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Höhepunkt der “positiven” Arbeitsmarktentwicklung überschritten

Man weiß es, man kennt die Folgen, man optimistelt weiter – das ist Deutsche Politik! Um was geht es denn hier?

  • der Ölpreis ist in Asien auf 99 USD gestiegen, in der Fernsehsendung “Menschen bei Maischberger” am 20.11.2007 war von Ölpreisen von 300 USD die Rede ( der Markt richtet es schon )
  • der Euro läuft dem USD davon, 1,50 ist derzeit das Zwischenziel
  • die Immobilienkrise in den USA läßt die Wirtschaft im nächsten Jahr um ca. 10% abkühlen
  • immer mehr Länder überdenken, den Dollar nicht mehr als Leitwährung anzuerkennen.

Was redet DD denn vom Ausland, der Artikel soll doch die deutsche Arbeitsmarktentwicklung aufzeigen!

1. Ölpreis
Der Ölpreis ist insbesondere unter industrieller Nutzung ein Preistreiber. Da die internationale Industrie eine Substitution des Rohstoffes Erdöl nicht vorangetrieben hat, obwohl sie weiß, dass dieser Rohstoff nur endlich verfügbar ist, wird der Preis mit zunehmender Verknappung steigen. Zunehmender Preisanstieg wird bei den Privathaushalten zu einem zusätzlichen Engpaß der verfügbaren Mittel führen, verringerte verfügbare Mittel wird die Nachfrageneigung reduzieren, eine reduzierte Nachfrageneigung wird eine reduzierte Binnenmarktkonjunktur zur Folge haben, geringere Binnenmarktkunjunktur bedetet geringeres erforderliches Produktionsvolumen, geringes Produktionsvolumen bedeutet zu viele Mitarbeiter in den Firmen, zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeuten Entlassungen.

2. Der Dollar im Sinkflug
Diesen Punkt haben wir hier ausführlich auch in den Kommentaren besprochen. Konsequenz: europäische Produkte, die von der deutschen Industrie im außereuropäischen Ausland angeboten und auf Dollarbasis vereinbart werden, werden für den ausländischen Abnehmer teurer. Verteuerte Produkte bei sonst gleicher Leistung sind weniger konkurrenzfähig, weniger konkurrenzfähige Produkte werden weniger nachgefragt, geringere Nachfrage bedeutet reduzierter deutscher Export, reduzierter deutscher Export bedeutet geringeres deutsches Produktionsvolumen, geringes deutsches Produktionsvolumen bedeutet zu viele Mitarbeiter in den Firmen, zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeuten Entlassungen.

3. Immobilienkrise in den USA
In aller Deutlichkeit wird die Analyse in den USA herausgegeben, dass die Wirtschaftsentwicklung in den USA um ca. 10% in 2008 zurückgehen wird. Ein Rückgang der Wirtschaftsentwicklung bedeutet geringeres US- Produktionsvolumen, geringes US- Produktionsvolumen bedeutet zu viele amerikanische Mitarbeiter in den Firmen, zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeutet Entlassungen, Entlassungen bedeuten geringere amerikanische Nachfrage, geringere amerikanische Nachfrage bedeutet geringere amerikanische Importe an gekauften Gütern, geringere amerikanische Importe bedeuten abgesenkte Konjunktur in den Schwellenländern ( China, Indien ), abgesenkte Konjunktur in den Schwellenländern bedeutet Reduzierung der Investitionen in den Schwellenländern, reduzierte Investitionen in den Schwellenländern bedeutet abgeschwächter deutscher Export, abgeschwächter deutscher Export bedeutet geringeres Produktionsvolumen, geringes Produktionsvolumen bedeutet zu viele Mitarbeiter in den Firmen, zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeuten Entlassungen.

4. USD nicht mehr Leitwährung
Die national bank of China hat Milliarden an USD in ihren Tressoren. Auch, wenn China nun das Geld vorsichtig im Ausland, zum Beispiel in den USA anlegt, ist ein Absinken des USD ein großer Verlust für China. Es wird nicht anders gehen, dass China immer mehr USD in Euro konvertiert, weil China die Verluste nicht auf Dauer tragen wird. Konvertieren von USD in Euro wird die Entwertung des USD zusätzlich beschleunigen, der Euro wird immer teurer. Konsequenz: europäische Produkte, die von der deutschen Industrie im außereuropäischen Ausland angeboten und auf Dollarbasis vereinbart werden, werden für den ausländischen Abnehmer teurer. Verteuerte Produkte bei sonst gleicher Leistung sind weniger konkurrenzfähig, weniger konkurrenzfähig Produkte werden nicht nachgefragt, geringere Nachfrage bedeutet reduzierter Export, reduzierter Export bedeutet geringeres Produktionsvolumen, geringes Produktionsvolumen bedeutet zu viele Mitarbeiter in den Firmen, zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeuten Entlassungen.
Übrigens: die derzeitigen Überlegungen in der OPEC, den Ölpreis an einen Währungsbasket zu binden, werden dazu führen, dass ein zusätzlicher Ölpreisschub aus der Änderung der Währungsbindung kommt. Konsequenz: siehe Punkt 2.

Alles in allem: keine guten Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt.

13 Reaktionen zu “Höhepunkt der “positiven” Arbeitsmarktentwicklung überschritten”

  1. Markus

    Wenn der US-Dollar für viel Länder keine Leitwährung mehr ist/sein soll, entfällt doch das Argument des zu teuren Euros und damit mehr Arbeitslosen bei uns wegen des teuren Euros.

  2. bmadmin

    @Marcus: Das Argument ist dann richtig, wenn es einen eingeschwungenen Währungszustand gibt und (!) niemand mehr in USD Käufe tätigt, bis auf eine nicht unbedeutende Kleinigkeit: Je niedriger der Dollarwert, je höher der Euro- Kurs, je günstiger kann Amerika Waren anbieten; weiter geht es dann mit dem oben erwähnten Punkt 2. Es ist sicherlich etwas schwierig zu verstehen, die komplexen Zusammenhänge im Auge zu haben, aber leider ist es so.

  3. Markus

    Naja, wenn China und ein paar andere große Länder sich auf den Euro festlegen würde das auch schon reichen. Evtl. würde der Europreis auch steigen mit allen Gefahren.
    Jedoch ist eine teurer Euro auch gleichzeitig gut um billiger Rohstoffe zu kaufen.

  4. SaltOfTheEarth

    Washington – Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft real zwischen 1,80 und 2,50 Prozent wachsen, teilte die US-Notenbank am Dienstag in dem Protokoll (Minutes) der letzten Notenbanksitzung mit. Damit wurde die bisherige Schätzung vom Juni von 2,50 bis 2,75 Prozent Wirtschaftswachstum deutlich gesenkt.

    Da WÄCHST also die Wirtschaft in den USA mal um zwischen 1.80 und 2.50%. Das ist doch kein Grund zur Panik. Für Deutschland bedeuten 1.80 bis 2.50 % p.a. überdurchschnittliches Wachstum.

    Im übrigen wertet der Dollar z.Zt. gegen alle Währungen ab: Britisches Pfund, Schweizer Franke, Chilenischer Peso, Argentinischer Peso, Indische Rupie, Chinesischer Yuan und und und. Auch wenn Dollar als Währung vereinbart wird… Wenn das Geschäft z.B. zwischen Indien und Deutschland vereinbart wird, verteuern sich die indischen Preise genau wie die deutschen (Gleichstand, Unentschieden). Nur amerikanische Produkte werden relativ ein bischen billiger. Und die haben sowieso gewaltige Importüberschüsse.

    Salt: die Funktion im WordPress ist < blockquote > und < /blockquote >, bitte ohne Leerzeichen erstellen!

  5. bmadmin

    @Marcus: “Jedoch ist eine teurer Euro auch gleichzeitig gut um billiger Rohstoffe zu kaufen.”, ja, richtig, alle importierten Waren, die auf Dollar- Basis laufen, sind billiger zu beziehen; insgesamt ist der Nachteil größer als der Vorteil.

  6. bmadmin

    @Salt: es ist sicherlich richtig, dass Amerika im Vergleich zu D ein gewaltiges Wachstum hat; es ging mir in dem Beitrag darum, dass wenn das Wachstum um 10% abnimmt, auch die Handelstätigkeiten global um ca. 10% abnehmen, mit Wirkung auch für Deutschland!

    Lassen Sie uns doch mal über einen Punkt nachdenken: die amerikanische Wirtschaftsentwicklung scheint, der Immobilienmarkt und die Kreditierung von Autos zeigen das, dass diese auf Verschuldung der Bürger aufgebaut ist. Ist es eigentlich vorstellbar, dass so etwas ad infinitum so weitergeht?

  7. Salt

    Man kann von einer Abnahme des erwarteten Wirtschaftswachstums der USA nicht auf eine Abnahme der Handelstätigkeit der USA schliessen.
    Traditionell war der Beleg für die Theorie das große Länder einen eher geringen Außenhandel/BIP Anteil haben. Dieser ist für die USA wesentlich geringer als z.B. für D. Ist auch nachvollziehbar, weil die eben einfach mehr innländische Handelspartner haben. Die EU insgesamt hat auch einen wesentlich geringeren Außenhandel/BIP Quotienten als z.B. Deutschland. Außnahme für dieses Große-Land Ding ist übrigens China.
    Die indischen und chinesischen Daten zeigen, dass sich deren Exporte in nicht-US Länder wesentlich dynamischer entwickeln als die USA.

    Die USA hat aggregiert eine extrem geringe Sparquote. In einer geschlossenen Volkswirtschaft (ohne Außenhandel/Kapitalverkehr) würde das bedeuten, dass nix mehr investiert würde. Dies hätte zur Folge, dass in der Zukunft keine Produktivitätsfortschritte/Wachstum zu erwarten wären. Der USA gelingt es aber Kapitalströme vom Außland zu attrahieren. Immer mehr Asiaten und Europäer besitzen Aktien von amerikanischen Firmen. Sie erwarten Dividenden von diesen Aktien in der Zukunft. Sparen oder Verschulden ist eine Art inter-temporaler Konsum. Man verzichtet heute auf Konsum, um morgen mehr konsumieren zu können (Sparen). Oder: Man konsumiert heute mehr und muss morgen auf Konsum verzichten (Verschuldung).
    Der Preis für diesen inter-temporalen ist der Zins/Dividende/Steigerung von Aktienkursen. Die US Bürger bewerten also Konsum-heute höher als dessen Kosten (Kredit-Zinsen) und die Prämie für erstmal-auf-Konsum-verzichten (Sparzinsen).
    Theoretisch ist es denkbar, dass die niedrige US-Sparneigung ad finitum so weitergeht. Wahrscheinlich ist das aber nicht.
    Finanziert wird das ganze sowieso dadurch, dass v.a. Asiaten immer mehr Eigentümer von US-Firmen, etc. werden. In vielen asiatischen Ländern ist die Sparquote extrem hoch. Man erwartet aber, dass diese z.B. in China irgendwann sinkt. Im letzten KP-Kongreß haben die beschlossen, dass interner Konsum gefördert werden soll.

  8. classless Kulla » Blog Archive » Der Wert waltet

    [...] Ausstattung an Kapital finden nicht nur alle Menschen Jobs, sie finden auch angemessen bezahlte. Zu viele Mitarbeiter in den Firmen bedeuten Entlassungen. Aber die Klassenkampfprosa sollte man sich [...]

  9. Markus

    Dennoch, ist es nicht so, mal von den ganzen Risiken von außen abgesehen, dass, wie es im Moment geschieht, bei sinkendem Lohnniveau in D die Arbeitslosigkeit tendenziell abnimmt, weil die Lohnkosten abnehmen (Krankenversicherung nicht mehr paritätisch, Arbeitslosenvers. wird gesenkt, usw. und weil der Druck zunimmt auch minderbezahlte Arbeit anzunehmen?

  10. bmadmin

    @Markus: Arbeitslosigkeit ist laut Definition ein Nicht-Vertragszustand. Es ist so, wie Sie schreiben, dass “der Druck zunimmt auch minderbezahlte Arbeit anzunehmen”. Und unter minderbezahlter Arbeit ist auch eine solche zu nennen, die einem Menschen nicht erlaubt zu überleben ( man hört oft ‘zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel’ ). So was ist eigentlich menschenunwürdig! Auch hier zeigt sich nicht nur der Währungs- sondern auch der Globalisierungsdruck. Was haben uns die Politiker fast aller Richtungen gesagt? “Wir wollen keine chinesischen Löhne”. Sie haben tendenziell die Unwahrheit gesagt.

  11. Markus

    Ja, das ist die Kehrseite der derzeitigen Politik. Aber was kann man tun? Haben Sie eine Lösung?

  12. bmadmin

    Markus: ich arbeite gerade an einem längeren Artikel “Weltwirtschaftskrise”. Ich versuche auch dort nach Lösungsansätze zu suchen. Ich kann Ihnen nur meine momentane Überzeugung darstellen: Es gibt aus meiner Sicht derzeit zwei Ansätze:
    1. Rückbesinnungsansatz
    Zwei Generationen lang sind wir in einem riesigen Umerziehungslager gewesen, wir haben immer die Annehmlichkeiten der industriellen Errungenschaften als einzige Lebensmotivation gelernt. Nur wenige sonstige Dinge erscheinen uns als wertvoll, selbst Begriffe wie Freundschaft werden bei immer mehr Menschen materialisiert. Zunächst gilt es also, für das Koordinatensystem eine neue Ebene zu definieren.

    2. Primat Politik
    Wenn Sie die letzten 2 Jahrhunderte der westlichen Welt betrachten, dann müssen Sie sagen, dass auf der Basis des wirtschaftsorientierten Wertesystems ( siehe Punkt 1 ) die Handlungsmaxime durch das Unternehmertum festgelegt war. Mit der Bildung von Unternehmervereinigungen Ende des 19. Jahrhunderts und mit der Möglichkeit der Einflussnahme auf die Politik ist Politik, wie ich an mehreren Stellen hier gesagt hatte, zum Vorzimmer der Unternehmervereinigungen degeneriert. Alles, was wir bisher taten, war mit der Meßlatte Unternehmer gestaltet. Zudem hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr vertieft, dass Produktionsleistung immer mehr vom Menschen entkoppelt wurde ( siehe Halle 56, VW ). Stets wurden höchst raffinierte Argumentationen gefunden, um eine solche Strategie zu begründen. Menschen werden für die Wirtschaft eigentlich überflüssig, würden sie nicht gleichzeitig auch Kunden sein.
    Nur, bitte berücksichtigen Sie, dass der Sättigungsgrad in den Haushalten überaus groß ist in den westlichen Ländern: wir haben fast alles, was zum Leben erforderlich ist, was das Leben angenehm macht. Wozu also noch mehr Produktionskapazitäten aufbauen?
    Berücksichtigen Sie auch, dass in Deutschland die Menschen gebeutelt wurden von schlechten Zeiten; die Neigung der Amerikaner, sich zum Beispiel für ein neues Auto zu verschulden, ist nicht da!

    Momentan tendiere ich zu einem eher protektionistischen Ansatz mit einem radikalen natürlichen Bevölkerungsrückgang unter gleichzeitiger Neubewertung der Lebensphilosophie, ein postindustrielles Zeitalter? Ich weiß, für eine solche Haltung würde ich gesteinigt. Andererseits ist es auch richtig, was greenpeace denkt, dass wenige Menschen auf dieser Erde diese gnadenlos ausbeuten und sich Untertan machen.
    Bei meiner Antwort habe ich den Begriff “Gerechtigkeit” nicht benutzt, weil es ein hoher Scheinbegriff ist, der sorgsam, wie ein Götzenbild, gepflegt wird, um uns Bürgern den Hauch einer Illusion noch zu geben.

  13. Deutschland Debatte » Weltwirtschaftskrise

    [...] Hier hatte ich meine Einschätzung gegeben: “2. Primat Politik Wenn Sie die letzten 2 Jahrhunderte der westlichen Welt betrachten, dann müssen Sie sagen, dass auf der Basis des wirtschaftsorientierten Wertesystems ( siehe Punkt 1 ) die Handlungsmaxime durch das Unternehmertum festgelegt war. Mit der Bildung von Unternehmervereinigungen Ende des 19. Jahrhunderts und mit der Möglichkeit der Einflussnahme auf die Politik ist Politik, wie ich an mehreren Stellen hier gesagt hatte, zum Vorzimmer der Unternehmervereinigungen degeneriert. Alles, was wir bisher taten, war mit der Meßlatte Unternehmer gestaltet. Zudem hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr vertieft, dass Produktionsleistung immer mehr vom Menschen entkoppelt wurde ( siehe Halle 56, VW ). Stets wurden höchst raffinierte Argumentationen gefunden, um eine solche Strategie zu begründen. Menschen werden für die Wirtschaft eigentlich überflüssig, würden sie nicht gleichzeitig auch Kunden sein. Nur, bitte berücksichtigen Sie, dass der Sättigungsgrad in den Haushalten überaus groß ist in den westlichen Ländern: wir haben fast alles, was zum Leben erforderlich ist, was das Leben angenehm macht. Wozu also noch mehr Produktionskapazitäten aufbauen? Berücksichtigen Sie auch, dass in Deutschland die Menschen gebeutelt wurden von schlechten Zeiten; die Neigung der Amerikaner, sich zum Beispiel für ein neues Auto zu verschulden, ist nicht da! [...]

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+++ der Sumpf hat Deutschland vollständig erreicht. Man kann gar nicht so viel schreiben ... +++

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