die sozial Schwachen, die klagen, dass die veröffentlichten Daten des statistischen Bundeamtes nicht stimmen können, weil sie am ehesten erleben, dass sie immer weniger sich vom verfügbaren Geld kaufen können.
- Glauben Sie, dass der alte Rentnerhaushalt 11% seiner Ausgaben für “Freizeit, Unterhaltung und Kultur” ausgeben?
- Glauben Sie, dass der alte Rentnerhaushalt 6,9% seiner Ausgaben für “Einrichtungsgegenstände (Möbel), Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt sowie deren Instandhaltung” ausgeben?
Nein, das sind Durchschnittswerte eines standardisierten deutschen Haushaltes, einem Haushalt, den es so mit dieser Ausgabenzusammensetzung gar nicht gibt! Daher ist eine Frage, wieviel teurer ist mein Leben eigentlich, völlig unmöglich mit den veröffentlichten Preissteigerungsraten des Statistischen Bundesamtes zu beantworten. Dennoch veröffentlicht die Presselandschaft brav die Vorgabedaten, wohl wissend, dass sie völlig unnütz sind.
Nein, das sind Durchschnittswerte eines standardisierten deutschen Haushaltes, einem Haushalt, den es so mit dieser Ausgabenzusammensetzung gar nicht gibt! Da ist der Haushalt eines Milliardärs genauso enthalten, wie der eines Hartz IV- Empfängers.
Es erscheint daher nur logisch, dass man zum Beispiel 3 oder 4 Standardgruppen als Haushalte definiert, und durch deren spezifisches Ausgabeverhalten näher an die reale Welt zu kommen. Sicher, dass ein solches Verfahren kostenaufwändiger ist, aber es entspräche einer nützlicheren Statistikermittlung.
2. Preisteigerungsrate durch das Statistisches Bundesamt geändert
Dabei gabe es bereits vor 2002 diese Differenzierung. Das Statistische Bundesamt änderte jedoch seine Ermittlung der Preissteigerungen nach speziellen Haushaltstypen im Jahre 2002 mit folgender Erläuterung und Begründung:
Mit der Einführung des Preisbasisjahres 2000 entfällt die Berechnung von Verbraucherpreisindizes für spezielle Haushaltstypen. Dabei handelt es sich um die bisher veröffentlichten Verbraucherpreisindizes für:
– 2-Personen-Haushalte von Rentenempfängern mit geringerem Einkommen; das sind ältere Ehepaare, deren Haupteinkommensquelle Übertragungen von Staat und Arbeitgeber (Renten und Pensionen) sind. Letztere sollten im Jahr 1995 zwischen 1 750 DM (895 Euro) und 2 500 DM (1 278 Euro) im Monat betragen haben.
– 4-Personen-Haushalte von Angestellten und Arbeitern mit mittlerem Einkommen; das sind Ehepaare mit zwei Kindern, davon mindestens ein Kind unter 15 Jahren. Ein Ehepartner sollte als Angestellte(r) oder Arbeiter/-in tätig und alleiniger Einkommensbezieher sein. Das Bruttoeinkommen aus der hauptberuflichen nicht selbstständigen Arbeit sollte 1995 zwischen 3 750 DM (1 917 Euro) und 5 700 DM (2 914 Euro) im Monat betragen haben.
– 4-Personen-Haushalte von Beamten und Angestellten mit höherem Einkommen; das sind Ehepaare mit zwei Kindern, davon mindestens ein Kind unter 15 Jahren. Ein Ehepartner sollte Beamter/Beamtin oder Angestellte(r) und Hauptverdiener in der Familie sein. Das Bruttoeinkommen aus der hauptberuflichen nicht selbstständigen Arbeit dieses Ehepartners sollte 1995 zwischen 6 500 DM (3 323 Euro) und 8 800 DM (4 499 Euro) pro Monat betragen haben.
…
Eine einheitliche Abgrenzung spezieller Haushaltstypen in Ost und West entsprechend den Abgrenzungen der laufenden Wirtschaftsrechnungen und damit die Berechnung gesamtdeutscher Verbraucherpreisindizes für spezielle Haushaltstypen war von Anfang an nicht möglich. Die ausgewiesenen Haushaltstypen spiegelten zuletzt nur noch etwa 6% aller privaten Haushalte wider. Sie waren so eng definiert, dass sie der Lebenswirklichkeit nicht mehr entsprachen.
…
Verfügbar bleibt weiterhin der bisherige Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte. Dieser repräsentiert alle privaten Haushalte, das heißt Rentnerhaushalte sind darin genauso berücksichtigt wie Familien mit Kind(ern), allein Erziehende mit Kind(ern) oder Singles – und zwar jeweils entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Deshalb ist es aus statistischen Gründen sinnvoll, den „Verbraucherpreisindex für Deutschland“ als allgemeinen Inflationsmaßstab zu verwenden.
Anstelle daran zu arbeiten, eine verbesserte Ermittlungssystematik für die Kategorien zu erstellen, hat man die Ermittlung stark vereinfacht und damit aussagelos gemacht. Die FAZ schreibt “Die Welle von Preiserhöhungen verschärft die Ungleichheit in Deutschland. Vor allem die Güter des täglichen Bedarfs werden teurer. Das trifft besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten: Der tägliche Einkauf belastet sie mit bis zu 4,5 Prozent höheren Ausgaben. Haushalte mit höherem Einkommen leiden dagegen weniger unter dem Preisanstieg. Dies haben Berechnungen der Universität Fribourg für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ergeben … Die Bundesregierung will nicht eingreifen, um den Preissteigerungen Einhalt zu gebieten. ”
Zur verbesserten Ermittlung der ausgabeorientierten Preissteigerung schreibt die FAZ “Eine Lösung dafür hat Hans Wolfgang Brachinger vom Forschungszentrum für Wirtschaftsstatistik der Universität Fribourg (Schweiz) gefunden. Er hat in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt den „Index der wahrgenommenen Inflation“ entwickelt”.
Inzwischen kann man beim Statistischen Bundesamt die individuelle Preissteigerung, bezogen auf seine spezifische Aufgabesituation ermitteln. Dazu müssen Sie zunächst in folgenden Kategorien
- Kaltmiete
- Gas
- Heizöl
- Strom
- Tabakwaren
- Gesundheitspflege
- Benzin, Diesel
- Öffentlicher Verkehr
- Restaurants, Cafés
- Nahrungsmittel
- Elektrogeräte
- Pauschalreisen
- Telekommunikation
- Rest
eine qualifizierte Abschätzung des prozentualen Ausgabeanteils betreiben, besser wäre, auf Basis von Zahlen zu berechnen, und können dann diese Daten in das Formular eingeben und erhalten eine für Ihren Haushalt wahrscheinlichere Preissteigerung über diesen Link.
Hinweis: wer Gas bevorzugt zum Kochen verwendet, jedoch eine Zentralheizung hat, sollte die Heizkosten unter Heizöl verbuchen.






Ist denen beim statistischen Bundesamt eigentlich schon aufgefallen, dass es in den letzten 15 Jahren eine Chinafix-Umstellung der Produkte gegeben hat? Hatten vor einigen Jahren (als Globalisierung noch Standortverlagerung nach Ungarn und Tschechien bedeutete) in vielen Bereichen Produkte der unteren Preislage noch eine ganz passable Qualität, wie z.B. Wasserhähne, sind diese Produkte heute zwar noch etwas billiger zu haben, aber dafür total minderwertiger, kurzlebiger Billigschrott! Wasserhähne mit auch nur einigermassen passabler Qualität kosten hingegen heute dafür dann gleich deutlich mehr.
Es macht einen doch recht sauer, ständig unsere Politiker und “Staatsweisen” zu hören “Der Konsum schwächelt” oder die behauptung das Volk würde “die Kaufkraft nicht richtig nutzen” u.s.w.
Ja wo ist denn das Geld welches auf die hohe kannte gelegt wird aber nicht ausgegeben wird?
Bei Ihnen? Oder einem anderen?
Bei mir auf jeden fall nicht.
Und es ist nicht nur die Preiserhöung die mir als Vater eines Kindes und Ehemann sorge bereitet. Denn das Geld was sich mitlerweile im Monat überhaupt verdienen lässt ( durch teils sehr harte Arbeit, mit einer ca.60 Stundenwoche) wäre auch schon for zehn Jahren nicht genug gewesen um sich zumindest Finanziel sicher fühlen zu können.
Es ist zumindest mir seit Jahren nicht möglich Geld zurückzulegen, oder einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Es fällt schweer überhaupt das Geld für Miete Auto und Versicherung jeden Monat zusammenzubekommen.
bubx: “Ja wo ist denn das Geld welches auf die hohe kannte gelegt wird aber nicht ausgegeben wird? Bei Ihnen? Oder einem anderen? Bei mir auf jeden fall nicht.” -> selbst, wenn es bei Ihnen wäre, ich bekomme immer mehr “Angst”, dass unser Geld einmal fürchterlich verfällt und gerade mal den Papierwert haben wird.
“Es ist zumindest mir seit Jahren nicht möglich Geld zurückzulegen, oder einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren.” -> und später werden Sie von denselben Politikern angeraunzt, dass Sie es versäumt hatten, für Ihre Alterssicherung zu sparen.
[...] Beitrag ausgeben, um sich die gleichen Dinge leisten zu können. Im vergangenen Jahr stieg dabei die Inflation deutlich mehr, als laut Voraussagen erwartet worden [...]
[...] hat nichts mit Okkultisms zutun, es ist eine ziemlich irreführende Wortschöpfung dafür, dass einzelne Haushalte entsprechend ihrem Ausgabeverhalten andere Preissteigerungsraten haben als d…. Der Brachinger sollte wirklich dieses Adjektiv in den wissenschaftlichen Mülleimer [...]
[...] nichts mit Okkultisms zutun, es ist eine ziemlich irreführende Wortschöpfung dafür, dass einzelne Haushalte entsprechend ihrem Ausgabeverhalten andere Preissteigerungsraten haben als d…. Der Brachinger sollte wirklich dieses Adjektiv in den wissenschaftlichen Mülleimer werfen! [...]
[...] haben, was aber in die Berechnungen nicht eingeht )? Informieren Sie sich doch etwas genauer, was Preissteigerung heißt, versuchen Sie auch mal mit Professor Brachinger darüber zu reden, der von den [...]