Il dictatore e Berlusconi, Duce due: "Berlusconi erlaubt sich, Prozesse aufzuschieben – Italiens Ministerpräsident hat ein Gesetz durch gedrückt, das ihm unangenehme Gerichtsverhandlungen erspart" -> http://www.focus.de/politik/ausland/neues-gesetz-berlusconi-erlaubt-sich-prozesse-aufzuschieben_aid_488529.html

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Arbeitnehmer- Vermögensbildung

Die SPD, die nun abgerutscht ist auf 25%, muss sich nun etwas überlegen, wie sie die Volksseele wieder beruhigen kann.

“Ich schlage einen Deutschlandfonds für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor, in den die Arbeitnehmer einzahlen und der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt”, sagt Beck/SPD.

Wenn man das Konzept liest, dann wird es richtig spannend:

  • die Arbeitnehmer sollen sich nicht direkt an ihrem Unternehmen beteiligen
  • die Arbeitnehmer sollen in einen zu gründenden Fonds einzahlen, der Wertpapiere verschiedener Firmen besitzt
  • gemanagt soll der Fonds von der Parteigenossin Ingrid Matthäus-Maier/KfW
  • maximal 400 Euro sollen je Arbeitnehmer und Jahr gefördert und anlegbar sein
  • Förderquote durch den Staat: 20% für Einkommen bis 20.000 Euro/Jahr und Person, d.h. ein vereiratetes Paar darf 40.000 Euro/Jahr verdienen, um die Förderquote zu erhalten
  • Staatliche Absicherung gegen Bankrott.

Nun, es stellt sich somit – bis auf die Förderquote, das ist die berühmte Möhre, die man dem Esel vor die Nase hält – nichts anderes als ein stinknormaler Fonds, wie er zu hunderten auf dem Markt existiert.

Was ist von Fonds als Anlageinstrument, nichts anderes sind Fonds, zu halten?
“Doch hier ist anzumerken, dass die Fonds letztendlich mehr oder weniger dieselbe Rendite erzielen – schließlich bilden sie einen Index ab. Es gibt lediglich einen Punkt, der bei der Fondsauswahl von größerer Bedeutung ist, nämlich die Kosten, die mit dem Fondskauf verbunden sind. So ist es empfehlenswert darauf zu achten, dass weder der Ausgabeaufschlag, noch die Managementgebühren zu hoch ausfallen – schließlich schmälern diese beiden Positionen die Rendite.”
Hinzuzufügen wäre auch, dass die Verwahrungskosten die Ergebnisse unter Umständen schmälern; dieses ist allerdings nichts anderes als eine Bankenphilosophie. Direktanlagebanken erheben inzwischen keine Verwahrungskosten für derartige Wertpapiere, so dass die KfW keinen Vorsprung erzielen könnte.

summenhaufigkeit-haushaltseinkommen-kl.jpg

Dieses Bild zeigt, wieviele Haushalte welches Nettoeinkommen haben, unterschieden nach Ein- und Mehrpersonenhaushalten BuAmt Statistik 12211-0102 . Folgendes weisen die Statistiken auch aus:
statistikbild-mit-zahlen-deutschlandfonds.jpg

“Die Einkommensgrenze dafür soll von bisher 17.900 auf 20.000 Euro im Jahr für Ledige bzw. 40.000 für Verheiratete angehoben werden. Damit hätte mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer Anspruch auf staatliche Hilfe.”, heißt es in den Veröffentlichungen.

Was bedeuten die Einkommensgrenzen von 20.000 Euro/Jahr für Unverheiratete und 40.000 Euro/Jahr für Verheiratete? Brutto-netto Rechner hier.
Nettoeinkommen Einzelperson 13.625,06/a = 1135 Euro/Mon.
Nettoeinkommen Verheirateter 13.649,36/a = 1137 Euro/Mon., gesamt 2274 Euro/Mon.

Es erhebt sich nun die Frage, wieviele Erwerbstätige könnten von dem Deutschlandfonds betroffen sein, das heißt, verdienen weniger als 1135 Euro/Monat?
Man schaut in das obige Bild und kann bei Einzelhaushalten ablesen: ca. 6 Mio Haushalte=Personen sind grundsätzlich betroffen; weiß man aber aus Statistik 12211-0107, dass allein 4,8 Mio Personen unter 900 Euro verdienen. Tatsächlich übrig bleiben effektiv 1,2 Mio Personen, die in einer Einkommensklasse sind, die ihnen eine Anlage ermöglicht.
Für die Mehrpersonenhaushalte kann man bei 2274 Euro ablesen, dass ca. 10 Mio Haushalte betroffen sind. Weiß man aus der Statistik 12211-0107, dass in Mehrpersonenhaushalten 0,9 Mio Haushalte unter 900 Euro verdienen, dann sind effektiv ca. 9 Mio Haushalte betroffen.

Da in jedem Mehrpersonenhaushalt 1,52 Personen ( s.o. ) berufstätig sind, ergeben sich 13.680.000 aus Mehrpersonenhaushalten + 1.200.000 aus Einpersonenhaushalten als potentielle Nutzer des Fonds. Summa summarum also 14.880.000 potentielle Fondsnutzer. Statistik 12211-0050 weist aus: Erwerbstätige insgesamt 36.567.000; somit könnten ca. 40% ( und nicht über 50% ) der Erwerbstätigen den Fonds nutzen.

Der nächste Hammer dieses Konzeptes: Sie sparen also 400 Euro/Jahr. Ziel dieses Fonds soll ja sein, dass Gewinne, die erwirtschaftet werden, an den Sparer zurückfließen; es ist schließlich kein thesaurierender Fonds geplant. Nur: diese Gewinne müssen mit der Abgeltungssteuer von 25% versteuert werden! Das ist dann der Witz: Sie zahlen bei dem niedrigen Einkommen 0% Steuern auf die Einkommen, müssen aber 25% Abgeltungssteuer zahlen. Eine wirklich tolle Rechnung, die uns hier aufgemacht wird! Steinbrück mit seinen geldgierigen Fingern läßt grüßen.
Übrigens: es heißt zwar, dass die 20% Zuwendung steuerfrei sind, aber wer sagt nicht, dass, wie es oft passiert, wenn der Staat wieder einmal klamm ist, für diese Zusatzgewinne die nachrangige Besteuerung eingeführt wird!!!

Also: SPD, Nachsitzen ist angesagt ! So geht es nicht, Wähler hinters Licht zu führen ! Übrigens: hinterlistig ist das ganze auch noch: Fondsgewinne werden mit 25% besteuert und bekannterweise sind die Geringverdiener die Loser in dem Geschäft.

3 Reaktionen zu “Arbeitnehmer- Vermögensbildung”

  1. bmadmin

    Zahlen werden nochmals überrpüft; es scheint ein Fehler vorzuliegen!

  2. PetraW

    Ich möchte hier noch auf etwas Anderes aufmerksam machen. Der Vorschlag der SPD wurde unter dem Gesichtspunkt der Vermögensbildung der Arbeitnehmer durch Teilnahme an den Erfolgen des Unternehmens aus der Taufe gehoben. Schauen wir uns das mal in der Praxis an. Der Arbeitnehmer erwirbt von seinem Einkommen Anteile. Dieser sogenannte Deutschlandfonds kauft dann Unternehmensanteile. Letztendlich subventioniert damit ein Arbeitnehmer sein eigenes Unternehmen. Er erwirtschaftet die Werte, erhält immer weniger Anteil am erwirtschafteten Gewinn und zahlt extra noch für die Anteile am Unternehmen. Manager erhalten Anteile ohne zu zahlen. Ergo subventioniert der Arbeitnehmer auch noch die Managergehälter. Ich sehe keinen Unterschied zu einem stinknormalen Fonds, in den sich sowieso jeder einkaufen kann, wenn er will und das für notwendig hält. Alles ist nur eine riesige Blase heißer Luft des Kurt Beck, um vom Absturz seiner Partei abzulenken. Im Unterschied zu den sogenannten Deutschlandsfonds werden die vermögenswirksamen Leistungen, die es gibt, oben auf den Lohn/Gehalt gezahlt.

  3. bmadmin

    “Ich sehe keinen Unterschied zu einem stinknormalen Fonds, in den sich sowieso jeder einkaufen kann” => Tja, Petra, du sagst es! Ein müder Vesuch, in die Schlagzeilen zu kommen; dass Beck damit der CDU auch noch hilft, fällt ihm wohl erst heute ein.

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