Hot News: "Weil das private Nettovermögen der Deutschen nach Dills Berechnungen bei 8,2 Billionen Euro liegt, kämen die 1,7 Billionen Euro durch eine Abgabe in Höhe von gut 20 Prozent zusammen. Diese müsste allerdings auf jeglichen Besitz erhoben werden – vom Festgeldkonto über das Aktiendepot bis hin zur Immobilie. Weil den reichsten zehn Prozent der Deutschen gut 60 Prozent des gesamten Vermögens gehören, würden sie die Hauptlast bei der Schulden-Weg-Aktion tragen", der SPIEGEL träumt über Möglichkeiten der Schuldenentlastung Deutschlands: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711589,00.html

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Experte fordert Armut in Deutschland

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup sprach sich für einen flächendeckenden Mindestlohn von etwa 4,50 Euro pro Stunde aus”, schreibt ZDF online. Lassen Sie uns diese “Experten”meinung mal untersuchen:

  • Durchschnittliche Monatsarbeitszeit: 160 Stunden
  • Mindestlohn 4,50 Euro / Stunde
  • Monats- Bruttolohn 720 Euro.
  • Abzüge 149 Euro und damit Monats- Nettolohn 571 Euro.

Rürup fordert also, dass Menschen mit 571 Euro auskommen sollen. Man sollte sich keine Illusion hingeben: wenn ein solcher Mindestlohn festgelegt werden würde, dann werden Unternehmer diese Meßlatte als neue Ziele anlegen. Die Politik, namentlich CDU und FDP, werden argumentieren, man müsse alles unternehmen, die Kosten zu reduzieren, damit die Menschen etwas davon haben; sie unterstellen fälschenderweise, dass Kostensenkungen Preissenkungen nach sich ziehen.

Also, wie soll jemand von 571 Euro leben?

Nehmen wir einmal an, dieser Herr Jemand habe eine 30 qm Wohnung, er muss sich schließlich bescheiden. Das sind also seine Fixkosten für die Wohnung:

  • bei 5 Euro/qm Kaltmiete + 2 Euro/qm für Heizung und Betriebskosten sind wir bei 210 Euro
  • Stromkosten 25 Euro

Damit bleiben von den 571 Euro nur noch 351 Euro übrig. Würde man “normal” rechnen, würde man argumentieren, dass jeder minimal von uns ca. 10.000 Euro Anschaffungen ( Geräte, Möbel, Bekleidung, Kleinteile … ) hat. Bei einer Wiederbeschaffungsdauer von 7 Jahren ergeben sich “Abschreibungen” von monatlich 120 Euro/Monat ( ohne Berücksichtigung der Inflation ); nehmen wir an, es würden Instandhaltungskosten von 1%/a vom Anschaffungswert erforderlich sein ( Reparaturen … ), dann sind das monatlich 8 Euro. Es würden also dann nur noch 223 Euro/Monat verbleiben. Nehmen wir auch an, dass Herr Jemand eine Monatskarte für den Nahverkehr braucht und die koste 50 Euro, dann verbleiben 173 Euro.

Von diesen 173 Euro muss jemand einen Monat (über)leben, das sind 5,76 Euro/Tag. Ein wirklich großzügiges Leben, das Herr Professor den Menschen in Deutschland erlaubt, damit er über Weihnachten seine Kobe Rinder mit Trüffelleber und Kaviarhütchen, begleitet von einem Champagner in sich reinschaufeln kann.

Ach ja, Herr Professor, wie war das eigentlich mit Ihrer Forderung nach dem Sparen für das Alter zur Vermeidung der Altersarmut? Von 173 Euro?

Ach ja, Herr Professor, wie war das eigentlich mit den Zuzahlungen zur Gesundwerdung von 173 Euro? Oder heißt es demnächst bei Ihnen, “am frühzeitigem Ableben werdet Ihr Niedriglohnempfänger erkennen”?

Damit es klar ist, bmautor hat nicht seine Meinung zum Mindestlohn geändert. Die Forderungen sind breiter zu fassen:

  • Globalisierung fair für alle machen
  • Volkswirtschaftlichen Raubbau beenden ( Kannibalismus beenden )
  • EU- Standort- Rahmenbedingungen fair gestalten,

wenn diese Bedingungen erfüllt wären, dann wäre ein Mindestlohn unschädlich!

6 Reaktionen zu “Experte fordert Armut in Deutschland”

  1. Peterle

    Aber Herr Rürup will die 4,50 pro Stunde doch mit einem “Kombilohn” flankieren ;D
    Wenn man eine Mindestlohnphobie hat, könnte man stattdessen ja auch mal wieder für ein funktionierendes Gewerkschaftswesen sorgen.
    Insbesondere Herrn Kauder scheint es aber entfallen zu sein, dass seit der Zeit der Industriellen Revolution niemand ernsthaft daran zweifelt, dass die Arbeitnehmer ohne Kartell keine Chance haben, einen angemessenen Ernteanteil zu erhalten.

  2. Helmut Schindler

    http://www.readers-edition.de/2007/12/09/wie-unabhaengig-sind-unsere-rentenexperten/
    Hier kann sich jeder informieren, was für ein toller Experte der Herr Professor Rürup ist.

  3. bmadmin

    “Hier kann sich jeder informieren, was für ein toller Experte der Herr Professor Rürup ist.” ich habe in Darmstadt studiert, da gab es den Rürup und Müller-Merbach.

  4. zdago

    Müller-Merbach habe ich auch kennengelernt. Heute rechne ich es mir als eine meiner schwärzesten Stunden an, damals als 20-jähriger noch nicht zu begreifen, was der Mann tut. Ich hatte nur ein schlechtes Gefühl dabei, habe allerdings fast 20 Jahre gebraucht, um zu begreifen.
    Originalzitat: wenn ihr oben sitzt, könnt ihr alles tun, nur am Monatsende muß die kasse stimmen.
    hier nur mit unfreundlichen Grüßen, denn was dieser Mann gepredigt hat, führen seine damaligen Studenten heute aus.

    mfg zdago

  5. bmadmin

    @zdago “Müller-Merbach habe ich auch kennengelernt”, fehlt nur noch, dass wir uns aus dem StuPa oder dem Audimax kennen! Hatten Sie auch beim Horn VWL?

  6. zdago

    @fehlt nur noch, dass wir uns aus dem StuPa oder dem Audimax kennen!
    I’m sorry, Sir, no! Ich war habe das Elend in Kaiserslautern kennengelernt, nicht in Darmstadt.
    mfg zdago

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+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

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